Museen in Linz: Übersicht mit Preisen und Zeiten
Elf Häuser, ein Jahresticket um 55 Euro und ein Montag, an dem fast alles zu hat: Die Linzer Museen im Überblick - mit Eintritten, Öffnungszeiten und den Tagen, an denen der Besuch nichts kostet.
Ab dem fünften Besuch zahlt die Karte sich selbst
Bevor es um einzelne Häuser geht, die Rechnung, die den größten Unterschied macht. Die Linz-Kulturcard 365 kostet laut Stadt Linz 55 Euro, für Menschen unter 26 und mit Behinderung 35 Euro, als Kulturcard-next für Jugendliche bis 19 Jahre 15 Euro; wer verlängert, zahlt 45 Euro. Gültig ist sie 365 Tage ab Kauf.
Frei drin sind damit: Lentos, Nordico, Ars Electronica Center, Schlossmuseum, Francisco Carolinum, OK Linz, dazu das Anton-Bruckner-Museum in Ansfelden, der Sumerauerhof in St. Florian, das Kubin-Haus Zwickledt, das Marmorschlössl in Bad Ischl und der Turm 9 in Leonding. Bei Eintritten zwischen 6,50 und 14 Euro ist die Karte nach vier bis fünf Besuchen bezahlt - und wer in Linz wohnt, schafft das in einem Jahr fast von allein.
Wer nur ein einziges Mal geht, rechnet anders: Dann entscheidet der Eintrittspreis, und der reicht in Linz von gratis bis 16 Euro. Die folgende Übersicht ist nach Themen sortiert, nicht nach Größe - denn das kleinste Haus der Stadt kostet nichts und ist trotzdem eines der sehenswertesten.
Lentos: die Kunst an der Donaulände
Das Lentos Kunstmuseum an der Ernst-Koref-Promenade 1 ist das bekannteste Haus der Stadt - der Glasquader an der Donau, der nachts leuchtet. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, montags geschlossen.
Die Eintritte laut Lentos: 12 Euro für Erwachsene, 11 Euro ermäßigt für Gruppen ab acht Personen, Seniorinnen und Senioren ab 65 sowie KlimaTicket-Besitzer, 6 Euro für Studierende und Lehrlinge unter 27, 17 Euro für ein Elternteil mit Kindern, 26 Euro für zwei Elternteile mit Kindern. Kinder unter sieben Jahren zahlen nichts, der Audioguide kostet 4 Euro.
Drei Aktionen lohnen die Planung: dienstags ab 15 Uhr freier Eintritt ab 65, am Linz-AG-Sonntag gilt zwei für eins und Kinder unter zwölf zahlen ohnehin nie, und im August kommen bis zu zwei Erwachsene mit Kindern unter 18 kostenlos ins Haus.
Nordico: die Stadt und ihre Geschichte
Das Nordico Stadtmuseum in der Dametzstraße ist das zweite der Museen der Stadt Linz und erzählt Stadtgeschichte, Archäologie und Kunst aus Linzer Perspektive. Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
Die Preise liegen deutlich unter dem Lentos: 8 Euro für Erwachsene, 6 Euro ermäßigt für Gruppen ab acht Personen, ab 65 sowie für Ö1-Club- und OÖN-Card-Inhaber, 3 Euro für Schülerinnen, Studierende bis 27, Lehrlinge, Zivil- und Präsenzdiener sowie Inhaber des Linzer Aktivpasses. Familien zahlen 11 Euro (ein Elternteil) oder 17 Euro (zwei Elternteile), Kinder bis sieben Jahre nichts. Auch hier gilt: dienstags ab 15 Uhr freier Eintritt für Seniorinnen und Senioren.
Schlossmuseum: Oberösterreich auf 10.000 Quadratmetern
Auf dem Schlossberg liegt mit dem Schlossmuseum das Universalmuseum des Landes: Archäologie, Kunst, Handwerk, Technik, Musikinstrumente. Träger ist die OÖ Landes-Kultur GmbH, geöffnet ist Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen - außer der Montag ist ein Feiertag.
