LINZ JOURNAL

Sehenswürdigkeiten in Linz: Was sich an einem Tag ausgeht

Der Hauptplatz misst 13.140 Quadratmeter, der Domturm 134,69 Meter, und die älteste erhaltene Kirche Österreichs steht auf dem Schlossberg. Eine Route durch die Stadt mit Öffnungszeiten, Preisen und Gehzeiten.

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Sehenswürdigkeiten in Linz: Was sich an einem Tag ausgeht

Die kurze Route: alles zu Fuß

Linz hat den Vorteil, dass seine wichtigsten Ziele auf zwei Achsen liegen: einer Nord-Süd-Achse vom Hauptplatz über die Landstraße zum Mariendom und einer Ost-West-Achse entlang der Donau. Wer beide abgeht, hat die Stadt gesehen und ist dabei keine drei Kilometer gelaufen. Die sinnvolle Reihenfolge für einen Tag:

  1. Hauptplatz mit Dreifaltigkeitssäule und Altem Rathaus
  2. Altstadt und Schlossberg mit Martinskirche und Schlossmuseum
  3. Donaulände mit Lentos, weiter über die Nibelungenbrücke
  4. Ars Electronica Center am Urfahraner Ufer
  5. Pöstlingbergbahn ab Hauptplatz auf den Hausberg
  6. Mariendom, wenn noch Zeit ist - er liegt abseits der Route Richtung Süden

Die Einschränkung vorweg: Montag ist in Linz der schlechteste Besuchstag. Lentos, Schlossmuseum, Nordico und Ars Electronica Center haben alle geschlossen. Wer nur einen Tag hat und der fällt auf einen Montag, sollte auf Kirchen, Pöstlingberg und Stadtspaziergang umplanen.

Hauptplatz: 13.140 Quadratmeter Barock

Der Linzer Hauptplatz besteht in seiner heutigen Form seit dem 13. Jahrhundert und misst 13.140 Quadratmeter - damit gehört er zu den größten umbauten Plätzen Österreichs und Mitteleuropas. Was ihn von vergleichbaren Plätzen unterscheidet: Er ist keine Fußgängerzone im klassischen Sinn, sondern wird von der Straßenbahn gequert, die mitten über den Platz fährt.

In der Mitte steht die Dreifaltigkeitssäule, 19,6 Meter hoch, errichtet 1717 bis 1723 vom Salzburger Steinmetz Sebastian Stumpfegger - und zwar genau an der Stelle, an der zuvor der Pranger stand. Diese Ablöse ist kein Zufall: Barocke Pestsäulen wurden vielerorts bewusst auf Plätzen der öffentlichen Strafe errichtet.

An der Nordseite steht das Alte Rathaus, dessen Ursprünge auf 1509 zurückgehen und dessen achteckiger Turm aus dem ursprünglichen Bau bis heute erhalten ist. Es ist weiterhin Sitz des Bürgermeisters - also kein Museum, sondern ein Verwaltungsgebäude, das man von außen betrachtet.

Der geplante Umbau liegt derzeit auf Eis. Nach einem EU-weiten Architekturwettbewerb hätte die Neugestaltung 2026 beginnen sollen: vorgesehen waren die Entsiegelung von rund 400 Quadratmetern rund um den Neptunbrunnen, große Platanen als Schattenspender, ein Granit-Promenadenband für barrierefreien Zugang, mobile Sitzmöbel und ein Trinkbrunnen, veranschlagt mit 6 Millionen Euro. Wegen der Sparmaßnahmen im Stadtbudget wurde das Projekt aufgeschoben, ebenso die auf 3 Millionen Euro geschätzte Umgestaltung des Jahrmarktgeländes. Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber verwies darauf, dass die Priorisierung der Vorhaben noch ausstehe. Gestrichen sind die Projekte nicht - ein Baustart steht aber nicht fest. Für Besucherinnen und Besucher heißt das: Der Hauptplatz bleibt vorerst so, wie er ist, und ohne Baustelle.

Martinskirche: die älteste erhaltene Kirche Österreichs

Vom Hauptplatz führt der Weg über die Altstadt hinauf zum Schlossberg. Dort steht die Martinskirche, und sie ist der historisch bemerkenswerteste Bau der Stadt: Sie gilt als älteste im Original erhaltene Kirche Österreichs. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 799, der einschiffige Bau geht auf das 10. und 11. Jahrhundert zurück. Steinplatten rund um den heutigen Bau markieren die Fundamente eines karolingischen Zentralbaus aus dem 8. Jahrhundert, und im Mauerwerk stecken römische Grabsteine - die Kirche ist damit ein gebautes Kurzprotokoll der Linzer Geschichte von Lentia bis heute.

