Amtswege in Linz: Meldezettel, Pass und Rathaus
Drei Tage Frist für die Anmeldung, fünf Werktage für den Hund, 112 Euro für den Reisepass: Welche Wege im Neuen Rathaus enden, welche woanders - und was sich mit der ID Austria vom Sofa aus erledigen lässt.
Eine Adresse für fast alles: das Neue Rathaus
Linz ist Statutarstadt, der Magistrat erfüllt also auch die Aufgaben einer Bezirkshauptmannschaft. Das erspart Zugezogenen die Frage, ob sie in die Stadt oder ins Land müssen - fast alles läuft über das Neue Rathaus in der Hauptstraße 1-5 in Urfahr. Geöffnet ist das Bürger*innen-Service laut Stadt Linz Montag und Donnerstag von 7 bis 17 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 7 bis 14 Uhr. Am 24. und 31. Dezember bleibt geschlossen. Die zentrale Nummer lautet +43 732 7070, die Adresse für schriftliche Anfragen [email protected].
Erledigt werden dort unter anderem Aktivpässe, Wohnsitz-An-, -Ab- und -Ummeldungen, Bewohnerparkkarten, Heizkostenzuschüsse, Hundean- und -abmeldungen, Kirchenaustritte, Meldeauskünfte und -bestätigungen, Reisedokumente und Aufenthaltsangelegenheiten.
Wer nicht nach Urfahr will: Ein Teil dieser Leistungen ist auch im Service-Center im Wissensturm in der Kärntnerstraße 26 zu haben, geöffnet Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 14 Uhr, sowie in den Stadtbibliotheken Auwiesen, Dornach/Auhof, Ebelsberg und Pichling. Für alle Wege gilt dieselbe Empfehlung: vorher einen Termin buchen, telefonisch oder online. Wer ohne Termin kommt, wartet - und wer im Neuen Rathaus einen Termin hat, sollte die Sicherheitskontrolle am Eingang einkalkulieren und Nagelfeilen oder Taschenmesser gleich zu Hause lassen.
Anmelden, ummelden, abmelden: drei Tage
Die wichtigste Frist im gesamten Meldewesen ist kurz: Innerhalb von drei Tagen muss jede Änderung des Wohnsitzes gemeldet werden - egal ob Zuzug, Wegzug oder Umzug innerhalb der Stadt. Grundlage ist der Meldezettel, ein Antragsformular, auf dessen Basis der Eintrag im Zentralen Melderegister erfolgt. Es gibt ihn online als PDF, im Bürger*innen-Service, im Wissensturm und in den Bibliotheken.
Zwei Dinge werden regelmäßig übersehen. Erstens: Das Formular muss vollständig ausgefüllt sein, samt Unterschrift des Unterkunftgebers - die Meldebehörde darf unvollständige Zettel nicht annehmen, und ein zweiter Anlauf kostet einen weiteren Termin. Zweitens: Die Anmeldung geht auch online mit ID Austria, für Haupt- wie Nebenwohnsitz. Wer die digitale Signatur hat, spart sich den Weg komplett.
Beim Termin selbst mitzubringen sind der ausgefüllte Meldezettel und ein Lichtbildausweis, bei Kindern die Geburtsurkunde. Die Meldebestätigung gibt es direkt im Anschluss. Zuständig ist die Meldebehörde im Neuen Rathaus, [email protected].
Reisepass: neue Zeiten, klare Preise
Reisedokumente laufen über das Pass-Servicecenter im Neuen Rathaus. Seit 1. August 2026 gelten dort neue Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag von 7 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 7 bis 14 Uhr. Termine reserviert man online über linz.at/passtermin oder telefonisch, Fragen beantwortet [email protected].
Die Gebühren sind bundesweit einheitlich und laut ÖAMTC derzeit:
- 112 Euro für den gewöhnlichen Reisepass ab 12 Jahren, gültig zehn Jahre
- 44 Euro für Kinder von 2 bis 12 Jahren, gültig fünf Jahre
- kostenlos bei der Erstausstellung bis zum zweiten Geburtstag, dann zwei Jahre gültig
- 148 Euro für den Expresspass, der bei Produktion und Zustellung bevorzugt behandelt wird - rund zwei bis drei Arbeitstage
- 326 Euro für den Ein-Tages-Expresspass, der am nächsten Arbeitstag per Botendienst zugestellt wird
Der reguläre Pass ist nach rund fünf Arbeitstagen da. Wer im Juli für den Augusturlaub anfragt, zahlt also entweder Aufpreis oder verschiebt die Reise - die Behörde kann die Produktionszeit nicht beeinflussen. Für den absoluten Notfall gibt es zusätzlich den Notpass, der maximal ein Jahr gilt und keinen Chip enthält.
