LINZ JOURNAL

Flughafen Linz: Ziele, Anreise und Parken

Der Airport heißt Linz, liegt aber in Hörsching und zählte 2025 genau 262.347 Passagiere. Welche Ziele im Linienverkehr bleiben, was der Bus 601 kostet, wie das Parken funktioniert - und wann sich die Bahnfahrt nach Wien-Schwechat mehr rechnet.

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Flughafen Linz: Ziele, Anreise und Parken

Der Flughafen heißt Linz und liegt in Hörsching

Wer zum ersten Mal ab Linz fliegt, sollte die Adresse kennen: Der Airport liegt nicht im Stadtgebiet, sondern in der Gemeinde Hörsching südwestlich davon. Betrieben wird er von der Flughafen Linz GesmbH, die je zur Hälfte dem Land Oberösterreich und der Stadt Linz gehört. Der Zusatz „Blue Danube Airport" ist Marketingname, im Flugplan taucht der Ort als LNZ auf.

Die Größenordnung erklärt fast alles, was Sie vor Ort erleben: 262.347 Passagiere zählte der Flughafen im Jahr 2025, ein Plus von 45,2 Prozent gegenüber 2024. Das klingt nach viel und ist trotzdem wenig - an den österreichischen Verkehrsflughäfen zusammen wurden im selben Jahr rund 36,5 Millionen Reisende abgefertigt. Linz ist damit der fünftgrößte Airport des Landes und liegt deutlich hinter Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz. Praktisch heißt das: kurze Wege, überschaubare Warteschlangen, aber ein Zielnetz, das an zwei Händen abzuzählen ist. Flughafen-Geschäftsführer Norbert Draskovits fasste die Bilanz gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten mit dem Satz zusammen, man sei auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel.

Diese Linienziele gibt es ab Linz

Im planmäßigen Linienverkehr bedienen zwei Gesellschaften den Flughafen. Ryanair kam Ende 2024 mit drei Strecken nach Linz - London Stansted, Alicante und saisonal Bari in Apulien - und war damit der wichtigste Grund, warum die Passagierzahl 2025 um fast die Hälfte zulegte.

Diese Rechnung hat sich im Sommer 2026 verändert. Ryanair nimmt London Stansted im Winterflugplan 2026/27 nicht mehr ins Programm und begründet das mit den Kosten am Standort Österreich, allen voran der Ticketsteuer. Rund 16.600 Sitzplätze fallen damit weg, wie Austrian Wings berichtete. Übrig bleibt im Winter Alicante. Wer London ansteuert, sollte für die kalte Jahreshälfte also mit Wien oder München planen und den Sommerflugplan 2027 abwarten, der noch nicht fixiert ist. Vorausgegangen war ein monatelanger Streit um die Gebührenstruktur, in dem die Airline mehrfach mit dem kompletten Rückzug aus Hörsching gedroht hatte.

Dazu kommt seit 29. März 2026 wieder Frankfurt am Main. Die dänische DAT (Danish Air Transport) bedient die Strecke mit einer ATR 72, geplant sind bis zu 17 Flüge pro Woche, also bis zu drei tägliche Verbindungen von Montag bis Donnerstag. Der Sinn dieser Route liegt weniger in Frankfurt selbst als im Anschluss: Über das Lufthansa-Drehkreuz erreichen Sie von Linz aus mit einem Umstieg die Langstrecke. Die Fluggesellschaft rechnet laut aeroTELEGRAPH mit einer Auslastung um 60 Prozent.

Warum das Land 36 Millionen Euro für die Frankfurt-Strecke zahlt

Die Verbindung existiert nicht, weil sie sich rechnet, sondern weil sie bestellt wurde. Nachdem Austrian Airlines die Frankfurt-Route im November 2025 eingestellt hatte, schrieb das Land Oberösterreich die Strecke europaweit als gemeinwirtschaftliche Verpflichtung aus - im Fachjargon PSO, Public Service Obligation. Die EU-Kommission genehmigte das Verfahren im November 2025, den Zuschlag erhielt DAT im Februar 2026.

Der Preis dafür ist öffentlich: Bis zu 36 Millionen Euro über vier Jahre, maximal neun Millionen pro Jahr, für 2026 sind 7,5 Millionen budgetiert. Gezahlt wird laut ORF Oberösterreich nur, wenn tatsächlich Verluste anfallen; abgerechnet wird am Jahresende. Landeshauptmann Thomas Stelzer begründete den Schritt damit, dass man bei diesem Mitteleinsatz auch mehrheitlich als Eigentümer auftreten wolle. Die Kritik daran fiel deutlich aus - die Grünen sprachen von Steuergeld, das in ein dänisches Shuttle rinne, die Neos warfen dem Land vor, strukturelle Probleme mit Geld zuzuschütten. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung halten die Anbindung dagegen für einen Standortfaktor, ohne den international tätige Unternehmen im Zentralraum schlechter dastehen.