Unter Kaiser Leopold wurde sie im späten 17. Jahrhundert barockisiert; zwischenzeitlich diente sie französisch-bayerischen Besatzungstruppen als Pferdestall. Direkt daneben liegt das Schlossmuseum mit seinen über 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche - die neue Archäologie-Ausstellung ist dort seit Juni 2026 bei freiem Eintritt zugänglich.

Ein Stück weiter unten in der Innenstadt steht das Landhaus, zwischen 1568 und 1658 in mehreren Bauphasen errichtet und heute Sitz des Oberösterreichischen Landtags. Sein Portal zählt zu den bemerkenswertesten Renaissanceportalen Österreichs.

Mariendom: 20.000 Menschen, 633 Stufen

Der Mariendom - im Linzer Sprachgebrauch der Neue Dom - ist mit einem Fassungsraum von 20.000 Personen die größte Kirche Österreichs. Nicht die höchste allerdings: Der Turm misst 134,69 Meter ab Geländeoberkante und blieb damit bewusst unter dem Stephansdom in Wien.

Für Besucher interessanter als die Zahl ist die Turmbesteigung. Über 633 Stufen geht es auf 68 Meter Höhe - die höchste Aussichtsmöglichkeit einer Kirche in Österreich. Sie ist nur im Rahmen einer Führung möglich, und zwar donnerstags um 16 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags um 14 Uhr. Der Preis: 4,50 Euro für Erwachsene, 3,00 Euro für Kinder. Die Kirche selbst ist Montag bis Samstag von 7:30 bis 19 Uhr und Sonn- und Feiertag von 8 bis 19:15 Uhr geöffnet, Details auf der Seite der Diözese Linz.

Ars Electronica Center: das Museum der Zukunft

Am Urfahraner Ufer, direkt gegenüber der Altstadt, steht das Ars Electronica Center, Ars-Electronica-Straße 1. Die Fassade aus programmierbaren LED-Feldern ist nachts das markanteste Bauwerk der Stadt.

Praktische Eckdaten laut ars.electronica.art: Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Montag geschlossen, dazu geschlossen am 24. und 25. Dezember, 31. Dezember, 1. Jänner und 1. Mai. Die Preise:

  • Erwachsene: 14,00 Euro
  • Ermäßigt (Studierende, ab 65 Jahren): 12,00 Euro
  • Kinder im Familienverband und Schulgruppen: 5,50 Euro pro Person
  • Kinder unter 6 Jahren: frei
  • Jahreskarte: 42,00 Euro, ermäßigt 36,00 Euro
  • Führungen: 5,50 Euro pro Erwachsenem

Zwei Sparmöglichkeiten, die kaum jemand kennt: Sonntags gilt „1 + 1 gratis" mit einem gültigen LINZ-AG-Ticket, und Inhaber des Aktivpasses der Stadt Linz zahlen 1,00 Euro. Das Ticket ist außerdem 24 Stunden gültig - man kann also vormittags hineingehen, mittags an die Donau und nachmittags zurückkommen.

Das Herzstück ist der Deep Space 8K mit 16 mal 9 Meter großer Wand- und zusätzlicher Bodenprojektion, Lasertracking und 3D-Animationen. Die Vorführungen laufen täglich während der Öffnungszeiten auf Deutsch, um 14:30 Uhr auf Englisch - die Plätze sollten vorab gebucht werden. Für den gesamten Besuch sind drei bis vier Stunden realistisch.

Die Donaulände: Lentos und der Uferstreifen

Zwischen Nibelungenbrücke und Brucknerhaus liegt der Donaupark mit dem Lentos Kunstmuseum. Der 130 Meter lange Bau ist nachts von innen beleuchtet und wechselt die Farbe - zusammen mit der AEC-Fassade am gegenüberliegenden Ufer ergibt das die Linzer Nachtansicht, die auf den meisten Stadtaufnahmen zu sehen ist.

Der Uferstreifen selbst ist mehr als ein Verbindungsweg: Im September wird der Donaupark zur Bühne für die Klangwolke, im Sommer ist die Lände einer der meistgenutzten Freiräume der Stadt. Flussabwärts liegt der Mural Harbor im Hafengebiet: über 300 teils überdimensionale Graffiti von Künstlerinnen und Künstlern aus rund 40 Nationen auf den Fassaden alter Industriegebäude, jedes Jahr kommen weitere dazu.

Wichtig für die Planung: Das Areal ist ausschließlich im Rahmen einer gebuchten Tour mit Guide zugänglich - man kann dort nicht auf eigene Faust spazieren gehen. Angeboten werden der rund 50 bis 60 Minuten dauernde Mural Walk sowie kombinierte Boots- und Gehtouren, die den Hafen zusätzlich vom Wasser aus zeigen. Die Hafentour kostet 15 Euro, Kinder von 6 bis 13 Jahren zahlen 7,50 Euro, unter 5 Jahren ist der Eintritt frei; das Kombiticket liegt bei 34,90 Euro beziehungsweise 27,40 Euro für Kinder. Die Saison läuft von April bis Oktober, dazu kommen einzelne Termine im Spätherbst und im Advent - die aktuellen Zeiten stehen auf muralharbor.at.

