FC Blau-Weiß Linz: Aufstieg, Derby und Abstieg
Der FC Blau-Weiß Linz wurde am 2. Juli 1997 als Fusion von FC Linz und SV Austria Tabak Linz gegründet, stieg 2023 in die Bundesliga auf und nach drei Jahren im Mai 2026 wieder ab. Die Geschichte einer Fusion, eines Stadions auf einem Möbelhausdach und eines Derbys, das gerade erst zurückgekommen war.
FC Blau-Weiß Linz: Linz' zweiter Bundesligaverein
Seit 2023 hat Linz wieder zwei Bundesliga-Vereine - zum ersten Mal seit Jahrzehnten. Der FC Blau-Weiß Linz entstand am 2. Juli 1997 aus der Fusion von FC Linz und SV Austria Tabak, schaffte 2023 den Aufstieg und spielt im Hofmann Personal Stadion im Donaupark, das am 5. Juli 2023 eröffnet wurde - gebaut auf dem Dach eines Möbellagers. Nach drei Saisonen im Oberhaus ging es im Mai 2026 wieder hinunter.
Gründung am 2. Juli 1997: Fusion zweier Vorgänger
Der FC Blau-Weiß Linz entstand am 2. Juli 1997 durch die Fusion zweier Vorgänger-Vereine. Hermann Schellmann, Wilhelm Rebernik und Willibald Katschthaler waren die Hauptakteure der Gründung. Die beiden Vorgänger:
- FC Linz - einer der älteren Linzer Fußball-Vereine
- SV Austria Tabak Linz - Werksverein der Tabakfabrik Linz, die bis 2009 bestand (mehr in unserem Alte-Linzer-Berufe-Artikel)
Die Fusion zielte darauf ab, die Ressourcen beider Vereine zu bündeln und eine wirtschaftlich tragfähige Struktur zu schaffen. Die Vereinsfarben blau und weiß entstammen der SV-Austria-Tabak-Tradition.
Die Jahre im Unterhaus und der Aufstieg
Nach der Gründung 1997 spielte Blau-Weiß Linz überwiegend in den österreichischen unteren Ligen - Zweite Liga, Dritte Liga, Regionalliga. Die Vereinsgeschichte der 2000er und 2010er Jahre war geprägt von finanziellen Schwierigkeiten, Trainerwechseln und sportlicher Instabilität. In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre begann die Konsolidierung mit neuen Investoren und einer professionellen Vereinsstruktur. 2022/23 gewann Blau-Weiß Linz die Zweite Liga (2. Bundesliga) und stieg damit in die oberste österreichische Liga auf. Von der Saison 2023/24 an spielte der FC Blau-Weiß Linz in der österreichischen Bundesliga - und schaffte es 2024/25 sogar ins obere Playoff.
Ein Jahr später war der Aufenthalt vorbei. Nach einer schwachen Saison 2025/26 rettete sich der Klub über eine starke Heimserie im unteren Playoff ins Finale um den Klassenerhalt, verlor dieses aber am 17. Mai 2026 zu Hause 0:3 gegen den Grazer AK und stieg in die 2. Liga ab. Trainer Michael Köllner sprach von einem „Riesen-Kraftakt", überhaupt in diese Situation gekommen zu sein; Geschäftsführer Christoph Peschek kündigte laut laola1 an, der Verein werde „nicht ins Bodenlose fallen", und gab den sofortigen Wiederaufstieg als Ziel aus.
Das Hofmann Personal Stadion: Stadion auf Möbelhaus
Die wichtigste Vereinsstützung der letzten Jahre: das neu gebaute Hofmann Personal Stadion (auch Donauparkstadion genannt). Eröffnungsfeier am 5. Juli 2023, erstes Pflichtspiel am 15. Juli 2023 gegen PSV Eindhoven. Das Stadion fasst 5.595 Zuschauerinnen und Zuschauer und erfüllt damit die UEFA-Kategorie 3. Die Pläne für den Doppelbau aus Stadion und Möbelhaus legte das Linzer Architekturbüro Kneidinger im Dezember 2019 vor, der Spatenstich folgte am 16. September 2021. Das Stadion liegt im Bezirk Kaplanhof am nordöstlichen Ende des Donauparks und steht auf dem Dach eines XXXLutz-Möbellagers - laut Tips verbraucht es dadurch keine zusätzliche Fläche. Rund 20 Monate dauerte der Bau, verbaut wurden etwa 3.800 Tonnen Bewehrungsstahl und 6.200 Quadratmeter Fassadenfläche; 2.812 der 5.595 Plätze sind Sitzplätze. Erreichbar ist die Anlage mit den Straßenbahnlinien 1 und 2 sowie den Buslinien 12, 25, 27, 70 und 72. Bauliche Besonderheit: das Stadion wurde auf dem Dach eines Möbelhauses (XXXLutz) errichtet - das Spielfeld befindet sich rund 15 Meter über dem Erdboden. Diese ungewöhnliche Konstruktion ist in der österreichischen Stadion-Landschaft einzigartig und hat international Beachtung gefunden. Das Stadion ersetzt das frühere Donauparkstadion am selben Standort.
