LINZ JOURNAL

Linz Marathon: Start auf der Autobahnbrücke, Ziel am Hauptplatz

21.401 Aktive gingen 2026 an den Start, die Strecke hat zwischen tiefstem und höchstem Punkt 18 Meter Unterschied - und genau deshalb fallen hier regelmäßig Rekorde. Termine, Bewerbe, Zeiten und die besten Zuschauerplätze.

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Linz Marathon: Start auf der Autobahnbrücke, Ziel am Hauptplatz

Start auf der Autobahnbrücke

Kein anderer Marathon in Österreich beginnt so: Die Startaufstellung des Oberbank Linz Donau Marathon steht auf der VOEST-Autobahnbrücke, also auf der A7 über der Donau, die dafür gesperrt wird. Von dort führt die Strecke in der ersten Hälfte durch Urfahr und in der zweiten durch die Innenstadt, ehe das Ziel am Hauptplatz erreicht wird. Der Slogan der Veranstaltung lautet folgerichtig „Run The Steel City!".

Gelaufen wird seit 2002, jedes Jahr im April. Die 24. Auflage am 12. April 2026 brachte mit 21.401 Aktiven das bislang stärkste Teilnehmerfeld - Oberösterreichs größte Breitensportveranstaltung, an einem einzigen Wochenende. Organisiert wird sie von LIVA Sport gemeinsam mit den Oberösterreichischen Nachrichten und der Stadt Linz, Medienpartner ist der ORF, Titelsponsor die Oberbank. Rennleiter ist der frühere Langstreckenläufer Günter Weidlinger.

Von 5.600 auf 21.401 Starter

Die Idee hatte drei Jahre Vorlauf. Im September 2001 stellten Sportstadträtin Christiana Dolezal und LIVA-Vorstandsdirektor Wolfgang Lehner das Projekt öffentlich vor; als OK-Chef wurde Ewald Tröbinger geholt. Getragen wurde der erste Lauf von der Stadt Linz, der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA und den OÖNachrichten - dieselbe Konstellation, die die Veranstaltung bis heute trägt.

Gerechnet hatte man 2002 mit rund 4.000 Teilnehmern. Gekommen sind 5.600. Von dieser ersten Auflage bis zu den 21.401 Aktiven des Jahres 2026 hat sich das Feld also fast vervierfacht - und das in einer Stadt, deren Einwohnerzahl im selben Zeitraum nur moderat gewachsen ist. Rechnerisch steht damit an einem Marathonsonntag jede zehnte Linzerin oder jeder zehnte Linzer an der Startlinie, tatsächlich kommt ein erheblicher Teil des Feldes aus dem Umland und dem Ausland.

Neun Bewerbe an einem Wochenende

Der Marathon ist längst nicht mehr nur ein Marathon. Gelaufen, gerollt und geskatet wird auf fünf Distanzen - 4 Kilometer, 5 Kilometer, 10,5 Kilometer, 21,1 Kilometer und 42,195 Kilometer - verteilt auf neun Bewerbe:

  • Oberbank Marathon - die volle Distanz
  • ORLEN Halbmarathon
  • LINZ AG Viertelmarathon über 10,5 Kilometer
  • Hyundai Staffelmarathon - die Marathondistanz im Team
  • Generali 5K
  • Ascendor Handbike-Halbmarathon
  • Fischer Brot Inline-Halbmarathon
  • ÖGK Junior Marathon für Kinder und Jugendliche
  • Special Olympics Lauf

Diese Breite ist der Grund für die hohen Teilnehmerzahlen: Der Anteil der Läuferinnen und Läufer, die tatsächlich 42,195 Kilometer gehen, ist im Verhältnis klein. Der Viertelmarathon und der 5K sind die Bewerbe, über die die meisten Erstteilnehmenden einsteigen. Wer für einen dieser Starts trainieren will, findet passende Runden im Überblick der Linzer Laufstrecken.

Der Streckenverlauf im Detail

Gestartet wird auf der VÖEST-Brücke der A7 Mühlkreis Autobahn. Die erste Hälfte führt durch die nördlich der Donau liegenden Stadtteile Urfahr und St. Magdalena, die zweite Hälfte durch die Innenstadt bis ins Ziel am Hauptplatz. Diese Aufteilung ist auch taktisch relevant: Wer sich in der offeneren ersten Hälfte übernimmt, merkt es im engeren Innenstadtteil, wo das Tempo durch Kurven und Publikum bricht.

