Transkripo: IKT Linz bringt KI-Software auf den Markt
Die IKT Linz GmbH bietet ihre intern entwickelte KI-Transkriptionssoftware Transkripo ab sofort auch anderen Städten, Gemeinden und öffentlichen Institutionen an. Die Open-Source-Lösung läuft ausschließlich in Linzer Rechenzentren.
Linz, 9. Juli 2026. Die IKT Linz GmbH, das zentrale IT-Systemhaus der Stadt Linz, öffnet erstmals ihre selbst entwickelten Softwarelösungen für den Drittmarkt. Den Auftakt macht Transkripo, eine KI-gestützte Transkriptionssoftware, die ab sofort anderen Städten, Gemeinden und öffentlichen Institutionen gegen Lizenzgebühren zur Verfügung steht.
KI transkribiert Gemeinderatssitzungen in unter 45 Minuten
Wie die IKT Linz auf ihrer Website beschreibt, wandelt Transkripo Audio- und Videoaufnahmen automatisch in Text um - inklusive präziser Sprechererkennung und einem integrierten Editor für die Nachbearbeitung. Seit dem Frühjahr 2025 kommt die Software in der Stadt Linz zum Einsatz, unter anderem bei jeder Gemeinderatssitzung.
Die Leistung der Software zeigt sich an einem konkreten Beispiel: Der rund neunstündige Budgetgemeinderat im Dezember 2025 lag als Rohentwurf in weniger als 45 Minuten vor. Insgesamt soll die Software pro Sitzung rund 200 Arbeitsstunden einsparen. Auch oberösterreichischer Mundart stellt die KI kein Hindernis dar.
Open-Source, Datensouveränität, günstige Lizenzgebühren
Transkripo basiert auf Open-Source-Technologie. Die gesamte KI-gestützte Verarbeitung erfolgt ausschließlich in den vier zertifizierten Rechenzentren der IKT Linz - Daten verlassen das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt. IKT-Geschäftsführer Michael Lettner bringt es auf den Punkt: "Kein Bit verlässt unser Rechenzentrum."
Die Lizenzmodelle sind flexibel und werden an die Größe und Struktur der jeweiligen Institution angepasst. Co-Geschäftsführer Markus Hein nennt einen monatlichen Betrag von rund 30 bis 35 Euro als Orientierung. Besonders kleinere und mittlere Gemeinden sollen von der gemeinsamen Nutzung profitieren.
Bis zu drei Millionen Euro Umsatz am Drittmarkt möglich
Der Schritt auf den freien Markt ist für die IKT Linz kein Novum im rechtlichen Sinn: In der bestehenden Unternehmensstruktur darf das stadteigene IT-Unternehmen bis zu 20 Prozent seines Jahresumsatzes am Drittmarkt generieren - das entspricht einem Potenzial von rund drei Millionen Euro.
Wirtschafts- und Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ) unterstützt den Vorstoß: Das Angebot ermögliche Städten und Gemeinden eine kosteneffiziente und im Verwaltungsalltag erprobte Alternative zu kommerziellen Produkten.
Weitere KI-Produkte bereits in Entwicklung
Transkripo ist erst der Anfang eines breiteren Portfolios. Die IKT Linz, die derzeit 104 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, arbeitet bereits an weiteren Produkten. Als nächsten Schritt plant das Unternehmen eine KI-Plattform mit selbst gehosteten Modellen, die zunächst innerhalb der Unternehmensgruppe Linz (UGL) ausgerollt werden soll - auch hier mit dem Ziel, unabhängig von amerikanischen Cloud-Konzernen zu bleiben.
Der Hintergrund ist auch ein wirtschaftlicher: Die IKT reagiert mit verstärktem Einsatz von Open-Source-Technologien auf steigende Lizenzkosten, da klassische Kaufmodelle zunehmend durch Abonnementlösungen ersetzt werden und immer mehr Anwendungen in externe Cloud-Systeme abwandern.
Stand: 9. Juli 2026