Müll entsorgen in Linz: ASZ, Sperrmüll und Trennregeln
Vier Altstoffsammelzentren, eine kostenlose Sperrmüllabholung und rund 380 Sammelstellen für Glas: Wo Linz was annimmt, welche Mengen gratis sind - und warum die alte Couch am Gehsteig teuer werden kann.
Die vier Altstoffsammelzentren
Alles, was nicht in eine der Tonnen vor dem Haus passt, landet in Linz in einem der vier Altstoffsammelzentren. Die Adressen und Zeiten laut LINZ AG:
- ASZ Nebingerknoten, Schachermayerstraße 9-11, 4020 Linz - Montag bis Freitag 8 bis 17:30 Uhr, Samstag 8 bis 12:30 Uhr
- ASZ Mostnystraße, Mostnystraße 14, 4040 Linz (Urfahr) - Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 8 bis 17:30 Uhr, Mittwoch nur bis 12 Uhr
- ASZ Wiener Straße, Wiener Straße 375, 4030 Linz (Kleinmünchen) - Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag 8 bis 17:30 Uhr, Donnerstag nur bis 12 Uhr
- ASZ Melissenweg, Melissenweg 36, 4030 Linz (Neue Heimat) - Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag 8 bis 17:30 Uhr, Dienstag nur bis 12 Uhr, Samstag 8 bis 12:30 Uhr
Wichtig ist der jeweils verkürzte Tag: Jedes der drei kleineren Zentren sperrt an einem anderen Wochentag schon um 12 Uhr zu, und nur zwei Standorte haben am Samstag offen - Nebingerknoten und Melissenweg. Wer am Samstagvormittag ausmistet, hat also genau zwei Ziele.
Was gratis ist und was etwas kostet
Für Linzer Haushalte ist der Großteil der Abgaben kostenlos. Gratis angenommen werden unter anderem:
- Akkus, Batterien und Problemstoffe
- Altpapier, Glas und Metalle
- Elektroaltgeräte
- Gartenabfälle bis 2 Kubikmeter
- Hart- und sonstige Kunststoffe
- Speiseöle in Sammelgebinden
- Altholz zur stofflichen Verwertung
- Sperrmüll in Haushaltsmengen
Bezahlt wird für Gartenabfälle über zwei Kubikmeter, für Asbestzement und künstliche Mineralfasern, für Reifen mit und ohne Felgen sowie für Altholz, das thermisch verwertet wird - also etwa lackierte oder verleimte Hölzer.
Zwei Punkte, die regelmäßig zu Diskussionen an der Schranke führen: Wer mit einem Kennzeichen von außerhalb anliefert, muss Meldezettel und Lichtbildausweis vorlegen, um die Linzer Gratis-Konditionen zu bekommen. Und Firmen dürfen nur nach Voranmeldung und gegen Entgelt entsorgen - dasselbe gilt für Bürgerinnen und Bürger anderer Gemeinden.
Sperrmüll: Abholung kostet nichts, Ablagern schon
Die alte Couch muss nicht ins Auto. Die LINZ AG holt Sperrmüll kostenlos ab, angemeldet wird telefonisch unter 0732 3400-6808. Der Betreiber weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Abholtermin immer mit Wartezeit verbunden ist - wer zum Monatsende ausziehen muss, ruft besser Wochen vorher an.
Der Ablauf ist genau geregelt:
- Abgeholt wird am vereinbarten Termin zwischen 6 und 14 Uhr.
- Bereitstellen frühestens am Vortag, spätestens am Abholtag um 6 Uhr.
- Sortiert nach drei Gruppen, weil unterschiedliche Fahrzeuge kommen: Holz (Kästen, Regale, Küchenschränke, Bettgestelle, Tische, Stühle), Metall (Eisenmöbel, Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler, Öfen, Herde, Spülen) und sonstiger Sperrmüll (Polstermöbel, Matratzen, Teppiche, Glasvitrinen, Spiegelschränke).
- Die Zufahrt muss frei sein, der Gehsteig für Passanten gefahrlos passierbar bleiben.
- Von Privatflächen - Vorgärten, Garagen, Innenhöfen - wird nicht abgeholt.
- Akkus und Batterien nimmt die Sperrmüllabfuhr nicht mit, die gehören ins ASZ.
Und der teure Teil: Sperrige Abfälle ohne vereinbarten Abholtermin auf den Gehsteig zu stellen, ist nicht gestattet und strafbar. Illegale Ablagerungen werden zur Anzeige gebracht. Der Anruf kostet nichts, das Abstellen ohne Anruf potenziell dreistellig.