ID Austria: der Ausweis, der Amtswege erspart
Wer sich einmal ins Rathaus setzt, sollte gleich die ID Austria mitnehmen. Sie wird laut Stadt Linz im Pass-Servicecenter von Montag bis Freitag zu den regulären Zeiten ausgestellt, kostenlos, und ersetzt bei einer wachsenden Zahl von Behördenwegen den persönlichen Besuch. Voraussetzung: ein amtlicher Lichtbildausweis, österreichische Staatsbürgerschaft und ein Mindestalter von 14 Jahren. Nicht-österreichische Staatsangehörige beantragen die ID Austria nicht im Rathaus, sondern bei der Landespolizeidirektion oder beim Finanzamt.
Hund anmelden: fünf Werktage, 54 Euro
Wer mit Hauptwohnsitz in Linz einen Hund hält, der älter als zwölf Wochen ist, muss ihn binnen fünf Werktagen beim Magistrat melden. Die Hundeabgabe beträgt 54 Euro pro Hund und Kalenderjahr, fällig erstmals binnen zwei Wochen nach der Anmeldung, danach jeweils bis 31. März. Auch die Abmeldung hat eine Frist: eine Woche, bei Tod des Tieres mit tierärztlicher Bestätigung.
Neu seit 4. Mai 2026: Die persönliche Anmeldung ist nur noch im Bürger*innen-Service im Neuen Rathaus oder im Service-Center Wissensturm möglich, nicht mehr in den Bibliotheken. Bezahlt wird direkt vor Ort oder per Abbuchungsauftrag.
Der Aktivpass: der Linzer Ausweis mit dem größten Effekt
Kein anderer Antrag im Rathaus verändert die monatlichen Fixkosten so deutlich wie dieser. Den Aktivpass bekommt, wer mindestens 18 Jahre alt ist, den Hauptwohnsitz in Linz hat und über ein monatliches Nettoeinkommen von höchstens 1.630 Euro verfügt (Stand 2026). Eigene Regelungen gelten für Zivil- und Präsenzdiener sowie für Menschen, die in Linzer Wohnprojekten betreut werden.
Was er bringt, lässt sich in Zahlen sagen: Die Monatskarte der Linz Linien kostet damit 17,80 Euro, in Hallenbad, Eishalle und Freibad gibt es 50 Prozent Ermäßigung, ebenso auf Printmedien- und Kombikarten der Stadtbibliotheken; dazu kommen vergünstigte Eintritte in Häusern wie dem Lentos oder dem Francisco Carolinum. Wer die Öffis täglich nutzt, hat den Aufwand für den Antrag im ersten Monat wieder eingespielt.
Mitzubringen sind Einkommensnachweise - Lohnzettel oder Pensionsbescheid - und ein Lichtbildausweis; das Foto für den Pass wird vor Ort gemacht. Genau deshalb geht der Antrag nicht online, sondern nur persönlich im Bürger*innen-Service, im Wissensturm oder in einer der Stadtbibliotheken. Der Pass gilt in der Regel ein Jahr, verlängert werden kann er frühestens ein Monat vor Ablauf - ein Termin, den man sich am besten gleich in den Kalender einträgt, weil die Vergünstigungen mit dem Ablaufdatum schlagartig enden.
Was nicht der Magistrat macht
Drei Wege führen in Linz woanders hin, und genau dort verlieren Zugezogene Zeit:
- Führerschein. Zuständig ist die Landespolizeidirektion Oberösterreich. Die Bürgerservicestelle in der Nietzschestraße 33 hat Parteienverkehr Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr, Telefon +43 59133 40 0. Der Antrag selbst kann in jeder österreichischen Fahrschule eingebracht werden.
- Kfz-Zulassung. Sie läuft nicht über die Behörde, sondern über eine Zulassungsstelle bei einer Versicherung - deshalb steht in Linz auch kein Amtsschalter dafür.
- Verlustanzeigen für Führerschein, Kennzeichentafeln oder Waffendokumente. Diese gehören zur nächsten Polizeidienststelle, nicht ins Fundservice der Stadt.
Verloren und gefunden
Für alles andere, was abhandenkommt, ist das Fundservice der Stadt Linz zuständig, integriert im Bürger*innen-Service im Neuen Rathaus, dazu im Wissensturm und in den vier Stadtbibliotheken. Außerhalb der Öffnungszeiten nimmt der Pförtner im Alten Rathaus Fundstücke entgegen.
