LINZ JOURNAL
wirtschaft

Schmeckts.online: Linzer KI-Plattform findet Restaurants

Eine neue Linzer Plattform durchsucht per KI-Chat die Speisekarten von rund 180 Gastronomiebetrieben in der Region - tagesaktuell, kostenlos und mit vollständiger Allergenkennzeichnung.

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Wer in Linz mittags schnell ein passendes Lokal sucht, verliert oft Zeit: Speisekarten verstecken sich als PDF auf verschiedenen Websites, Mittagsmenüs wechseln täglich, und Lebensmittelallergiker müssen mühsam nachfragen. Ein Linzer Entwickler hat dafür eine KI-gestützte Lösung gebaut: die Plattform schmeckts.online.

KI-Chat statt Suchmarathon

Die Plattform setzt auf einen KI-Chat, der auf die Gastronomie der Stadt spezialisiert ist. Fragen wie "Veganes Mittagessen in der Innenstadt?" oder "Italiener mit Gastgarten für heute Abend?" tippt man direkt in ein Chatfenster - und erhält in Sekunden konkrete Empfehlungen samt Preisen und Quellenangaben. Die Nutzung ist kostenlos und ohne Registrierung möglich.

Technisch basiert die Lösung auf einer automatisierten Datenpipeline: Die Plattform beobachtet kontinuierlich die Speisekarten teilnehmender Lokale und prüft sie täglich auf Änderungen. Auch Mittagsmenüs, die vielerorts täglich wechseln, sind damit stets aktuell abrufbar.

180 Betriebe, über 5.000 Gerichte

Derzeit sind rund 180 Gastronomiebetriebe aus Linz sowie den umliegenden Gemeinden Leonding, Traun, Pasching und Ansfelden erfasst. Insgesamt umfasst die Datenbank über 5.000 Gerichte. Seit Juli 2026 ist auch die Stadt Salzburg mit rund 65 Lokalen auf der Plattform vertreten - ein erster Schritt über Oberösterreich hinaus.

Für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten bietet die Plattform eine eigene Filterfunktion: Sämtliche Gerichte sind nach den 14 österreichischen Allergen-Codes (A bis R) gekennzeichnet. Wer etwa Gluten oder Milch meiden muss, kann die betroffenen Gerichte stadtübergreifend ausblenden - eine Funktion, die bisher kein vergleichbares Angebot für Linz bot. Automatisch abgeleitete Kennzeichnungen sind dabei transparent als solche markiert.

Lokale Antwort auf ein tägliches Problem

Der Ansatz ist in seiner Kombination für eine österreichische Regionalstadt neu: Während große Tech-Konzerne ähnliche KI-Systeme für internationales Publikum betreiben, fokussiert schmeckts.online gezielt auf das Linzer Gastronomieangebot. Damit schließt die Plattform eine Lücke, die weder bestehende Restaurantverzeichnisse noch allgemeine KI-Assistenten schließen konnten - denn letztere kennen keine tagesaktuellen Mittagsmenüs lokaler Wirte.

Linz gilt seit Jahren als einer der führenden Technologiestandorte Österreichs. Die Johannes Kepler Universität forscht unter anderem im Bereich Künstliche Intelligenz auf internationalem Niveau - zuletzt mit dem mit 33 Millionen Euro geförderten Projekt "Bilateral AI" unter KI-Pionier Sepp Hochreiter. Dass praktische KI-Anwendungen nun auch im Alltag der Stadt Einzug halten, steht in dieser Tradition angewandter Digitalisierung.

Der KI-Chat von schmeckts.online ist direkt auf der Startseite sowie unter dem Menüpunkt "Frag Schmeckts" erreichbar. Die Plattform versteht sich als offenes Angebot für Linzerinnen und Linzer - ohne Bezahlschranke und ohne verpflichtende Anmeldung.

Stand: 16. August 2026