Was in welche Tonne gehört
Rund 75.000 Behälter für Restabfall, Bioabfall, Altpapier sowie Gelbe Tonnen und Gelbe Säcke werden in Linz regelmäßig entleert, dazu kommen rund 380 Altstoffsammelstellen für Glas im Stadtgebiet. Die Systematik:
- Restabfall ist das einzige System, das nach Volumen und Entleerungen verrechnet wird. Der Tarif setzt sich aus einem einmaligen Anschlussentgelt je Behältergröße und dem laufenden Abfuhrentgelt zusammen. Wer Trennung ernst nimmt, senkt genau hier die Kosten.
- Bioabfall: Bereitstellung und Entleerung sind für Privathaushalte kostenlos, und zwar bis maximal einem Drittel des vereinbarten Restabfallvolumens, mindestens aber 120 Liter je Liegenschaft. Im Sommer wird zweimal wöchentlich entleert, von 1. Dezember bis 31. März im 14-Tage-Rhythmus.
- Altpapier sowie Leicht- und Metallverpackungen in Gelber Tonne oder Gelbem Sack sind für Privatkundinnen und Privatkunden kostenlos.
- Glas wird nach Farben getrennt an den Sammelinseln gesammelt.
Wann welche Tonne dran ist, steht im Abfallkalender, den es online und in der App der LINZ AG gibt - inklusive Erinnerungsfunktion, was in Mehrparteienhäusern mit wechselnden Zuständigkeiten hilfreich ist.
Die Gelbe Formel: was sich 2025 geändert hat
Wer noch nach dem alten Schema trennt, macht seit anderthalb Jahren zwei Fehler gleichzeitig. Mit 1. Jänner 2025 wurde die Verpackungssammlung österreichweit vereinheitlicht: Seither gehören alle Leicht- und Metallverpackungen gemeinsam in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack - also Joghurtbecher und Konservendose, Tube und Alutasse, dazu Verbundverpackungen wie Getränkekartons. Die Konservendose muss nicht mehr getrennt gesammelt werden, wie es in Teilen Oberösterreichs zuvor üblich war. Hintergrund sind EU-Vorgaben zu höheren Recyclingquoten, wie die Umweltberatung erläutert.
Ausgenommen sind genau jene Gebinde, für die seit demselben Datum Pfand kassiert wird. Die Merkregel lautet: Leichtverpackungen plus Metallverpackungen minus Pfandverpackungen ergibt den Inhalt der Gelben Tonne. Was ein Pfandlogo trägt, gehört zurück ins Geschäft - nicht in die Sammlung.
Glas bleibt außen vor und wird weiterhin nach Farben getrennt an den Sammelinseln abgegeben, ebenso Altpapier in der eigenen Tonne. Und was weder Verpackung noch Papier noch Glas ist - die kaputte Bratpfanne, das alte Werkzeug -, ist kein Fall für die Gelbe Tonne, sondern für die Metallsammlung im Altstoffsammelzentrum.
Einwegpfand: 25 Cent, unzerdrückt
Seit 1. Jänner 2025 gilt in ganz Österreich das Einwegpfandsystem, und es hat den Inhalt der Gelben Tonne spürbar verändert. Bepfandet sind alle verschlossenen Plastikflaschen und Metalldosen von 0,1 bis 3 Liter, unabhängig vom Getränk. Das Pfand beträgt einheitlich 25 Cent pro Gebinde, egal wie groß die Flasche ist.
Zurückgegeben wird dort, wo solche Gebinde verkauft werden - und zwar nicht zwingend im selben Geschäft, in dem gekauft wurde. Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein: Das österreichische Pfandlogo samt Strichcode muss lesbar sein, und die Verpackung muss leer und unzerdrückt sein. Wer Dosen wie früher flach tritt, verliert die 25 Cent. Ausgenommen von der Rücknahmepflicht sind Getränkeautomaten sowie Gastronomiebetriebe, in denen die Gebinde ohnehin im Haus bleiben.
Problemstoffe, Elektro und Garten
Farben, Lacke, Lösungsmittel, Leuchtstoffröhren, Medikamente, Akkus und Batterien gehören weder in den Restmüll noch in die Gelbe Tonne, sondern ins ASZ - dort ist die Abgabe für Haushalte kostenlos. Dasselbe gilt für Elektroaltgeräte vom Föhn bis zum Kühlschrank.
