Taxi in Linz: Tarife, Standplätze und Sammeltaxi
6,90 Euro Grundgebühr am Standplatz, 7,60 Euro wenn das Taxi kommt - und ab der Stadtgrenze gilt gar kein Tarif mehr. Was Fahrten in Linz kosten, wo die Standplätze sind und wann das Anruf-Sammeltaxi die deutlich günstigere Wahl ist.
Was eine Taxifahrt in Linz kostet
Innerhalb des Linzer Stadtgebiets rechnet jedes Taxi nach demselben behördlich festgelegten Tarif ab - egal, ob es am Hauptbahnhof am Standplatz steht oder per App kommt. Der Preis setzt sich aus drei Teilen zusammen: Grundgebühr, gefahrene Strecke und Wartezeit. Die aktuell gültigen Werte veröffentlichen die Linzer Funkzentralen wortgleich, etwa Taxi 6969 und Taxi 2244.
Werktags zwischen 6 und 21 Uhr gilt der Tagtarif:
- 6,90 Euro Grundgebühr, wenn Sie am Standplatz einsteigen oder ein Taxi auf der Straße anhalten
- 7,60 Euro Grundgebühr, wenn Sie das Taxi telefonisch oder per App herbeirufen
- die ersten 800 Meter sind in der Grundgebühr enthalten
- danach bis 5.000 Meter: 0,20 Euro je begonnene 105 Meter, das sind 1,90 Euro pro Kilometer
- ab 5.001 Meter: 0,20 Euro je begonnene 124 Meter, also 1,61 Euro pro Kilometer
- Wartezeit: die ersten drei Minuten inklusive, danach 35 Euro pro Stunde
Von 21 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ganztägig läuft der Nachttarif. Die Grundgebühr steigt auf 7,70 Euro am Standplatz und 8,40 Euro bei Bestellung, der Taxameter zählt schneller: 0,20 Euro je 96 Meter bis fünf Kilometer (2,08 Euro pro Kilometer), danach je 112 Meter (1,79 Euro pro Kilometer). Die Wartezeit kostet 38,50 Euro pro Stunde.
Drei Rechenbeispiele
Aus diesen Werten lässt sich der Fahrpreis vorab ziemlich genau abschätzen. Rund drei Kilometer am Nachmittag, eingestiegen am Standplatz: 6,90 Euro Grundgebühr plus 2.200 Meter Strecke, das sind 21 angefangene Einheiten zu je 0,20 Euro - macht 11,10 Euro. Dieselben drei Kilometer nachts und mit Bestellung per Telefon: 8,40 Euro plus 23 Einheiten, also 13 Euro.
Sechs Kilometer nach Mitternacht, etwa vom Hauptplatz hinaus zur Johannes Kepler Universität, mit herbeigerufenem Taxi: 8,40 Euro Grundgebühr, dann 4.200 Meter im teureren Nahbereich (44 Einheiten, 8,80 Euro) und der letzte Kilometer im günstigeren Tarif (9 Einheiten, 1,80 Euro) - zusammen 19 Euro.
Zehn Kilometer quer durch die Stadt bei Tag ab Standplatz, also etwa von Urfahr bis nach Pichling: 6,90 plus 8,00 plus 8,20 Euro, in Summe 23,10 Euro. Was diese Kalkulation nicht abbildet, ist der Verkehr: Jede Minute Stillstand über die drei Freiminuten hinaus schlägt mit knapp 60 Cent zu Buche. Wer im Feierabendverkehr über die Nibelungenbrücke muss, kalkuliert besser ein paar Euro Puffer ein.
Bestellen: Funkzentrale, App oder Standplatz
Die beiden großen Funkzentralen der Stadt sind seit Jahrzehnten dieselben. Taxi 6969 sitzt in der Bahrgasse 2 und nimmt Bestellungen rund um die Uhr unter +43 732 6969 entgegen; das Büro ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag bis 13 Uhr besetzt. Taxi 2244 in der Museumstraße 34 ist unter +43 732 2244 erreichbar und wirbt mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb an 365 Tagen, dazu mit Rollstuhl- und Seniorentaxis. Beide Zentralen betreiben eigene Apps.
Dazu kommen die internationalen Vermittler. Uber ist seit 7. Februar 2024 wieder in Linz aktiv, nachdem ein erster Anlauf 2019 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt worden war. Der Dienst vermittelt heute laut ORF Oberösterreich ausschließlich an konzessionierte Taxiunternehmen aus der Region - alle Fahrerinnen und Fahrer brauchen einen Taxischein. Bolt kam am 5. August 2026 dazu und machte Linz laut Tips zum ersten oberösterreichischen Standort der Plattform. Auch hier holen reguläre Taxis der Partnerunternehmen ab, nicht eigene Bolt-Fahrzeuge.