Die Eckdaten: Gefundene Gegenstände im Wert von mehr als 10 Euro müssen abgegeben werden. Aufbewahrt wird ein Fund über 100 Euro ein Jahr lang, darunter sechs Monate - danach kann er an die Finderin oder den Finder übergehen. Eine Verlustmeldung vor Ort kostet 2,10 Euro; kostenlos und rund um die Uhr geht sie über das österreichweite Online-Fundamt. Für sperrige Fundstücke empfiehlt die Stadt einen Termin.
Dauerparkberechtigung statt Parkschein
Wer in einer Kurzparkzone wohnt und keinen privaten Abstellplatz hat, beantragt die Dauerparkberechtigung - früher Bewohnerparkkarte genannt. Voraussetzung sind Hauptwohnsitz in der beantragten Zone, ein Fahrzeug bis 3.500 Kilogramm und eben kein eigener Stellplatz. Pro Person gibt es maximal eine Berechtigung.
Die Kosten setzen sich aus zwei Positionen zusammen: 40,10 Euro Verwaltungsabgabe plus 21 Euro Bundesgebühr für ein Jahr, 80,20 Euro plus 21 Euro für zwei Jahre. Seit September 2024 ist die Berechtigung digital, es muss also nichts mehr hinter der Windschutzscheibe liegen; dafür ist jeder Fahrzeugwechsel unverzüglich zu melden. Für Privat-, Leasing- und Mietfahrzeuge geht der Erstantrag online, sonst persönlich im Bürger*innen-Service, im Wissensturm oder in einer Bibliothek. Ein Detail, das regelmäßig für Ärger sorgt: In Zonen mit entsprechender Zusatztafel gilt die Berechtigung nicht - dort hilft auch der Wohnsitz nicht weiter.
Standesamt: gleiches Haus, andere Zeiten
Urkunden - Geburt, Ehe, Sterbefall - laufen nicht über den allgemeinen Schalter, sondern über die Abteilung Standesamt. Sie sitzt zwar ebenfalls in der Hauptstraße 1-5, hat aber laut Stadt Linz deutlich kürzere Zeiten: Montag von 8 bis 12:30 und von 14 bis 17 Uhr, Dienstag bis Freitag nur von 8 bis 12:30 Uhr. Wer am Nachmittag mit einem Urkundenanliegen anrückt, steht also an vier von fünf Tagen vor einem geschlossenen Schalter. Kontakt: [email protected], +43 732 7070.
Für die Eheschließung selbst nennt die Stadt rund 85,75 Euro im Normalfall und rund 400 Euro zusätzlich, wenn an einem der externen Trauungsorte geheiratet wird - Saalmiete und Catering sind darin nicht enthalten, die zahlt man direkt beim Betreiber. Wie der gesamte Ablauf funktioniert, vom Aufgebot bis zur Terminreservierung, steht im Beitrag zum Heiraten in Linz.
Die richtige Reihenfolge beim Umzug nach Linz
Wer neu in die Stadt zieht, spart sich mehrere Wege, wenn er die Reihenfolge einhält. Zuerst der Meldezettel, weil fast alles Weitere die Linzer Adresse voraussetzt: Bewohnerparkkarte, Hundeanmeldung, Aktivpass. Beim selben Termin lässt sich die ID Austria gleich mit erledigen - danach laufen Ummeldungen, Anträge und Bestätigungen digital.
Erst danach folgen die Wege außerhalb des Rathauses: Zulassung des Autos bei der Versicherung, gegebenenfalls der Umtausch eines ausländischen Führerscheins bei der Landespolizeidirektion. Wer ein Auto mitbringt, klärt am besten schon vorher, ob die neue Adresse in einer Kurzparkzone liegt - die Details dazu stehen im Beitrag zum Parken in Linz. Und wer den Weg ins Neue Rathaus ohne Auto antritt: Die Haltestellen in Urfahr sind im Guide zu den Linz Linien erklärt.
Ein letzter Hinweis zur Terminvergabe. Die stark nachgefragten Zeitfenster sind Montag und Donnerstag am späten Nachmittag - also die einzigen beiden Tage mit langem Schalter. Wer flexibel ist, bekommt Dienstag oder Mittwoch am frühen Morgen deutlich schneller einen Platz. Alle Gebühren- und Zeitangaben: Stand August 2026.