Der Eintritt ist der günstigste unter den großen Häusern: 6,50 Euro für Erwachsene, 5 Euro pro Person in Gruppen ab acht, 3 Euro für Kinder und Jugendliche von 6 bis 19 Jahren, Studierende, Lehrlinge sowie Zivil- und Präsenzdiener. Familien zahlen 9 Euro (ein Erwachsener) oder 13 Euro (zwei Erwachsene). Die 2026 eröffnete Dauerausstellung zur Archäologie - von der Jungsteinzeit bis zu den Römern, samt den oberösterreichischen UNESCO-Welterbestätten - ist ohne Eintritt zugänglich.
Francisco Carolinum und OK Linz: die Gegenwart
Zwei weitere Häuser der OÖ Landes-Kultur stehen für zeitgenössische Kunst. Das Francisco Carolinum in der Museumstraße zeigt Wechselausstellungen zwischen klassischer Moderne und digitaler Kunst, das OK Linz am OK Platz 1 versteht sich als Zentrum für Gegenwartskunst mit einer ungewöhnlichen Raumstruktur - von klassischen Klassenzimmern bis zu einem metallenen Ausstellungsraum in luftiger Höhe. Beide sind Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Im OK sitzt außerdem das Kino Moviemento - und die Kinokarte gilt als Ausstellungseintritt, was den Abend halbiert. Wo das im Kinoangebot der Stadt steht, zeigt der Überblick zu den Linzer Kinos. Ein Detail für Familien: An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in allen Häusern der OÖ Landes-Kultur für Personen frei, die auf der OÖ Familienkarte eingetragen sind.
Ars Electronica Center: 14 Euro für 24 Stunden
Das Ars Electronica Center in der Ars-Electronica-Straße 1 in Urfahr ist kein klassisches Museum, sondern ein Haus zum Ausprobieren - mit dem Deep Space 8K als Herzstück, einer Projektionsfläche von 16 mal 9 Metern an Wand und Boden.
Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember, am 1. Jänner und am 1. Mai. Der Eintritt kostet laut Ars Electronica 14 Euro, ermäßigt 12 Euro für Studierende, Lehrlinge unter 26, ab 65, Präsenzdiener, Menschen mit Behinderung und KlimaTicket-Inhaber. Kinder und Jugendliche von 6 bis 19 zahlen 5,50 Euro, unter sechs ist der Eintritt frei, die Jahreskarte kostet 42 Euro. Praktisch: Das Ticket gilt 24 Stunden - man kann also mittags hinein, zum Essen gehen und am Abend wiederkommen. Für den Deep Space empfiehlt sich die Reservierung eines Termins.
StifterHaus: Literatur zum Nulltarif
Am Adalbert-Stifter-Platz 1, in der ehemaligen Wohnung des Dichters, sitzt das StifterHaus mit gleich drei Einrichtungen: dem 1950 gegründeten Adalbert-Stifter-Institut, dem 1993 eingerichteten OÖ Literaturhaus und dem OÖ Literaturmuseum im zweiten Stock. Gezeigt wird in fünf Räumen die oberösterreichische Literaturgeschichte von etwa 800 bis in die Gegenwart, dazu Stifters früheres Arbeitszimmer mit Handschriften und Objekten. Der Eintritt ist kostenfrei.
voestalpine Stahlwelt: derzeit nur mit Werkstour
Das industrielle Gegenstück zu allen Kunsthäusern liegt in der voestalpine-Straße 4. Achtung bei der Planung: Die Stahlwelt wird seit Juli 2024 umgebaut. Laut voestalpine gibt es während des Umbaus keinen frei zugänglichen Ausstellungsbereich - die Werkstouren starten vom Werkstourterminal, und für alle Touren ist eine Anmeldung erforderlich. Angeboten werden sie Montag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ist geschlossen. Erwachsene zahlen 16 Euro, ermäßigt 14 Euro, Schulklassen 4 Euro pro Person; Familienpakete kosten 23 Euro (ein Erwachsener und bis zu drei Kinder) beziehungsweise 37 Euro. Kinder unter sechs Jahren dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mit. Anmeldung unter +43 50304 15-8900. Wie das Werk die Stadt geprägt hat, steht im Beitrag zur Geschichte der voestalpine.