Urlaubsflüge: Sonne im Charterprogramm

Den größeren Teil des Zielnetzes machen Charter- und Saisonflüge aus, die über Reiseveranstalter oder direkt bei den Airlines gebucht werden. Im Programm stehen unter anderem Palma de Mallorca und Kos mit Eurowings, Preveza und Skiathos in Griechenland, Brač in Kroatien mit Croatia Airlines sowie Antalya, Hurghada, Rhodos und Heraklion. Für den Sommer 2026 kamen Städteziele wie Barcelona und Lyon dazu.

Zwei Dinge sollten Sie dabei einplanen. Erstens fliegen die meisten dieser Ziele nur ein- oder zweimal pro Woche, der Rückflugtag ist damit vorgegeben. Zweitens ändert sich das Charterprogramm von Saison zu Saison stärker als bei den Linienstrecken - der aktuelle Stand steht im Flugplan des Flughafens, nicht in älteren Prospekten.

Mit Bus und Bahn zum Terminal

Die einfachste Variante ohne Auto ist die Buslinie 601. Sie startet am Busterminal beim Linzer Hauptbahnhof, fährt über Leonding und Pasching direkt bis vor das Terminal und braucht dafür rund 22 Minuten ohne Umsteigen. Die Fahrpreise laut Flughafen: 4,40 Euro für Erwachsene, 2,40 Euro ermäßigt für Familien, Senioren und Jugendliche, 2,20 Euro für Kinder von 6 bis 15 Jahren.

Die Taktung richtet sich nach dem Wochentag: Montag bis Freitag fährt der 601 im Halbstundentakt, in den Rand- und Nachtstunden stündlich. Am Samstag gilt der Stundentakt, an Sonn- und Feiertagen der Zweistundentakt. Seit der Neuausschreibung der Linie wird an allen 365 Tagen gefahren, inklusive früher und später Kurse, die auf Schichtpersonal am Flughafen zugeschnitten sind. Den aktuellen Fahrplan führt der OÖ Verkehrsverbund. Wie sich das Ticket in das übrige Linzer Öffi-System einfügt, steht im Linz-Linien-Guide.

Die zweite Option führt über die Bahn: Nach Hörsching fahren stündlich Züge, ab Linz Hauptbahnhof dauert das zehn Minuten, ab Wels 14 Minuten. Vom Bahnhof Hörsching sind es allerdings noch rund einen Kilometer bis zum Terminal. Diesen Rest übernimmt der ROXI-Shuttle der Postbus AG für 4,50 Euro pro Fahrt, buchbar per App oder Telefon. Der Haken: Der Shuttle fährt nur Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr und Samstag von 8 bis 14 Uhr. Für einen Abendflug oder eine Sonntagsankunft ist er damit keine Option - dann bleiben Bus 601, Taxi oder Abholung.

Mit dem Auto: drei Parkbereiche, keine Reservierung

Wer mit dem Auto kommt, hat drei Möglichkeiten direkt am Gelände. Die Kurzparkflächen K1 und K2 mit 526 Stellplätzen liegen wenige Schritte vor und neben der Abflug- und Ankunftshalle und sind für das Bringen und Abholen gedacht. Das Parkdeck gegenüber dem Terminal hat 231 Plätze, darunter eigene Frauenparkplätze und Stellplätze für Vielflieger. Für längere Abwesenheiten gibt es C1, das Charter- und Langzeitparken mit 1.456 Plätzen - buchbar von einem Tag bis zu einem Jahr, inklusive Jahreskarten.

Ein paar praktische Details, die vor Ort Zeit sparen: Elektroauto-Ladestationen stehen auf Ebene K2 (zwei Plätze) und am Parkdeck (vier Plätze), barrierefreie Stellplätze auf K1 und K2. Eine Vorab-Reservierung ist weder nötig noch möglich, weil das Platzangebot durchgehend über der Nachfrage liegt. Bezahlt wird vor der Ausfahrt am Infoschalter, am Automaten oder direkt an der Schranke, dort ausschließlich mit Karte. Die Parkflächen sind rund um die Uhr geöffnet.

