LINZ JOURNAL
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Fischsterben an Donau und Mattig: Rekord-Niedrigwasser 2026

Historisch niedrige Pegelstände an der Donau und ihren Zubringern in Oberösterreich führen zu massivem Fischsterben. Eine bevorstehende Hitzewelle droht die Lage weiter zu verschärfen.

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Linz/Oberösterreich, 29. Juli 2026. Die Donau und zahlreiche oberösterreichische Gewässer verzeichnen derzeit historische Tiefststände. Das Ergebnis: massives Fischsterben an Donau, Mattig und anderen Zubringerflüssen. Eine angekündigte Hitzewelle droht die Situation in den kommenden Tagen weiter zu verschärfen.

Mattig auf mehreren Kilometern trockengefallen

Besonders dramatisch ist die Lage im Innviertel: Die Mattig ist auf mehreren Kilometern vollständig trockengefallen. Verendete Fische wurden unter anderem in Unterlochen, Gemeinde Schalchen, dokumentiert. An der Donau selbst hat der Pegel Kienstock im Bezirk Krems ein Rekordtief von 109 Zentimetern erreicht - stromaufwärts in Aggstein reicht die Messpegellatte nicht einmal mehr in das Wasser.

Auch an fast allen großen Zubringerflüssen zur Donau in Oberösterreich liegt der Abfluss bereits unter dem langjährigen Niederwasserwert. Der mittlere jährliche Niedrigwasserabfluss ist an 80 Prozent der Messstellen in Niederösterreich unterschritten - eine Situation, die sich laut Experten über das gesamte Bundesland zieht.

Kaineder warnt: Kleinstlebewesen in Gefahr

Oberösterreichs Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) betonte, dass das Fischsterben auch die kleinen Lebewesen am Bachgrund mitreißt, von denen sich Fische ernähren. Damit droht eine Kettenreaktion im gesamten Ökosystem. Kaineder hatte bereits am 28. Juli in einer OTS-Aussendung betont, dass es klare gesetzliche Regeln brauche, die Wasser-Großentnahmen in Dürrezeiten einschränken.

Kaineder fordert zwei konkrete Schritte auf Bundesebene: Erstens müsse das Gesetz anerkennen, dass Wasser knapp werden kann - Inhaber von Großbewilligungen müssten bei extremer Trockenheit gedrosselt werden können, ohne Anspruch auf Entschädigung. Zweitens müsse Österreich mehr Wasser in der Fläche halten, statt es schnell abzuleiten, etwa durch weniger Bodenversiegelung.

Kälteliebende Fischarten am stärksten gefährdet

Kälteliebende Arten wie Bachforelle, Äsche und Saibling geraten laut Landesrat Kaineder bereits ab rund 20 Grad Wassertemperatur in Bedrängnis. Bleibt das Wasser länger als einige Tage über 25 Grad warm, überleben die meisten dieser Tiere das nicht. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Oberösterreichs Gewässer dabei stärker aufgeheizt als die Luft.

Fischer versuchen zwar, größere Tiere aus abgeschnürten Tümpeln in tiefere, kühlere Bereiche umzusiedeln. Für Jungfische ist diese Rettungsmöglichkeit jedoch kaum umsetzbar - ihre Lage wird von Fachleuten als aussichtslos bezeichnet. Zudem stellt der Schiffsverkehr auf der Donau durch Wellenschlag eine zusätzliche Gefahr dar, obwohl er aufgrund des Niedrigwassers bereits deutlich eingeschränkt ist.

WWF: Krise war absehbar - Flüsse gehen trocken in Hochsommer

Bereits Anfang Juli hatte der WWF Österreich auf Basis von Daten des Umweltministeriums gewarnt: An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel, bei über 40 Prozent fielen die Werte sogar in die Kategorie "sehr niedrig". In Oberösterreich verzeichnete die Vöckla bei Vöcklabruck ein Defizit von minus 67 Prozent gegenüber dem langjährigen Monatsmittel, die Traun bei Wels-Lichtenegg minus 46 Prozent.

Der WWF fordert ein Schutzprogramm für hitzegefährdete Flüsse sowie mehr Renaturierungsmaßnahmen. Mit Ufergehölzen und Sträuchern, die Schatten auf das Wasser werfen, und der Wiederherstellung freier Wanderwege für Fische versucht das Land Oberösterreich bereits, Fließgewässer in einen naturnahen Zustand zurückzubauen. Ob diese Maßnahmen angesichts der prognostizierten Hitzewelle rechtzeitig greifen, bleibt offen.

Stand: 29. Juli 2026