Bei Gartenabfällen ist die Grenze klar gezogen: bis zu zwei Kubikmeter Gras-, Strauch- und Baumschnitt pro Haushalt kostenlos, darüber kostenpflichtig. Für den durchschnittlichen Heckenschnitt reicht das; wer einen Baum fällt, kalkuliert die Entsorgung besser gleich mit ein.
Wohin der Restmüll tatsächlich geht
Was in Linz in der grauen Tonne landet, verlässt die Stadt nicht. Es wird im Reststoffheizkraftwerk im Energiepark Linz-Mitte in der Nebingerstraße verbrannt - also wenige Kilometer von den meisten Haushalten entfernt. Die Anlage ging 2012 in Betrieb, verarbeitet rund 200.000 Tonnen aufbereitete Reststoffe und zusätzlich etwa 50.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr und kostete rund 110 Millionen Euro.
Aus dem Müll wird dabei Energie: rund 15 Megawatt elektrische Leistung, was Strom für etwa 30.000 Haushalte bedeutet, und rund 45 Megawatt Fernwärmeauskopplung für etwa 20.000 Haushalte. Der Anteil nicht-fossiler Energie an der Linzer Fernwärme stieg dadurch von 17 auf rund 40 Prozent. Die Abgase durchlaufen eine mehrstufige Reinigung.
Das erklärt auch, warum die Trennung nicht nur eine Frage der Gebühren ist: Jede Glasflasche und jede Blechdose, die im Restmüll landet, wandert durch eine Verbrennungsanlage, in der sie nichts verloren hat - während sie über die Sammelstelle zu neuem Material geworden wäre.
Der Fehler, der am meisten kostet
Die teuerste Fehlentscheidung im Linzer Abfallsystem ist nicht die falsche Tonne, sondern der zu große Restmüllbehälter. Weil ausschließlich der Restabfall nach Volumen und Entleerungen verrechnet wird, entscheidet die Behältergröße über die laufenden Kosten - und sie wird in Mehrparteienhäusern oft einmal festgelegt und nie wieder überprüft. Wer konsequent trennt, produziert deutlich weniger Restmüll, als der bestehende Behälter fasst.
Der zweite Fehler ist saisonal: Im Frühjahr und im Herbst füllen Gartenabfälle die Restmülltonne, obwohl bis zu zwei Kubikmeter im ASZ gratis abgegeben werden können und die Biotonne im Sommer zweimal pro Woche geleert wird. Beides zusammen ersetzt die meisten teuren Zusatzentleerungen.
Bevor es in den Müll wandert
Ein Teil dessen, was am Sperrmülltermin landet, ist zu schade dafür. Funktionierende Möbel, Geschirr, Bücher und Kleidung finden über Flohmärkte und Second-Hand-Geschäfte neue Besitzer - beides gibt es in Linz reichlich, von den Linzer Flohmärkten bis zu den Second-Hand-Adressen der Stadt. Der Vorteil ist doppelt: Das Stück bleibt im Umlauf, und die Wartezeit auf einen Abholtermin entfällt.
Die richtige Reihenfolge beim Ausmisten
Wer eine Wohnung räumt, spart mit einer simplen Abfolge mehrere Tage. Zuerst den Sperrmülltermin anmelden, weil die Wartezeit die längste Variable ist. Danach alles aussortieren, was verkauft oder verschenkt werden kann. Dann Problemstoffe, Elektrogeräte und Batterien in einer einzigen Fahrt ins nächste ASZ bringen - mit Blick auf den verkürzten Wochentag des jeweiligen Standorts. Und erst am Schluss den Rest nach Holz, Metall und Sonstigem sortiert an die vereinbarte Stelle stellen, frühestens am Vortag.
Bei Zweifelsfällen - und die gibt es reichlich, von der beschichteten Pfanne bis zum kaputten Akkuschrauber - hilft die Abfallberatung weiter. Zuständig ist LINZ SERVICE, Bereich Abfall, in der Nebingerstraße 4, erreichbar unter 0732 3400-6000 und [email protected]; für Sperrmülltermine gilt weiterhin die eigene Nummer 0732 3400-6808. Die nächstgelegene Glassammelstelle findet man über die Sammelstellensuche der LINZ AG, die auch die Standorte in den einzelnen Stadtteilen anzeigt.
Wer neu nach Linz zieht und noch keine Tonnen zugewiesen hat, klärt das gemeinsam mit der Wohnsitzanmeldung; welche Wege dafür über das Rathaus laufen, steht im Überblick zu den Amtswegen in Linz. Alle Angaben zu Zeiten, Mengen und Gebühren: Stand August 2026.