Tabakfabrik: Industriearchitektur zum Anschauen

Etwas außerhalb der klassischen Route, aber für Architekturinteressierte der lohnendste Umweg: Die Tabakfabrik wurde von Peter Behrens und Alexander Popp geplant, entstand schrittweise zwischen 1929 und 1935 und ging am 12. November 1935 in Betrieb. Sie ist der erste Stahlskelettbau Österreichs im Stil der Neuen Sachlichkeit und steht unter Denkmalschutz.

Der Zugang ist unkompliziert: Die Ausstellung zur Geschichte des Areals ist kostenfrei und frei zugänglich, barrierefrei erreichbar, und es gibt keine fixen Führungszeiten - man geht selbstständig durch und nutzt die interaktiven Stationen. Mehr zur Rolle der Industrie in der Stadt im voestalpine-Artikel.

Der Pöstlingberg als Abschluss

Wer den Tag mit Aussicht beenden will, nimmt am Hauptplatz die Pöstlingbergbahn. Die Fahrt dauert rund 20 Minuten, die Retourfahrt kostet 9,00 Euro, das Erlebnisticket mit 24 Stunden Öffi-Nutzung 13,60 Euro. Oben warten Basilika, Grottenbahn, Zoo und die Panoramaterrasse - was sich davon wie kombinieren lässt, steht im Pöstlingberg-Guide.

Rechnet sich die Linz-Card?

Für Besucherinnen und Besucher von auswärts gibt es die Linz-Card, die Museumseintritte und Öffis bündelt. Die Preise laut Linz Tourismus:

  • 24 Stunden: 18 Euro, ermäßigt 17 Euro, Kinder von 6 bis 14,99 Jahren 10 Euro
  • 48 Stunden: 30 Euro, ermäßigt 28 Euro, Kinder 16 Euro
  • 72 Stunden: 39 Euro, ermäßigt 37 Euro, Kinder 20 Euro

Enthalten ist der freie Eintritt unter anderem in Ars Electronica Center (Wert 14 Euro), Lentos (12 Euro), Nordico (9 Euro), OK Linz (8 Euro), Francisco Carolinum (6,50 Euro) und Schlossmuseum (6,50 Euro), dazu die freie Nutzung von Bus und Straßenbahn in der Kernzone. Die Pöstlingbergbahn im Wert von 9 Euro ist erst ab der 48-Stunden-Karte dabei - ein Detail, das für die Tagesplanung entscheidend ist.

Dazu kommt der Donau-Kultur-Bonus mit 10 Euro Ermäßigung (5 Euro für Kinder) bei Theatern, Konzerthäusern und Hafenrundfahrten sowie Rabatte von rund 10 bis 25 Prozent unter anderem beim Zoo Linz, beim Botanischen Garten, bei den City-Express-Touren und bei Escape Rooms. Verkauft wird die Karte online, in der Tourist Information am Hauptplatz sowie in ausgewählten Museen und Hotels.

Die Rechnung: Ars Electronica und Lentos allein kosten zusammen 26 Euro - die 24-Stunden-Karte um 18 Euro ist also bereits ab zwei Museumsbesuchen im Plus, ohne dass die Öffis eingerechnet sind. Wer nur ein Museum ansieht und sonst zu Fuß geht, fährt ohne Karte günstiger.

Wie Sie den Tag planen sollten

  • Nicht am Montag: Die vier wichtigsten Museen der Stadt haben geschlossen.
  • Zwei Museen sind das Maximum. Ars Electronica allein braucht drei bis vier Stunden, Schlossmuseum mindestens drei. Wer beides an einem Tag versucht, sieht von beidem wenig.
  • Die Turmbesteigung am Dom hat feste Termine - Donnerstag 16 Uhr, Wochenende 14 Uhr. Sie ist der einzige Programmpunkt, um den herum geplant werden muss.
  • Alles zu Fuß. Zwischen Hauptplatz, Schlossberg, Lentos und AEC liegen jeweils fünf bis zehn Gehminuten. Ein Öffi-Ticket brauchen Sie nur für Mariendom, Tabakfabrik und Pöstlingberg - die Tarife stehen im Öffi-Guide.
  • Bei Regen verschiebt sich die Gewichtung zu den Museen; die Alternativen stehen im Schlechtwetter-Guide.
  • Wer kein Geld ausgeben will: Hauptplatz, Martinskirche, Mariendom, Tabakfabrik-Ausstellung, Donaulände und die Archäologie im Schlossmuseum kosten nichts. Weitere gratis Optionen im Gratis-Guide.
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