LINZ JOURNAL

Badeseen in und um Linz: Wo Sie im Sommer schwimmen können

Drei Badeseen liegen im Stadtgebiet und kosten keinen Eintritt, zwei weitere im Umland bieten Wasserskilift und Aquapark. Mit Größen, Preisen, Öffnungszeiten und den Regeln, die an allen gelten.

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Badeseen in und um Linz: Wo Sie im Sommer schwimmen können

Drei Seen im Stadtgebiet, alle ohne Eintritt

Linz gehört zu den wenigen österreichischen Landeshauptstädten, die eigene Badeseen im Stadtgebiet haben. Pleschinger See, Pichlinger See und der Kleine Weikerlsee werden von der Linz AG betrieben, und bei allen dreien kostet der Zutritt nichts. Zusammen kommen sie auf rund 50 Hektar Wasserfläche.

1. Pleschinger See

Der bekannteste der drei liegt im Norden, jenseits der Donau. Rund 13 Hektar Wasserfläche stehen hier 20 Hektar Grünfläche gegenüber, das Verhältnis erklärt, warum der See auch an heißen Wochenenden nicht sofort überfüllt wirkt: Es gibt genug Liegewiese. Entstanden ist er ab 1965 durch Schotterabbau, er ist maximal acht Meter tief.

Neben Spielplätzen und Volleyballfeldern steht am Ufer ein Ballsportpark, der Beachvolleyball, Tischtennis, Basketball, Badminton, Pickleball und Boule zusammenfasst. Dazu kommen ein Zeltplatz und kostenloses WLAN. Der FKK-Bereich besteht seit 1982 und ist damit älter als die meisten Badegäste, die ihn nutzen.

Wer mehr über die Geschichte und die einzelnen Bereiche wissen will, findet das im ausführlichen Porträt des Pleschinger Sees.

2. Pichlinger See

Der größte der drei liegt im Süden der Stadt und misst 31 Hektar Wasserfläche bei 34 Hektar Grünfläche. Er ist auch der vielseitigste: Rund um den See liegen ein Campingplatz, Restaurants, Spielplätze, eine Minigolfanlage, Beachvolleyball- und Basketballplätze.

Wie alle Linzer Badeseen ist er kein natürliches Gewässer, sondern ein Grundwassersee, der vor mehr als fünf Jahrzehnten aus einer Schottergrube entstand. In der Hochsaison zählt das Land Oberösterreich hier 15.000 bis 20.000 Badegäste pro Tag - eine Zahl, die erklärt, warum man an einem Hitzewochenende besser früh kommt.

Im Wasser schwimmt ein Aquapark mit 28 Attraktionen - der einzige Teil des Sees, der Geld kostet. Der Zutritt zum See selbst bleibt frei.

Der Pichlinger See ist außerdem der einzige der drei, der ausdrücklich barrierefrei ausgestattet ist: Es gibt einen Badelift für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, Behindertenparkplätze und eine barrierefreie WC-Anlage. Einen FKK-Bereich hat er nicht.

3. Kleiner Weikerlsee

Der kleinste der drei kommt auf 5,4 Hektar Wasser und 2,2 Hektar Grünfläche und wurde Anfang des 21. Jahrhunderts als Badesee ausgebaut. Über den See führt eine Brücke mit Aussichtsplattform, die den nördlichen FKK-Bereich vom südlichen Textilstrand trennt. Die Ausstattung ist bewusst schlank: Tischtennis und ein Imbiss, mehr nicht.

Genau das ist sein Argument. Wer am Wochenende nicht zwischen Ballspielen und Aquapark liegen will, ist hier richtig.

Achtung beim Großen Weikerlsee

Direkt daneben liegt der Große Weikerlsee, mit dem Kleinen über einen Bach verbunden. Dort ist das Schwimmen nicht erlaubt. Die beiden Namen sind ähnlich genug, dass Ortsunkundige regelmäßig am falschen Ufer stehen - wer zum Baden kommt, hält sich an den Kleinen.

Wie es um die Wasserqualität steht

Badegewässer werden in Oberösterreich nicht nach Gefühl beurteilt, sondern nach der EU-Badegewässerrichtlinie. Untersucht wird auf zwei bakterielle Kennwerte, Escherichia coli und intestinale Enterokokken; die Proben nimmt das Land, die Analyse macht die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Gemessen wird an 43 EU-Badestellen im Bundesland, fünfmal pro Saison zwischen Juni und August.