Der praktische Unterschied liegt weniger im Preis als in der Anzeige: Die Apps nennen vor Fahrtantritt eine Preisschätzung und rechnen bargeldlos ab. Ob eine App-Fahrt am Ende billiger ist als der Anruf bei der Funkzentrale, ließ Bolt auf Nachfrage von Tips offen - es hänge von Stadt, Nachfrage und Tarif ab. Innerhalb von Linz bleibt der behördliche Tarif die Obergrenze, viel Spielraum nach unten gibt es also nicht.
Über 40 Standplätze - und ein paar nur nachts
Wer nicht bestellen will, spart 70 Cent Grundgebühr und geht zum nächsten Standplatz. Das Netz reicht weit über die Innenstadt hinaus: Taxi 6969 listet Standorte von Dornach und Gründberg im Norden über Hauptplatz, Promenade und Schillerplatz in der Mitte bis Auwiesen, Solar City und Ennsfeld im Süden. Zuverlässig besetzt sind vor allem die klassischen Punkte: Hauptbahnhof beim Haupteingang, Hauptplatz 11 vor der Oberbank, Promenade 16 beim Traxlmayr, Blumauerplatz, Schillerplatz an der Landstraße und Hinsenkampplatz in Urfahr.
Interessant sind die zeitlich begrenzten Standplätze, weil sie genau dort stehen, wo nachts der Bedarf entsteht. In der Dametzstraße 12, in der Bethlehemstraße 3 und an der Oberen Donaulände 11 gibt es Taxistände nur von 20 Uhr bis in den frühen Morgen, an der Unteren Donaulände bis 6:30 Uhr. Beim Musikpark A1 stehen die Wagen von 20 bis 6 Uhr, beim Landestheater von 15. September bis 30. Juni jeweils zwischen 18:30 und 23 Uhr, also passend zum Vorstellungsende. Auch vor den großen Spitälern - AKH, Diakonissen, Elisabethinen, Unfallkrankenhaus - ist jeweils ein eigener Platz eingerichtet.
Ab der Stadtgrenze gilt kein Tarif mehr
Der wichtigste Satz im Kleingedruckten: Bei Fahrten über die Stadt- und damit Tarifgrenze hinaus ist der Fahrpreis für die gesamte Strecke frei zu vereinbaren. Das betrifft mehr Ziele, als man denkt - der Flughafen in Hörsching, Leonding, Traun, Pasching oder Ansfelden liegen alle außerhalb. Für solche Fahrten gilt: Preis vor dem Einsteigen ausmachen, am besten telefonisch bei der Bestellung, und sich den vereinbarten Betrag bestätigen lassen. Wer erst am Ziel fragt, verhandelt in der schlechteren Position.
Beim Flughafen lohnt der Vergleich mit dem Bus 601, der vom Busterminal beim Hauptbahnhof in rund 22 Minuten direkt vors Terminal fährt und 4,40 Euro kostet. Nur bei einer Landung am späten Abend, wenn der 601 nicht mehr fährt, führt praktisch kein Weg am Taxi vorbei - dann aber unbedingt mit Fixpreis.
Das Anruf-Sammeltaxi: ab 2,80 Euro statt 13
Die günstigste Taxivariante in Linz heißt gar nicht Taxi, sondern AST. Das Anruf-Sammeltaxi der LINZ AG LINIEN gibt es seit den späten 1980er-Jahren; betrieben wird es gemeinsam mit der CC Taxicenter GmbH. Statt einer Einzelfahrt organisiert die Zentrale Fahrgemeinschaften - Sie zahlen einen fixen Betrag pro Person, teilen sich das Auto aber möglicherweise mit anderen Fahrgästen.
Das Tages-AST fährt täglich von 5:30 bis 19:30 Uhr im Halbstundentakt und bedient vier Gebiete, die vom Linienverkehr schlecht erschlossen sind: Karlhof, Ebelsberg, Traunau und Gründberg. Erwachsene zahlen 2,80 Euro pro Fahrt, Kinder unter 15 Jahren 1,70 Euro (Preise seit 1. Jänner 2026).
Das Nacht-AST übernimmt von 20 bis 5 Uhr, jeweils zur halben und vollen Stunde, und fährt deutlich weiter: neben Linz auch nach Ansfelden, Leonding, Pasching, Traun, Hörsching, Oftering, Kirchberg-Thening, Lichtenberg, Gramastetten, Walding, St. Georgen an der Gusen und Puchenau. Innerhalb von Linz kostet eine Nachtfahrt je nach Bedienungsgebiet 5,20 bis 10,10 Euro, in die Nachbargemeinden 8,60 bis 19,60 Euro. Für Kinder, Jugendliche und Studierendenkarten gibt es Ermäßigungen.
