LASK Linzer Athletik Sport-Klub: Portrait des Traditionsvereins
61 Jahre nach dem ersten Double ist der LASK 2026 wieder österreichischer Meister. Wie aus dem vorletzten Tabellenplatz im Oktober ein Titel wurde, was die sieben Jahre Exil in Pasching bedeuteten und warum die Raiffeisen Arena genau 19.080 Plätze hat.
Der LASK: Linz' traditionsreichster Fußball-Verein
61 Jahre lagen zwischen den beiden Meistertiteln: 1965 gewann der LASK als erster Club außerhalb Wiens die österreichische Meisterschaft, 2026 gelang das Double zum zweiten Mal - entschieden am 17. Mai mit einem 3:0 bei der Wiener Austria in der letzten Runde, im Fernduell mit Sturm Graz. Bemerkenswert ist der Weg dorthin: Als Didi Kühbauer im Oktober auf die Trainerbank zurückkehrte, stand die Mannschaft auf dem vorletzten Platz. Es ist der erste LASK-Titel in der 1974 gegründeten Bundesliga. Der älteste Linzer Fußballverein spielt seit Februar 2023 wieder in der Stadt, in der neuen Raiffeisen Arena auf der Gugl.
Gründung und frühe Jahre
Der LASK hat eine längere Vorgeschichte mit verschiedenen Namen und Fusionen. Die offizielle Namensgebung „Linzer Athletik Sport-Klub" (LASK) erfolgte bei einer außerordentlichen Generalversammlung am 14. September 1919. Die Vereinsgeschichte geht noch weiter zurück - der LASK gilt als einer der ältesten österreichischen Fußball-Vereine. In den 1920er und 1930er Jahren etablierte sich der Verein in der österreichischen Liga, spielte aber im Schatten der Wiener Großvereine. In der Nachkriegszeit stieg der LASK in die obere österreichische Liga auf und entwickelte sich zum wichtigsten nicht-Wiener Fußball-Verein.
Die Meisterschaft 1965: Der historische Durchbruch
Der wichtigste Meilenstein der LASK-Geschichte: die österreichische Meisterschaft 1965. Bis 1964 kamen alle österreichischen Fußball-Meister aus Wien - Rapid, Austria, Vienna, Admira, Wacker dominierten über Jahrzehnte. Im Juli 1965 durchbrach der LASK als erster Nicht-Wiener Verein diese Dominanz. Die Meisterschafts-Entscheidung erfolgte in einem dramatischen Endspurt - das schlechte Wetter hatte den Saison-Höhepunkt in den Hochsommer verzögert. LASK und Rapid Wien lagen Punktgleich. Die österreichische Fußball-Föderation ließ deutsche Schiedsrichter einfliegen, um Neutralität zu garantieren. Als Rapid in Graz 1:0 verlor, gewann der LASK bei First Vienna 2:0 und überholte den Rekord-Meister. Mehr zur Sport-Legende Helmut Köglberger, dem LASK-Spieler des Jahrhunderts, im Sportler-Legenden-Artikel.
Das ÖFB-Cup-Double 1965
Im gleichen Jahr 1965 gewann der LASK nicht nur die Meisterschaft, sondern auch den ÖFB-Cup - ein historisches Double. In der österreichischen Fußball-Geschichte ist diese Kombination außerordentlich - vor allem für einen nicht-Wiener Verein. Das Double 1965 markiert den Höhepunkt der LASK-Geschichte und wird bis heute in den Vereinsfarben gefeiert. Für die Linzer Sport-Identität ist 1965 ein Schicksalsjahr - nicht nur sportlich, sondern auch symbolisch als Bestätigung der Linzer Eigenständigkeit gegen die Wiener Dominanz.
Die Jahrzehnte nach 1965: Höhen und Tiefen
Die Jahre nach 1965 waren für den LASK von Höhen und Tiefen geprägt. Der Verein hielt sich überwiegend in der obersten österreichischen Liga, war aber nicht mehr dominant. Europapokal-Auftritte in verschiedenen Spielzeiten. Finanzielle Probleme mehrfach - der LASK rettete sich wiederholt durch Investoren und Fans. In den 2000ern kam der Verein in wirtschaftliche Schwierigkeiten, stieg in die Zweite Liga ab. In den 2010er und 2020er Jahren erfolgte der Wiederaufstieg - heute ist der LASK wieder in der Bundesliga mit regelmäßigen europäischen Startplätzen. Der Verein ist beispielhaft für den Wiederaufstieg eines Traditionsvereins - mehrfach totgesagt, mehrfach zurückgekehrt.
Das Pasching-Exil: 2016-2023
Eine schwierige Episode: der LASK musste 2016 aus Linz nach Pasching ausweichen. Nach Meinungsverschiedenheiten mit der Linzer Stadtverwaltung über das Linzer Stadion Gugl wurde der LASK im benachbarten Pasching untergebracht - auf der Waldstadion-Anlage. Die Pasching-Jahre waren von fortgesetzten Stadion-Diskussionen geprägt. 7 Jahre spielte der LASK in Pasching - ein Exil für einen Verein, der traditionell in der Landeshauptstadt verankert war. Die Fans fuhren die 10-15 Kilometer nach Pasching, um Heimspiele zu sehen - eine ungewöhnliche Situation. Die Diskussionen über eine Rückkehr nach Linz liefen parallel.