Entscheidend für das Verständnis der Noten ist die Rechenweise: Eingestuft wird in vier Klassen von ausgezeichnet bis mangelhaft, und zwar über Perzentile einer Vier-Jahres-Periode. Ein einzelner schlechter Messwert wirkt deshalb noch Jahre nach.

Für den Pichlinger See weist das Land für die Periode 2021 bis 2024 eine ausgezeichnete Badegewässerqualität aus. Beim Pleschinger See und beim Weikerlsee fiel die Vier-Jahres-Bewertung dagegen aus der Bestnote heraus: 2024 wurden die Hygiene-Grenzwerte jeweils kurzzeitig überschritten. Die Nachuntersuchungen zeigten in beiden Fällen wieder gute Werte.

Als mögliche Ursache nennt das Land die Wasservögel und verweist mit Nachdruck auf das bestehende Fütterungsverbot. Wer also Brot mitnimmt, füttert damit nicht die Enten, sondern die nächste Grenzwertüberschreitung. Die jeweils aktuelle Einstufung veröffentlicht das Land Oberösterreich für jede Badestelle einzeln.

Die Regeln, die an allen drei Seen gelten

Drei Punkte aus der Seeordnung der Linz AG sind wichtig genug, um sie vor der Anreise zu kennen:

  • Hunde sind nicht gestattet. Die Linz AG begründet das mit hygienischen Gründen; die Regel gilt an allen drei Seen und ohne Ausnahme für die Liegewiesen.
  • Windsurfen ist von Mai bis September untersagt, um den Badebetrieb nicht zu gefährden.
  • Die Benützung erfolgt auf eigene Gefahr. Es gibt keine durchgehende Badeaufsicht, wie man sie aus einem Freibad kennt.

Wer lieber in ein beaufsichtigtes Becken will, findet die Alternativen in der Übersicht der Linzer Schwimmbäder.

Mit Eintritt, dafür mit Wasserskilift: der Ausee in Asten

Der Ausee liegt in Asten, südöstlich von Linz an der Grenze zu Enns, und ist der Gegenentwurf zu den städtischen Seen: Hier wird Eintritt verlangt, dafür gibt es ein Freizeitangebot, das über Liegewiese und Sprungturm weit hinausgeht.

Die Saison läuft von 15. April bis 30. Oktober, eingelassen wird von 8.00 bis 20.00 Uhr. Das Gelände ist bis Sonnenuntergang, spätestens aber um 21.00 Uhr zu verlassen. Außerhalb der Saison bleibt die Hauptschranke für Autos ganztägig geschlossen.

Am See stehen zwei Wasserski- und Wakeboardlifte, ein Sprungturm, Tretboote und Stand-up-Paddleboards, dazu eine Trampolinanlage, ein Beachvolleyballplatz, Tischtennistische, ein Boule-Platz und eine Kinderrutsche. Camping und Mobilheimplätze gibt es ebenfalls.

Die Zusatzangebote werden getrennt verrechnet (Stand September 2026):

AngebotPreis
Aquapark8 Euro für 30 Minuten, 28 Euro pro Tag, 22 Euro ab 13 Uhr, 16 Euro ab 16 Uhr
Trampolinanlage2 Euro für 8 Minuten
Tretboot für 4 Personen12 Euro für 30 Minuten, 20 Euro für 60 Minuten

Wer regelmäßig kommt, fährt mit einer Saisonkarte günstiger: Sie kostet 49,50 Euro für eine Person zu Fuß oder mit dem Rad, 93,50 Euro für eine Person mit Auto, 143 Euro für zwei Personen mit Auto und 170 Euro für eine Familie mit Auto. Der Eintritt für einen einzelnen Tag wird an der Schrankenkassa eingehoben.

Weiter draußen: die Feldkirchner Badeseen

Rund 20 Kilometer westlich von Linz liegen in Feldkirchen an der Donau vier Erlebnis-Badeseen nebeneinander. Das Areal firmiert unter dem Namen Seeseitn und ist das größte Freizeitgelände am Wasser im Linzer Umland.

Der Zutritt zum Gelände ist frei, bezahlt wird das Parken - und zwar deutlich: 15 Euro pro Tag in der Zeit von 15. Mai bis 15. September. Die ersten 90 Minuten sind gratis, registrierte Nutzerinnen und Nutzer zahlen weniger, und Menschen mit Behinderung können eine Befreiung für die Saison beantragen. Wer also nur kurz vorbeischaut, kommt kostenlos davon; wer den ganzen Tag bleibt, rechnet die 15 Euro besser gleich ein.