Bestellt wird unter 0732 66 12 66 oder über die AST-App, und zwar spätestens 15 Minuten vor der gewünschten Abfahrtszeit. Die App zeigt den Fahrpreis schon vor der Bestellung an. Für den Heimweg nach einem Abend in der Linzer Clubszene ist das AST damit oft die Hälfte oder ein Drittel dessen, was ein reguläres Taxi verlangen würde - vorausgesetzt, man plant die Abfahrtszeit mit ein paar Minuten Vorlauf.
Fahrdienst statt Taxi: Wer nicht selbst einsteigen kann
Für Menschen, die wegen einer Behinderung weder Bus noch Straßenbahn nutzen können, gibt es einen eigenen Weg. Der Fahrdienst des Samariterbundes Linz fährt Freizeitwege - Verwandtenbesuche, Friedhof, Einkaufszentrum, Kulturveranstaltung - mit rollstuhlgerechten Fahrzeugen und zwei Mitarbeitenden pro Auto, die auch über Stiegen helfen. Bestellt wird täglich zwischen 8 und 16 Uhr unter 0732 2127, bis zu drei Tage im Voraus. Innerhalb der Wohngemeinde kostet eine Fahrt 12 Euro, in den Nachbarort 19,50 Euro, innerhalb Oberösterreichs 1,30 Euro pro Kilometer bei mindestens 18 Euro. Bedient werden Linz und das Umland von Ansfelden über Asten und Pasching bis Traun und Leonding.
Ihre Rechte im Taxi
Was im Auto gilt, regelt die oberösterreichische Taxi-Betriebsordnung - eine Verordnung des Landeshauptmanns, die jede Lenkerin und jeder Lenker bei jeder Fahrt mitführen und auf Verlangen vorzeigen muss. Die für Fahrgäste wichtigsten Punkte:
- Beförderungspflicht innerhalb der Standortgemeinde (§ 17). Abgelehnt werden darf nur aus sachlichem Grund, etwa bei Sicherheitsbedenken oder gegenüber Betrunkenen und Randalierenden.
- Kürzester Weg (§ 18). Gefahren wird die kürzestmögliche Strecke, sofern Sie nichts anderes bestimmen. Ist ein anderer Weg wegen der Verkehrslage billiger oder schneller, muss der Lenker Sie darauf hinweisen.
- Auskunft vorab (§ 18). Auf Verlangen sind Fahrstrecke, voraussichtliche Dauer, voraussichtlicher Fahrpreis und der Tarif zu nennen. Außerhalb des Tarifgebiets muss der Preis sogar unaufgefordert vor der Abfahrt bekanntgegeben werden.
- Taxameter (§ 19). Er läuft während der Fahrt ununterbrochen, muss jederzeit ablesbar und bei Dunkelheit beleuchtet sein. Ein anderer als der angezeigte Preis darf nicht verlangt werden.
- Freie Wagenwahl (§ 23). Am Standplatz dürfen Sie sich ein beliebiges Fahrzeug aus der Reihe aussuchen, nicht zwingend das vorderste.
- Assistenzhunde (§ 26). Für sie besteht Beförderungspflicht, und zwar ohne Maulkorb- und Leinenpflicht. Andere Tiere dürfen nur im Transportbehälter auf einen Sitzplatz.
Umgekehrt gibt es auch Pflichten: Essen und Trinken sind während der Fahrt nicht gestattet (§ 24), geraucht werden darf im Taxi ohnehin nicht (§ 4). Bleibt etwas liegen, hilft ein Anruf bei der Funkzentrale - der Lenker muss nach jeder Fahrt eine zumutbare Sichtkontrolle machen und zurückgebliebene Gegenstände unverzüglich bei der Fundbehörde abgeben (§ 14). Nebenbei erklärt die Verordnung auch, warum Linzer Taxis nicht durch die Straßen kreisen wie in New York: Umherfahren, um Fahrgäste zu gewinnen, und aktives Anwerben sind verboten (§ 22). Wer unterwegs winkt, hat Glück, wenn gerade ein Wagen auf dem Weg zum Standplatz vorbeikommt.
Wann sich was rechnet
Drei Faustregeln aus den Zahlen oben. Erstens: Unter drei Kilometern ist das Taxi in Linz erstaunlich billig, weil die Grundgebühr den größten Anteil ausmacht - eine kurze Nachtfahrt kostet oft weniger als das Parkticket, das man sich damit erspart. Zweitens: Ab etwa fünf Kilometern nachts wird es spürbar teurer, und genau hier spielt das Nacht-AST seinen Vorteil aus. Drittens: Alles, was über die Stadtgrenze führt, ist Verhandlungssache - dort entscheidet nicht der Taxameter, sondern das Gespräch vor der Abfahrt.
Wer regelmäßig unterwegs ist, kombiniert ohnehin: Straßenbahn und Bus bis zum letzten Kurs, danach das AST, und nur wenn beides nicht passt, das reguläre Taxi. Welche Nachtlinien wie lange fahren, steht im Überblick zu den Linz Linien. Alle Preis- und Tarifangaben: Stand August 2026.