Sauna in Linz: Die vier Saunaoasen im Vergleich
2.500 Quadratmeter Saunawelt an der Donaulände, ein Nacktbadebecken in Ebelsberg und über zwanzig Aufgüsse: Was die Linzer Saunaoasen bieten, was sie kosten - und welches Haus gerade wegen Umbau zu hat.
Vier Häuser, ein Betreiber
Die Linzer Saunalandschaft gehört praktisch vollständig der LINZ AG. Bespielt werden derzeit vier Standorte: die Fitnessoase Parkbad an der Donaulände, die Saunaoase Ebelsberg im Süden, die Familienoase Biesenfeld in Urfahr und die Erlebnisoase Schörgenhub im Westen. Das fünfte Haus, die Wellnessoase Hummelhof, ist seit 1. Juni 2026 wegen einer mehrjährigen Sanierung geschlossen - wer dort Stammgast war, verteilt sich seither auf die übrigen vier.
Praktisch für die Planung: Die LINZ AG zeigt für jede Anlage die aktuelle Auslastung, aktualisiert alle zehn Minuten. An einem nassen Sonntagnachmittag im Jänner ist dieser Blick vor der Abfahrt der Unterschied zwischen Ruhe und Gedränge.
Parkbad: 2.500 Quadratmeter mitten in der Stadt
Die größte Anlage liegt an der Unteren Donaulände 11, wenige Gehminuten vom Hauptplatz. Die Saunawelt im Parkbad misst rund 2.500 Quadratmeter und ist als einzige in vier eigene Bereiche gegliedert:
- Damenbereich: zwei finnische Saunen, Biosauna, Dampfbad, Tauchbecken, Whirlpool
- Herrenbereich: zwei finnische Saunen, Biosauna, Tepidarium, Tauchbecken, Whirlpool
- Atriumsauna (gemischt): finnische Sauna, Wasserradsauna, Tauchbecken, Eisbrunnen
- Panoramasauna (gemischt): finnische Sauna, Biosauna mit Aroma- und Farblichttherapie, Sole-Dampfbad, Infrarotkabine, Tauchbecken, Whirlpool
Dazu kommen großzügige Ruhezonen, das Restaurant Parkbad und Massageangebote im Haus. Geöffnet ist in der Sommersaison Dienstag bis Freitag von 10 bis 21 Uhr, Samstag von 9 bis 21 Uhr, Sonn- und Feiertage von 9 bis 20 Uhr; Montag ist Ruhetag, außer es ist ein Feiertag. Die Tiefgarage mit 180 Plätzen kostet für Gäste 4 Euro. Kontakt: 0732 3400-6630.
Ebelsberg: die reine Sauna mit Damen- und Herrentagen
Die Saunaoase Ebelsberg in der Hartheimerstraße 1-3 ist die einzige Anlage, die nicht an ein Schwimmbad angedockt ist - hier geht es ausschließlich ums Schwitzen. Zur Ausstattung gehören finnische Sauna, Kristall- und Finnsauna, Dampfbad, Biosauna mit Aroma- und Farblichttherapie, Infrarotkabine, eine Vitaloase mit Sternenhimmel, Abkühlbereich, Kalttauchbecken und ein 12,5 Meter langes Nacktbadebecken.
Die Besonderheit ist die Einteilung nach Geschlechtern, die es in dieser Form sonst nirgends in Linz gibt. In der Sommersaison gilt: Montag Damen, Mittwoch Herren, Dienstag, Donnerstag und Freitag gemischt, jeweils von 13:30 bis 21 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage von 9 bis 20 Uhr gemischt. Die Straßenbahnlinie 2 hält in der Nähe, Parken ist kostenlos. Ein Hinweis für den Spätsommer: Vom 3. bis 22. August 2026 war die gesamte Anlage wegen Revision geschlossen. Kontakt: 0732 3400-6690.
Biesenfeld: Sauna mit Sonnenterrasse
In Urfahr, in der Dornacher Straße 37, liegt die Sauna der Familienoase Biesenfeld: Finnsauna, eine zweite finnische Sauna, Dampfbad und Biosauna mit Farblicht und Aromaaufgüssen, dazu weitläufige Ruhebereiche und eine Sonnenterrasse - der Grund, warum diese Anlage im Sommer die angenehmste ist. Im selben Haus gibt es mit dem Restaurant Moby Dick Gastronomie sowie Massage und Fußpflege.