Die Raiffeisen Arena seit 2023
Am 24. Februar 2023 eröffnete der LASK offiziell das neue Raiffeisen Arena in Linz - mit einem Heimsieg gegen Austria Lustenau. Das Stadion fasst national 19.080 und international 17.117 Zuschauerinnen und Zuschauer - die Zahl 19.080 ist kein Zufall, sondern eine Verbeugung vor dem Gründungsjahr 1908. Damit ist es eines der größten österreichischen Fußballstadien außerhalb Wiens. Die Arena liegt im Linzer Osten am alten Linzer Stadion Gugl - der traditionellen LASK-Heimstätte. Mit der neuen Arena kehrte der LASK nach 7 Jahren Pasching-Exil in die Stadt zurück. Die Raiffeisen Arena ist ein modernes Fußballstadion mit reiner Fußball-Architektur (keine Leichtathletik-Bahnen) - optimiert für die Fan-Atmosphäre und die Spieler-Sicht. Für die Linzer Fußball-Geschichte markiert die Rückkehr einen neuen Höhepunkt.
Die internationale Präsenz: Ajax-Partnerschaft
Im April 2026 vereinbarte der LASK eine strategische Partnerschaft mit Ajax Amsterdam. Im Zentrum steht der Wissensaustausch bei Spielerentwicklung, Trainerarbeit und Scouting; Trainer und Nachwuchsspieler beider Klubs arbeiten zusammen. Als einer der ersten Schritte spielten zwei LASK-Spieler beim Olympia Future Cup in Amsterdam im Team Future United. Ajax ist einer der renommiertesten europäischen Fußballvereine mit weltweiter Ausbildungs-Tradition - die Partnerschaft hebt den LASK in eine neue Liga der Professionalisierung. Für die Linzer Fußball-Geschichte ist die Ajax-Verbindung ein wichtiger Schritt in Richtung internationaler Öffnung. Mehr auf lask.at.
Das Fan-Leben: Der „Schwarzen Fans"
Die LASK-Fan-Basis - die „Schwarzen Fans" nach den Vereinsfarben - ist eine der aktivsten österreichischen Fußball-Fan-Kulturen. Organisierte Fanclubs, eigene Gesänge, Choreographien bei Heimspielen, lange Auswärtsfahrten. Die Fan-Basis ist traditionell in den Linzer Stadtteilen verankert, mit Kernen in den Arbeiter-Vierteln Bindermichl-Keferfeld und Kleinmünchen-Auwiesen. Das Pasching-Exil hat die Fan-Identität nicht geschwächt, sondern eher verstärkt - die Rückkehr nach Linz 2023 wurde als Sieg der Fan-Basis gefeiert. Für die Linzer Sport-Kultur ist der LASK die prägendste Vereins-Identifikation - mehr als Blau-Weiß Linz oder die Black Wings.
Was Sie über den LASK wissen sollten
Ticketkauf für LASK-Spiele
Tickets für LASK-Heimspiele über die Vereinswebsite lask.at. Preise: Stehplätze ab 15-20 Euro, Standard-Sitzplätze 25-50 Euro, Premium-Plätze 60-130 Euro. Bei Top-Spielen (Rapid Wien, Sturm Graz, Red Bull Salzburg, Blau-Weiß-Linz-Derby, Europapokal) oft schnell ausverkauft - Voranmeldung empfohlen. Saison-Dauerkarten für Bundesliga-Heimspiele sind für Stammfans die günstigere Option. Die Raiffeisen Arena bietet mit 19.080 Plätzen deutlich mehr Kapazität als das Blau-Weiß-Stadion (5.595) - Tickets sind in der Regel leichter verfügbar.
Anreise zur Raiffeisen Arena
Die Raiffeisen Arena liegt im Osten von Linz auf dem Gugl-Areal. Anreise: mit dem Auto über die Linzer Ring-Straßen, Parkmöglichkeiten am Stadion und in umliegenden Parkhäusern. Mit Öffis: Linie 2 bis Wambachergasse, dann 10 Minuten Fußweg. Bei Heimspielen Sonder-Bus-Verbindungen organisiert. Die Arena-Atmosphäre beginnt typischerweise 90 Minuten vor Spielbeginn - mit Fan-Gastronomie und Vorspielen der Reserven. Für Auswärtige: vom Linzer Hauptbahnhof per Straßenbahn in 15 Minuten zur Arena.
LASK-Derby gegen Blau-Weiß Linz
Das Linzer Fußball-Derby LASK gegen Blau-Weiß ist seit 2023 wieder regelmäßiger Bundesliga-Bestandteil. Die Derbys werden in beiden Arenen jeweils einmal pro Saison ausgetragen - im Hofmann Personal Stadion (Blau-Weiß) und in der Raiffeisen Arena (LASK). Tickets sind bei Derbys wochenlang vor dem Spiel ausverkauft - die Linzer Fan-Gemeinschaft ist gespalten, das Derby mobilisiert beide Fan-Basen maximal. Mehr in unserem Blau-Weiß-Linz-Artikel mit Details zur Vergleichs-Struktur.
LASK und die Linzer Sport-Identität
Der LASK ist mehr als ein Fußball-Verein - er ist Teil der Linzer Stadt-Identität. Die Meisterschaft 1965 gilt als Symbol für die Linzer Emanzipation von der Wiener Dominanz. Die Fan-Kultur prägt die Stadt bei Heimspielen. Die Raiffeisen-Arena-Eröffnung 2023 war ein stadt-politisches Großereignis. Für Linzer:innen ist der LASK Teil der lokalen Selbstwahrnehmung - unabhängig von sportlichem Erfolg der aktuellen Saison. Mehr in unseren Sportler-Legenden-Artikel (mit Helmut Köglberger als LASK-Jahrhundertspieler) und Geschichts-Überblick.