Der Marathonsonntag beginnt früh und gestaffelt. Der erste Startschuss fällt um 8 Uhr für den Handbike-Halbmarathon, um 8:02 Uhr folgt der Inline-Skating-Halbmarathon. Die Laufbewerbe schließen daran an - die genauen Startzeiten stehen jedes Jahr in der Ausschreibung, die Reihenfolge bleibt aber gleich. Für Zuschauer heißt das: Wer die Rollstuhl- und Skate-Bewerbe sehen will, muss vor 8 Uhr an der Strecke stehen.

Warum hier die Zeiten fallen

Die Strecke gilt als eine der schnellsten Österreichs, und das hat einen messbaren Grund: Zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt liegen 18 Meter. Das ist praktisch flach - zum Vergleich muss man in den meisten Stadtmarathons mit Brückenrampen, Unterführungen und Anstiegen im dreistelligen Höhenmeterbereich rechnen. Dazu kommt, dass der Kurs breit angelegt ist und wenig enge Kehren hat, was für die Spitzengruppen im Rennen um Bestzeiten zählt.

Das Ergebnis steht in den Rekordlisten. Der Männer-Streckenrekord liegt bei 2:06:13 Stunden, aufgestellt 2022 vom Äthiopier Fikre Bekele. Er löste eine Marke ab, die 15 Jahre gehalten hatte: die 2:07:33 des Ukrainers Alexander Kuzin aus dem Jahr 2007. Bei den Frauen steht der Rekord seit 2025 bei 2:24:58 Stunden, gelaufen von der Kenianerin Gladys Jerop Kimaina - zuvor hatte die 2:30:45 der Kroatin Lisa Christina Stublic aus dem Jahr 2011 Bestand.

Die Entscheidungen 2026

Beim Lauf am 12. April 2026 gab es einen kenianischen Doppelsieg. Bei den Männern gewann Abednego Cheruiyot in 2:08:53 Stunden vor dem Äthiopier Sahelislassie Nigussie Bekele (2:09:32) und dem Kenianer Victor Kipkoech Biwott (2:10:00). Bei den Frauen setzte sich Chepngeno in 2:26:01 Stunden durch.

Die österreichischen Titel gingen an Mario Bauernfeind, der als Gesamtachter in 2:19:41 Stunden Staatsmeister wurde, und an Julia Mayer, die als Dritte in 2:29:49 Stunden ins Ziel kam und damit erneut den Staatsmeistertitel holte. Mayer war mit dem Ziel angetreten, den österreichischen Rekord von 2:26:08 zu unterbieten - laut ORF Oberösterreich verpasste sie ihn deutlich. Dass eine Läuferin diesen Versuch ausgerechnet in Linz unternimmt, sagt einiges über den Ruf der Strecke.

Die Eckdaten des Marathonbewerbs

Für alle, die selbst antreten wollen, sind die wichtigsten Zahlen des Hauptbewerbs auf linzmarathon.at festgehalten:

  • Start: 9:30 Uhr auf der VOEST-Autobahnbrücke
  • Distanz: 42,195 Kilometer nach IAAF-Richtlinien, vermessen vom AIMS-Vermesser Rainer Soos
  • Ziel: Linzer Hauptplatz
  • Zielschluss: 15:30 Uhr - also sechs Stunden nach dem Start
  • Labestationen: neun Stück, etwa alle fünf Kilometer
  • Pacemaker: von drei Stunden bis 4:45 Stunden Zielzeit, im 15-Minuten-Abstand
  • Altersgrenze: unter 18 Jahren nur mit unterschriebener Einverständniserklärung der Eltern

Die Startgebühren sind in Kontingente gestaffelt, die nacheinander aufgehen: 75 Euro für Frühbucher, 84 Euro im zweiten und 89 Euro im dritten Kontingent, 110 Euro in der Last-Chance-Phase. Zwischen früher und später Anmeldung liegen also 35 Euro - der Unterschied entspricht ungefähr dem Preis eines Paars Laufsocken pro Monat Wartezeit.

Der Marathon ist zugleich österreichische Staatsmeisterschaft; die Meldung dafür läuft ausschließlich über das System des Österreichischen Leichtathletik-Verbands.