Anreise mit den Straßenbahnlinien 1 und 2 bis St. Magdalena, Parken kostenlos. Kontakt: 0732 3400-6670. Wer das Bad selbst sucht - Erlebnisbecken, 70-Meter-Rutsche, Kinderbereich -, findet es im Überblick zu den Linzer Schwimmbädern.
Schörgenhub: barrierefrei im Westen
Die Erlebnisoase Schörgenhub in der Schörgenhubstraße 16 bietet finnische Sauna, Dampfbad, Heißluftkammer, Infrarotkabine und Biosauna mit Aroma- und Farblichttherapie. Sie ist die konsequent barrierefreie Anlage der Stadt: stufenloser Zugang, barrierefreie Parkplätze und barrierefreies WC, dazu ein Restaurant im Haus.
In der Wintersaison ist montags von 14 bis 21 Uhr, Dienstag bis Freitag von 10 bis 21 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 20 Uhr geöffnet; im Sommer täglich von 9 bis 20 Uhr. Halle und Sauna sind von 24. August bis 12. September 2026 wegen Revision geschlossen - wer in diesem Zeitfenster saunieren will, weicht auf Parkbad oder Biesenfeld aus. Kontakt: 0732 3400-6680.
Ein Hinweis zur Anreise: Der Schörgenhub liegt zwischen Bahnhofsviertel und Westring und ist damit die einzige Saunaadresse, die man aus dem Süden und Westen der Stadt schneller erreicht als das Parkbad.
Was der Saunabesuch kostet
Die Tarife sind für alle Standorte einheitlich, und der Eintritt schließt das Schwimmen dort mit ein, wo es ein Bad gibt:
- Sauna inklusive Schwimmen: 16 Euro für Erwachsene, 8 Euro für Kinder, Schüler, Studierende und Lehrlinge unter 26 Jahren; mit Behindertenpass 8 beziehungsweise 4 Euro
- All-inclusive (Sauna, Wellness, Schwimmen): 22,80 Euro für Erwachsene, 11,40 Euro für Kinder von 6 bis 12 Jahren
- Abendtarif ab 17 Uhr: 20,80 Euro beziehungsweise 10,40 Euro
- Bäderoasen-Pass Sauna oder Wellness: 560 Euro für ein ganzes Jahr, 314 Euro für ein halbes, 197 Euro für die Sommersaison
Die Jahreskarte rechnet sich bei rund 35 Besuchen - das klingt viel, ist aber bei einem wöchentlichen Saunagang im Winterhalbjahr schnell erreicht. Wer nur gelegentlich geht, fährt mit Einzeltickets besser, und Familien prüfen vorher die Kinderregelungen, weil einige Tarife nur an bestimmten Wochentagen gelten.
Aufgüsse und Regeln
Über zwanzig verschiedene Aroma- und Spezialaufgüsse stehen im Programm der LINZ AG-Anlagen - der Aufguss ist damit weniger Beiwerk als Hauptattraktion. Drei Dinge gehören zum Ablauf, die Einsteigerinnen und Einsteiger regelmäßig überraschen.
Erstens: In der Sauna wird ohne Badebekleidung saunieren, das Handtuch dient als Unterlage - Schweiß auf dem Holz ist der eine Punkt, an dem in jeder Saunaordnung keine Diskussion aufkommt. Wer sich damit schwertut, findet in Ebelsberg mit den getrennten Damen- und Herrentagen den einfachsten Einstieg.
Zweitens: Beim Aufguss betritt man die Kabine nicht mittendrin, sondern vorher - wer zu spät kommt, wartet auf den nächsten Durchgang. Das ist keine Schikane, sondern eine Frage der Temperatur, die beim Türöffnen zusammenbricht.
Drittens: Die Sauna schließt in mehreren Häusern rund 30 Minuten vor dem Bad. Wer eine Stunde vor Betriebsschluss ankommt, hat effektiv eine halbe.
Sommer- und Wintersaison: zwei Fahrpläne
Die Linzer Bäder- und Saunaoasen laufen nicht ganzjährig nach denselben Zeiten. Die Sommersaison dauert von 1. Mai bis 13. September 2026, danach greift der Winterbetrieb - mit teils späterem Beginn unter der Woche und dafür längeren Abenden. Beim Schörgenhub etwa startet der Montag im Winter erst um 14 Uhr, dafür ist bis 21 Uhr offen.
