LINZ JOURNAL
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Ryanair droht Linz mit Streichung aus dem Flugplan

Der irische Billigflieger Ryanair droht damit, den Flughafen Linz-Hörsching aus seinem Streckennetz zu nehmen. Grund sind die aus Sicht der Airline zu hohen Gebühren am Blue Danube Airport.

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Der irische Billigflieger Ryanair droht damit, den Flughafen Linz-Hörsching aus seinem Streckennetz zu streichen. Wie ORF Oberösterreich berichtet, kritisiert Europas größte Billigfluggesellschaft die aus ihrer Sicht zu hohen Gebühren am Blue Danube Airport.

Hohe Flughafengebühren als Streitpunkt

Im Kern des Konflikts stehen die Kosten, die Ryanair für die Nutzung des Linzer Flughafens entrichten muss. Die Airline argumentiert, dass die Gebührenstruktur am Blue Danube Airport im Vergleich zu anderen europäischen Regionalflughäfen deutlich zu hoch sei. Das mache den Standort Linz wirtschaftlich unattraktiv für den Billigflugbetrieb.

Ryanair ist bekannt dafür, bei Verhandlungen mit Flughäfen und Regierungen harte Positionen einzunehmen. Die Drohung, Strecken zu streichen oder Kapazitäten zu verlagern, gehört zum üblichen Verhandlungsrepertoire des Unternehmens. Dennoch ist die Ankündigung für den ohnehin unter Druck stehenden Linzer Flughafen ein ernstes Signal.

Blue Danube Airport unter Druck

Der Flughafen Linz-Hörsching kämpft seit Jahren mit rückläufigen Passagierzahlen und einem eingeschränkten Streckennetz. Die Coronapandemie hat die Situation zusätzlich verschärft. Mehrere Airlines haben in den vergangenen Jahren Verbindungen ab Linz eingestellt oder reduziert.

Ein Wegfall von Ryanair würde den Flughafen empfindlich treffen. Die irische Airline zählt zu den wichtigsten Anbietern am Standort und bedient von Linz aus Destinationen im südlichen Europa. Für viele Reisende aus Oberösterreich sind diese Verbindungen eine Alternative zu den größeren Flughäfen in Wien, München oder Salzburg.

Wirtschaftliche Folgen für die Region

Sollte Ryanair tatsächlich den Flughafen Linz aus dem Programm nehmen, hätte das weitreichende Konsequenzen. Neben dem direkten Verlust an Flugverbindungen für die Bevölkerung wäre auch die wirtschaftliche Bedeutung des Airports als Standortfaktor betroffen. Unternehmen in der Region schätzen die Erreichbarkeit über den Flughafen, der auch für Geschäftsreisende eine wichtige Infrastruktur darstellt.

Branchenexperten weisen darauf hin, dass Regionalflughäfen in ganz Europa vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Der Wettbewerb um Airlines ist intensiv, und Billigfluggesellschaften wie Ryanair nutzen ihre Verhandlungsmacht, um möglichst günstige Konditionen zu erzielen. Flughäfen, die nicht mitziehen, werden aus dem Streckennetz genommen.

Politik und Flughafenbetreiber gefordert

Die Drohung von Ryanair erhöht den Druck auf die oberösterreichische Landespolitik und die Betreibergesellschaft des Flughafens. Das Land Oberösterreich ist Mehrheitseigentümer des Blue Danube Airport und steht vor der Frage, ob und in welcher Form eine Anpassung der Gebührenstruktur möglich ist.

Gleichzeitig stellt sich die grundsätzliche Frage nach der Zukunft des Flughafens. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder über die strategische Ausrichtung des Standorts diskutiert. Manche Stimmen fordern eine stärkere Spezialisierung auf den Frachtverkehr, andere setzen weiterhin auf den Ausbau des Passagiergeschäfts.

Ryanair setzt europaweit auf Expansion

Ryanair-CEO Michael O'Leary hat wiederholt betont, dass die Airline bereit sei, an Standorten mit attraktiven Rahmenbedingungen zu wachsen. Im Gegenzug zögere man nicht, sich von Flughäfen zurückzuziehen, die den Anforderungen nicht entsprechen. Diese Strategie hat in der Vergangenheit bereits mehrere europäische Regionalflughäfen getroffen.

Die Airline transportierte im Jahr 2025 mehr als 190 Millionen Passagiere und ist damit die mit Abstand größte Fluggesellschaft Europas. Diese Marktmacht verleiht Ryanair erhebliches Gewicht in Verhandlungen mit Flughafenbetreibern.

Verhandlungen laufen

Nach Informationen des ORF sind zwischen Ryanair und dem Flughafenmanagement Gespräche im Gange. Beide Seiten sollen an einer Lösung interessiert sein, die den Fortbestand der Verbindungen ab Linz sicherstellt. Konkrete Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor.

Für die Passagiere in Oberösterreich bleibt die Situation vorerst unsicher. Sollten die Verhandlungen scheitern, müssten Reisende auf andere Flughäfen ausweichen, was mit längeren Anfahrtszeiten und höheren Kosten verbunden wäre. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob eine Einigung erzielt werden kann oder ob Linz tatsächlich aus dem Ryanair-Flugplan verschwindet.