Abgerechnet wird nach einer Preisliste, die mit 1. Jänner 2026 in Kraft getreten ist und laufend angepasst werden kann. Den verbindlichen Betrag liefert der Tarifrechner des Flughafens: Ankunfts- und Abfahrtszeit eingeben, Endpreis für den jeweiligen Parkbereich ablesen. Wer eine Woche wegfährt, sollte vorher rechnen, ob C1 oder eines der privaten Parkangebote in der Umgebung günstiger kommt.

Fracht: das stille Hauptgeschäft

Im Passagierbereich ist Linz ein kleiner Flughafen, im Frachtgeschäft eine feste Größe. 2025 wurden 47.865 Tonnen Luftfracht abgewickelt, ein Minus von 9,5 Prozent, das die Betreiber auf die schwache Konjunktur zurückführen. Die tatsächlich geflogene Fracht - also jene, die nicht per Lkw zu einem anderen Airport gebracht wird - blieb mit 15.215 Tonnen praktisch stabil und erreichte mit 31,7 Prozent Anteil einen Rekordwert. Zu den regelmäßigen Nutzern zählen DHL Aviation und Amazon Air. Die lange Piste erlaubt auch Großraumfrachter, weshalb in Hörsching gelegentlich Maschinen stehen, die man an einem Flughafen dieser Passagiergröße nicht erwartet.

Wem der Flughafen gehört - und warum das gerade verhandelt wird

Eigentümer sind zu je 50 Prozent die Landes-Verkehrsholding und die Unternehmensgruppe der Stadt Linz. Beide mussten in den vergangenen Jahren Geld nachschießen, und genau das hat eine Grundsatzdebatte ausgelöst: Das Land hat bei der Stadt unverbindlich angefragt, ob es deren Anteile übernehmen könnte. Die Stadt lässt ihren Anteil dafür unabhängig bewerten, eine Entscheidung über die weiteren Schritte war laut Medienservice der Stadt Linz für den Sommer 2026 angepeilt.

Landeshauptmann Stelzer nennt den Flughafen zentrale Infrastruktur für Stadt und Region, Bürgermeister Dietmar Prammer verweist auf Wirtschaft, Export und Arbeitsplätze. Parallel wechselt die Geschäftsführung: Norbert Draskovits begleitet den Übergang, danach übernimmt Jörg Ebbighausen. Für Reisende hat das keine unmittelbare Folge - für die Frage, wie viele Linienstrecken Hörsching in fünf Jahren hat, sehr wohl.

Wann Linz reicht - und wann Wien die bessere Wahl ist

Die ehrliche Rechnung sieht so aus: Ab Linz fliegen Sie nach London, Alicante, Bari, Frankfurt und in die Urlaubsziele des Charterprogramms. Alles andere - Langstrecke, Osteuropa, die meisten europäischen Hauptstädte - bedeutet ohnehin einen Umstieg, und dann steht der Flughafen Wien-Schwechat in direkter Konkurrenz.

Von Linz Hauptbahnhof fahren bis zu zwei Railjet- oder Intercity-Züge pro Stunde Richtung Wien Flughafen, die schnellsten schaffen die Strecke in 1 Stunde 40 Minuten, üblich sind rund 1 Stunde 50 Minuten, teils mit Umstieg in Wien Hauptbahnhof. Details dazu stehen bei den ÖBB. Rechnen Sie also mit gut zwei Stunden Anreise pro Richtung und einem größeren Zeitpuffer für die Sicherheitskontrolle - dafür bekommen Sie ein Vielfaches an Zielen und Frequenzen.

Der Vorteil von Linz liegt in den gesparten Stunden am Boden. Wer mit dem Auto kommt, parkt in Gehweite des Check-ins; wer den Bus nimmt, steigt 22 Minuten nach dem Hauptbahnhof vor dem Terminal aus. Als Faustregel: Für die vier Linienziele und die Charterstrecken ist Hörsching kaum zu schlagen. Für alles andere lohnt der Blick auf Schwechat - und bei Skireisen oder Verbindungen in den Westen auch auf München und Salzburg.

Ein letzter Hinweis für die Rückreise: Prüfen Sie vor dem Abflug, wann die letzte Fahrt des 601 am Ankunftstag geht. Bei Charterflügen mit Landung am späten Abend ist der Bus regelmäßig schon weg, und die Taxifahrt vom Flughafen in die Linzer Innenstadt kostet ein Vielfaches des Bustickets. Alle Preis- und Fahrplanangaben: Stand August 2026.

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