Im Umland, mit derselben Karte
Fünf der elf Häuser, die in der Kulturcard stecken, liegen außerhalb der Stadt - und mindestens eines davon lohnt den Ausflug für jeden, der schon einmal im Brucknerhaus war.
Das Anton-Bruckner-Museum in der Augustinerstraße 3 in Ansfelden, rund zehn Autominuten südlich von Linz, ist das Geburtshaus des Komponisten. Gezeigt werden persönliche Gegenstände, Instrumente und Handschriften, dazu gibt es einen interaktiven Hörraum mit einem der umfangreichsten Bruckner-Klangarchive. Geöffnet ist saisonal von 4. April bis 31. Oktober, jeweils Samstag, Sonntag und feiertags von 11 bis 16 Uhr, sonst nach Vereinbarung. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro; Führungen für Gruppen bis 20 Personen schlagen mit 60 Euro plus Eintritt zu Buche. Wer sich für die Person hinter der Musik interessiert, findet den Zusammenhang im Porträt zu Anton Bruckner und Linz.
Dazu kommen der Sumerauerhof in St. Florian als Beispiel bäuerlicher Wohnkultur, der Turm 9 als Stadtmuseum in Leonding, das Kubin-Haus in Zwickledt an der Inn-Grenze und das Marmorschlössl in Bad Ischl - Letzteres ohne den Eintritt in den Park der Kaiservilla. Alle vier sind mit der Kulturcard ohne Zusatzkosten zugänglich, was aus dem Jahresticket faktisch ein Ausflugsprogramm für ganz Oberösterreich macht.
Welches Haus an welchem Tag
Aus den Öffnungszeiten ergeben sich ein paar Regeln, die jeden Museumstag in Linz retten oder ruinieren.
Montag ist der schlechteste Tag. Lentos, Nordico, Schlossmuseum, Francisco Carolinum, OK und das Ars Electronica Center haben geschlossen. Wer montags in Linz ist, geht in die Werkstour der voestalpine oder plant den Tag anders - Ideen dafür stehen im Beitrag zu Linz bei Regen.
Donnerstag ist der längste Tag, zumindest im Lentos mit Öffnung bis 20 Uhr - die beste Gelegenheit für einen Besuch nach der Arbeit.
Mit Kindern führt der Weg ins Ars Electronica Center, weil dort angegriffen und ausprobiert werden darf, und ins Schlossmuseum, wo der Eintritt für Kinder bei 3 Euro liegt. Weitere Ziele für Familien sammelt der Überblick zu Linz mit Kindern.
Für einen einzigen Tag in Linz ist die Kombination Lentos und Ars Electronica Center die naheliegendste: Beide liegen an der Donau, nur durch die Nibelungenbrücke getrennt, und decken zusammen das ab, wofür die Stadt kulturell steht - klassische Moderne auf der einen, digitale Kunst auf der anderen Seite. Wer statt Sammlungen lieber aktuelle Positionen sucht, findet sie in den Linzer Galerien oder gleich unter freiem Himmel beim Mural Harbor im Hafen.
Anreise: Fast alle Häuser liegen im Umkreis von zehn Gehminuten um den Hauptplatz. Zum Lentos fahren die Straßenbahnlinien 1 bis 3 bis Hauptplatz, von dort sind es zwei bis drei Minuten zu Fuß, der Bus 26 hält beim Brucknerhaus, fünf Minuten entfernt. Wer mit dem Auto kommt, parkt in der Museumsgarage unter dem Lentos - ab 1,50 Euro je 30 Minuten, mit einem Tagesmaximum von 30 Euro. Günstiger fährt, wer die Tarife und Zonen im Überblick zum Parken in Linz vergleicht.
Alle Preis- und Zeitangaben: Stand August 2026. Bei Sonderausstellungen und an Feiertagen können abweichende Zeiten gelten.