Wichtiger als die Öffnungszeit ist ohnehin der Kassaschluss: Er liegt in der Regel um 19 Uhr beziehungsweise 60 Minuten vor Betriebsschluss. Wer um 20 Uhr an der Kassa steht, kommt nicht mehr hinein, obwohl das Haus noch offen hat. Zusammen mit dem Saunaschluss eine halbe Stunde vor dem Bad ergibt das eine simple Regel: Die letzte sinnvolle Ankunftszeit liegt rund zwei Stunden vor Betriebsschluss.
Wie ein Saunagang abläuft
Für alle, die zum ersten Mal gehen: Ein Durchgang besteht aus drei Teilen, und der dritte ist der, den die meisten unterschätzen.
Schwitzen: acht bis fünfzehn Minuten in der Kabine, auf dem Handtuch sitzend oder liegend, die letzten ein bis zwei Minuten aufrecht sitzend, damit der Kreislauf sich umstellt. In der finnischen Sauna ist es auf der obersten Bank am heißesten - für den Einstieg reicht die untere.
Abkühlen: zuerst an der frischen Luft, dann kalt abduschen - von den Füßen herzwärts, nicht umgekehrt -, danach ins Tauchbecken oder unter den Eisbrunnen. Wer direkt aus der Kabine ins kalte Wasser springt, belastet den Kreislauf unnötig.
Ruhen: mindestens so lange wie der Schwitzgang gedauert hat, im Ruhebereich zugedeckt. Genau dafür haben Parkbad und Biesenfeld ihre großzügigen Ruhezonen und die Sonnenterrasse. Zwei bis drei solcher Durchgänge sind das übliche Programm; danach ist auch der Zeitbedarf klar - unter zweieinhalb Stunden zahlt sich ein Besuch selten aus.
Getrunken wird zwischen den Gängen, nicht danach, und die Gastronomie im Haus - Restaurant Parkbad, Moby Dick in Biesenfeld, das Restaurant im Schörgenhub - gehört bei vielen Stammgästen zum Ablauf dazu.
Mit Kindern in die Sauna
Die vier Häuser gehen unterschiedlich mit Familien um, und das schlägt sich schon im Tarif nieder: Kinder, Schüler, Studierende und Lehrlinge unter 26 zahlen mit 8 Euro die Hälfte, beim All-inclusive-Ticket kosten Kinder von 6 bis 12 Jahren 11,40 Euro - allerdings gelten einzelne Kindertarife nur an bestimmten Wochentagen, was vor der Fahrt einen Blick auf die aktuelle Tarifübersicht lohnt.
Inhaltlich ist Biesenfeld die naheliegende Adresse, weil dort Bad und Sauna zusammenliegen und im Programm eigene Familien- und Kinderformate laufen. Für sehr kleine Kinder gilt, was Saunaverbände seit jeher empfehlen: kurze Gänge auf der untersten Bank, kein Tauchbecken, viel trinken - und Schluss, sobald das Kind nicht mehr will. In Ebelsberg wiederum sind Vormittage regelmäßig für Schulgruppen reserviert; wer mit der Familie kommt, plant besser den Nachmittag ein.
Wenn Linz nicht reicht
Für ein ganzes Wochenende taugt keine Stadtsauna. Oberösterreich hat mit seinen Thermen einige der größten Anlagen Österreichs in Autoentfernung - welche sich für welchen Anlass eignet, steht im Überblick zu den Thermen in Oberösterreich. Der Unterschied ist weniger die Ausstattung als das Format: In Linz geht man zwei bis drei Stunden nach der Arbeit saunieren, in die Therme fährt man für einen Tag.
Wann sich der Besuch am meisten lohnt
Drei Zeitpunkte, die aus der Erfahrung mit den Öffnungszeiten folgen. Werktags am Vormittag ist es überall am leersten - das Parkbad öffnet dienstags bis freitags schon um 10 Uhr. Der Abendtarif ab 17 Uhr ist die günstigste Variante für Berufstätige, kollidiert aber mit der Hauptzeit; die Auslastungsanzeige hilft. Und im Hochsommer, wenn alle im Freibad sind, ist die Sauna praktisch leer - dann punktet Biesenfeld mit der Sonnenterrasse.
Was sich dagegen nicht lohnt: der spontane Besuch im August, ohne vorher die Revisionszeiten geprüft zu haben. Die vier Häuser wechseln sich mit ihren Sperrzeiten ab, meist in den späten Sommerwochen. Alle Preis- und Zeitangaben: Stand August 2026.