Das Gelände gliedert sich in vier Bereiche. Das JETLAKE betreibt einen Wakeboard- und Wasserskilift und daneben nach eigenen Angaben den größten Aquapark Österreichs; beides läuft von 1. Mai bis 30. September. Dazu kommen das Mostvierterl als Mostschenke, die von Ende März bis Ende September wetterabhängig offen hat, ein Motorikpark und eine Eventfläche. Am Wasser selbst gibt es Sandstrand, gepflegte Liegewiesen, WC-Anlagen, Umkleiden, Duschen, Kabinen sowie Verleih und Shop.

Für einen ganzen Tag mit Kindern ist das die vollständigste Adresse im Linzer Umland - allerdings auch die, für die man am weitesten fährt und am meisten bezahlt.

Die Seen im Vergleich

SeeWasserflächeEintrittFKKBarrierefreiBesonderheit
Pleschinger See13 hafreija, seit 1982nicht ausgewiesenBallsportpark, Zeltplatz, WLAN
Pichlinger See31 hafrei, Aquapark extraneinja, mit Badeliftgrößter See, Camping, Minigolf
Kleiner Weikerlsee5,4 hafreijanicht ausgewiesenBrücke trennt FKK- und Textilstrand
Ausee, Asten-kostenpflichtigneinnicht ausgewiesenzwei Wasserskilifte, Sprungturm
Feldkirchner Badeseenvier SeenBaden frei, Parken kostenpflichtigneinnicht ausgewiesenWakeboard, Aquapark, Pumptrack

Welcher See für welchen Tag

Mit kleinen Kindern: Pichlinger See. Spielplätze, Gastronomie und Minigolf liegen nebeneinander, und es ist der einzige mit Badelift und barrierefreiem WC. Der Preis dafür ist der Andrang - an Hitzetagen zählt das Land hier bis zu 20.000 Gäste.

Für einen ruhigen Nachmittag: Kleiner Weikerlsee. Fünf Hektar, ein Imbiss, sonst nichts. Wer Ruhe sucht statt Programm, ist hier besser aufgehoben als an den beiden großen Seen.

Für einen ganzen Tag mit Sport: Ausee in Asten oder die Feldkirchner Seen. Beide kosten Geld, beide haben Wasserskilift und Aquapark, und beide sind vom Stadtzentrum aus eine Autofahrt entfernt.

Für Radfahrer: Pleschinger See. Er liegt direkt am Donauradweg, und wer mit dem Rad kommt, spart sich die Parkplatzsuche an heißen Wochenenden komplett.

Anreise: Wann sich das Auto nicht auszahlt

Für die drei städtischen Seen gilt, was für Ausflugsziele im Stadtgebiet meistens gilt: An heißen Wochenenden sind die Parkplätze vor dem Wasser voll. Beide großen Seen hängen aber am Netz der Linz Linien.

Zum Pleschinger See fährt die Buslinie 33 Richtung Steyregg; die gleichnamige Haltestelle liegt am Seeweg, von dort sind es wenige Gehminuten bis zum Eingang. Zum Pichlinger See führen die Linien 11 und 19 bis zur Endstelle „Pichlinger See" im Süden der Stadt. Der Pleschinger See ist außerdem über den Donauradweg gut mit dem Rad erreichbar.

Beim Ausee und in Feldkirchen ist das anders: Dort ist der Eintritt beziehungsweise die Parkgebühr ohnehin ans Auto gekoppelt, und beide liegen außerhalb des dichten Öffi-Netzes. Wer mit dem Rad kommt, zahlt am Ausee den günstigeren Tarif.

Was im Wasser sonst noch geht

Die Donau selbst ist keine Badealternative: Strömung, Schifffahrt und Uferbeschaffenheit machen sie im Stadtgebiet zu keinem Schwimmgewässer, auch wenn das Wasser an heißen Tagen einladend aussieht. Wer aufs Wasser will, ohne hineinzugehen, findet die Möglichkeiten in der Übersicht der Linzer Sommeraktivitäten.

Für Familien mit kleineren Kindern ist der Pichlinger See die naheliegendste Wahl - wegen des flachen Einstiegs, der Spielplätze und der Gastronomie ringsum. Weitere Ziele für heiße Tage stehen in der Zusammenstellung für Linz mit Kindern.

Alle Angaben zu Preisen und Öffnungszeiten mit Stand September 2026. Die Wassertemperaturen der drei städtischen Seen veröffentlicht die Linz AG laufend auf ihrer Seite, inklusive Webcam am Pichlinger See.

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