Der Halbmarathon: der meistgewählte Bewerb

Wer zum ersten Mal in Linz startet, nimmt in der Regel den ORLEN Halbmarathon über 21,097 Kilometer, in dem gleichzeitig die Linzer Stadtmeisterschaft ausgetragen wird. Der Start erfolgt ebenfalls um 9:30 Uhr auf der VOEST-Autobahnbrücke, allerdings auf der Fahrbahn Richtung Urfahr/Freistadt, rund 230 Meter weiter vorne auf der Brücke. Auch diese Strecke ist von AIMS-Vermesser Rainer Soos nach IAAF-Richtlinien vermessen, das Ziel liegt ebenfalls am Hauptplatz, der Zielschluss ebenfalls um 15:30 Uhr.

Die Startgebühren liegen deutlich unter jenen des Marathons: 55 Euro für Frühbucher, 63 Euro im zweiten, 68 Euro im dritten Kontingent und 84 Euro in der Last-Chance-Phase. Ein Detail, das man vorher wissen sollte: Pacemaker gibt es ausschließlich im Marathon, nicht im Halbmarathon. Wer eine Zielzeit anpeilt, muss sich im Halbmarathon also selbst einteilen. Im Ziel warten Medaille, Verpflegung und - für alle Bewerbe - freies Duschen im Parkbad.

Termin 2027 und Anmeldung

Die 25. Auflage findet am 11. April 2027 statt - ein Jubiläum, das die Veranstalter erfahrungsgemäß mit einem stärker besetzten Eliteteld angehen. Die Anmeldung läuft seit 3. Juni 2026, die gestaffelten Startgebühren wurden am 27. Mai 2026 bekanntgegeben. Gestaffelt heißt: Wer früh bucht, zahlt deutlich weniger; die Preise steigen in mehreren Stufen bis zum Meldeschluss.

Ein Blick auf die Zahlen des Vorjahrs zeigt, wie schnell das Feld voll wird: Bereits am 10. Februar 2026 waren knapp 14.000 Anmeldungen eingegangen, rund 30 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt im Jahr davor. Der endgültige Meldeschluss lag am 20. März 2026. Wer 2027 starten will und einen bestimmten Bewerb im Auge hat, sollte also nicht bis Februar warten.

Ansprechstelle ist das Marathon Service Center der LIVA, Ziegeleistraße 76, 4020 Linz, erreichbar unter +43 732 6573 11 4100 und [email protected]. Alle Details zu Bewerben, Labestationen, Pacemakern und Zeitnehmung stehen auf linzmarathon.at.

Als Zuschauer: die besten Plätze

Der Streckenverlauf macht das Zuschauen in Linz leichter als in vielen anderen Marathonstädten, weil sich die Läuferinnen und Läufer in der zweiten Hälfte auf engem Raum durch die Innenstadt bewegen.

  • Hauptplatz: der Zielbereich, mit Abstand die lauteste Stelle. Wer den Zieleinlauf der Spitze sehen will, muss früh da sein - die schnellsten Männer sind gut zwei Stunden nach dem Start im Ziel.
  • Urfahr, Donaulände: erste Hälfte, breite Wege, viel Platz, gute Sicht auf das komplette Feld.
  • Nibelungenbrücke: der Übergang zwischen den beiden Streckenhälften und einer der wenigen Punkte, an dem man die Läufer zweimal sehen kann, wenn man den richtigen Moment erwischt.
  • Landstraße: Innenstadtabschnitt kurz vor dem Ziel, hier entscheidet sich bei vielen Amateuren das Rennen gegen die eigene Zielzeit.

Praktisch: Weil der Zielbereich am Hauptplatz liegt, sind Straßenbahn und Gastronomie in Gehweite. Die Straßenbahnlinien 1, 2 und 3 halten direkt; welche Tarife gelten, steht im Öffi-Guide.

Was das Wochenende für die Stadt bedeutet

Ein Marathon dieser Größe legt Linz für einen Vormittag still. Gesperrt werden nicht nur Innenstadtstraßen, sondern auch ein Autobahnabschnitt - die A7 über die Donau ist während der Startphase nicht befahrbar. Für Anrainerinnen und Anrainer entlang der Strecke bedeutet das eingeschränkte Zufahrt, für den öffentlichen Verkehr umgeleitete Linien.

Umgekehrt ist das Wochenende einer der wenigen Anlässe, an denen die Stadt ihre eigene Topografie vorführt: Die Strecke verbindet das Industriegebiet an der VOEST, den Fluss, das gründerzeitliche Urfahr und den barocken Hauptplatz in einer einzigen Linie. Der Termin liegt Mitte April und damit in der Woche, in der Linz statistisch am ehesten stabiles Laufwetter hat - kühl genug für schnelle Zeiten, mild genug für Zuschauer. Was in den anderen Monaten in der Stadt los ist, steht in den April-Terminen.

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