Open-Air-Kino in Linz: Wo im Sommer unter freiem Himmel gespielt wird
Das Sommerkino im Innenhof des Priesterseminars läuft von Juli bis August an sechs Abenden pro Woche. Dazu kommt einmal im Jahr ein Kinoabend mit Kopfhörern.
Das Sommerkino im Innenhof des Priesterseminars
Linz hat kein Freiluftkino, das den ganzen Sommer über an einem festen Platz an der Donau spielt. Was es hat, ist ein Innenhof mitten in der Stadt, der sechs Wochen lang jeden Abend zum Kinosaal wird.
Das Sommerkino von Moviemento und City-Kino läuft 2026 von 8. Juli bis 22. August, gespielt wird Montag bis Samstag. Der Zugang zum Innenhof des Priesterseminars führt über die Dametzstraße 37, also mitten aus der Innenstadt heraus - ein Vorteil gegenüber Freiluftkinos am Stadtrand, für die man ein Auto braucht.
Das Programm mischt aktuelle Filme mit Klassikern. Karten gibt es online über das Ticketsystem des Moviemento oder an der Kinokassa. Wer das Haus und sein reguläres Programm nicht kennt, findet die Einordnung in der Übersicht der Linzer Kinos.
Die Schlechtwetterregel sollte man kennen
Bei einem Kino unter freiem Himmel ist die Wetterfrage die wichtigste organisatorische. Das Moviemento regelt sie ausdrücklich, und die Details sind großzügiger, als man erwarten würde:
- Entscheidung bis 19 Uhr: Bei unsicherer Witterung teilt das Kino bis 19 Uhr mit, ob die Vorstellung im Freien stattfindet.
- Bei Absage: Das Ticket wird in einen Kinogutschein für einen Film nach Wahl umgewandelt - es verfällt also nicht.
- Bei Abbruch: Wird die Vorstellung innerhalb der ersten 80 Prozent der Filmdauer abgebrochen, gibt es ebenfalls einen Gutschein.
- Bei leichtem Regen: Wird weitergespielt. Wer also bei Nieselregen auf eine Absage hofft, hofft vergeblich.
Das Kino empfiehlt ausdrücklich warme Kleidung und bei zweifelhafter Prognose einen Regenschutz. Der Rat ist ernst gemeint: Ein Innenhof kühlt nach Sonnenuntergang schneller aus, als es der Julitag vermuten lässt.
Ein Abend mit Kopfhörern: das Silent Cinema
Einmal pro Sommer macht die Ö3 Silent Cinema Open Air Kino Tour in Linz Station. 2026 war das nach Angaben der Oberösterreichischen Nachrichten der 6. Juli.
Das Konzept unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Freiluftkino: Jeder Gast bekommt beim Einlass Funkkopfhörer mit zwei Tonkanälen und entscheidet selbst, ob der Film auf Deutsch oder in der Originalfassung läuft. Nimmt man die Kopfhörer ab, wird es schlagartig still - der Reiz des Formats liegt genau in diesem Wechsel.
Der zweite Unterschied: Das Publikum bestimmt den Film. Bis zwei Wochen vor dem jeweiligen Termin kann online über den Favoriten abgestimmt werden. Bei schlechtem Wetter gibt es Ersatztermine.
Was es in Linz sonst noch gibt
Neben den beiden Fixpunkten tauchen im Sommer einzelne Freiluft-Vorführungen im Programm auf, meist als Teil größerer Veranstaltungen. Das Moviemento selbst fährt außerdem Formate wie „Kino & Kuchen" oder Reihen wie „International Cinema", die aber im Saal stattfinden.
Eine Besonderheit, die zwar kein Kino ist, aber in dieselbe Kategorie fällt: Der Deep Space im Ars Electronica Center projiziert auf 16 mal 9 Meter große Wand- und Bodenflächen und zeigt dort regelmäßig Filmprogramme. Das ist Großbild ohne Sternenhimmel, dafür wetterunabhängig. Was das Haus sonst zeigt, steht im Porträt der Ars Electronica.
Praktisches für den Kinoabend
Drei Dinge, die den Abend angenehmer machen:
Früh kommen. Im Innenhof gibt es keine nummerierte Sitzordnung nach Kategorien wie in einem Saal; wer gut sitzen will, ist vor Beginn da.
Mit den Öffis anreisen. Der Innenhof liegt in der Innenstadt, Parkplätze sind dort abends knapp und kostenpflichtig. Wie das Netz funktioniert, steht im Guide zu den Linz Linien.
Eine Jacke einpacken. Auch im Hochsommer wird es im Hof nach 22 Uhr empfindlich frisch, und der Film läuft dann noch eine Stunde.
Was im Sommer sonst in Linz läuft, steht in der Übersicht der Sommeraktivitäten. Alle Angaben mit Stand September 2026; die Termine des jeweiligen Sommers veröffentlichen die Häuser im Frühjahr.