Die Bundesliga-Konkurrenz: LASK-Derby
Seit 2023 gibt es in Linz wieder das Linzer Fußball-Derby - Blau-Weiß vs. LASK. Das Derby ist für die Linzer Fan-Kultur ein zentrales Ereignis. Die beiden Linzer Vereine haben unterschiedliche Fan-Basen: LASK als traditioneller Hauptverein mit eigener Meisterschafts-Geschichte (1965), Blau-Weiß als neueres Werksverein-Erbe mit Community-orientierter Identität. Die Derbys füllten sowohl die Raiffeisen Arena auf der Linzer Gugl (19.080 Plätze) als auch das Hofmann Personal Stadion. Mit dem Abstieg 2026 ist das Derby vorerst wieder aus dem Spielplan verschwunden. Für die Linzer Fußball-Geschichte ist die Rückkehr des Derbys nach Jahrzehnten ein Kultur-Ereignis. Mehr in unserem LASK-Portrait-Artikel.
Die Vereinsstruktur heute
Der FC Blau-Weiß Linz hat heute eine professionelle Vereinsstruktur mit Profi-Kader, Nachwuchs-Akademie, Frauen-Fußball-Sektion. Das Management umfasst einen Vorstand, einen Geschäftsführer und sportliche Leitung. Trikotsponsoring hat sich mit dem Bundesliga-Aufstieg professionalisiert. Die Fan-Basis wächst - vor allem unter jüngeren Linzer:innen, die Blau-Weiß als „ihren" modernen Verein wahrnehmen im Gegensatz zum traditionellen LASK. Die Vereinsbüros und das Trainingsgelände liegen im Donaupark-Bereich. Mehr auf blauweiss-linz.at.
Was Sie über Blau-Weiß Linz wissen sollten
Ticketkauf für Blau-Weiß-Spiele
Tickets für Blau-Weiß-Heimspiele über die Vereins-Website blauweiss-linz.at. Preise: Stehplätze ab 10-15 Euro, Standard-Sitzplätze 20-35 Euro, Business-Tarife 50-80 Euro. Bei LASK-Derbys und Top-Spielen (Rapid Wien, Sturm Graz, Austria Wien, Red Bull Salzburg) oft schnell ausverkauft - rechtzeitige Reservierung empfohlen. Saison-Dauerkarten für Bundesliga-Heimspiele (15-17 Heimspiele pro Saison) sind für Stammfans die günstigere Option. Für Linz-Besucher:innen mit Fußball-Interesse ist Blau-Weiß eine der leicht zugänglichen Bundesliga-Adressen Österreichs.
Anreise zum Hofmann Personal Stadion
Das Hofmann Personal Stadion liegt im Donaupark-Bereich in Linz-Nord. Anreise: mit dem Auto über die Mühlkreisautobahn A7, Abfahrt Urfahr. Mit Öffis: Linien 1, 2, 3 nach Urfahr, dann Bus oder 15-20 Minuten Fußweg. Bei Spielen Sonder-Bus-Verbindungen organisiert. Parkmöglichkeiten: am Standort des Möbelhauses XXXLutz (unter dem Stadion) und in umliegenden Parkplätzen. Die Zufahrt kann bei Heimspielen mit Verkehrsbehinderungen verbunden sein - Öffi-Nutzung empfohlen.
Blau-Weiß vs. LASK: Welcher Verein für welchen Fan?
Die beiden Linzer Bundesligavereine bedienen unterschiedliche Fan-Profile. LASK: traditioneller Hauptverein mit Meisterschafts-Geschichte, größere Arena (Raiffeisen Arena, 19.080 Plätze), stärker Mittelklasse-Bürgerschaft orientiert. Mehr im LASK-Portrait. Blau-Weiß: neuerer Aufsteigerverein, kleinere Arena (5.595 Plätze), Community-orientiert, mit stärkerem Arbeiter- und Jugend-Bezug. Beide Vereine haben ihre Fan-Basen - viele Linzer:innen unterstützen aber beide Clubs, je nach Spiel-Situation. Das Linzer Fußball-Leben ist mit zwei Bundesligavereinen deutlich reicher als in Städten mit nur einem Verein.
Jugend und Frauen-Fußball
Blau-Weiß Linz betreibt eine umfassende Nachwuchs-Akademie mit Mannschaften in allen Altersklassen - von U10 bis U18. Die Akademie-Spieler:innen trainieren im Donaupark-Bereich und spielen in verschiedenen österreichischen Jugend-Liga-Formaten. Die Blau-Weiß-Frauen-Mannschaft spielt in der österreichischen Frauen-Liga - nicht in der Bundesliga-Struktur, aber mit eigener Identität und Fan-Basis. Für Linzer Familien mit fußballinteressierten Kindern ist Blau-Weiß eine der zugänglicheren Akademie-Strukturen. Mehr Details auf der Vereins-Website.