LINZ JOURNAL
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Das Prime: Spatenstich für 50 Wohnungen im Sompark

Ende August 2026 erfolgte der Spatenstich für das Wohnprojekt "Das Prime" im Linzer Sompark in Urfahr. Die Bauherren Real-Treuhand und die Breuerhof-Privatstiftung errichten an der Mengerstraße 50 Eigentumswohnungen in Holzhybridbauweise.

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Ende August 2026 fiel der Startschuss für eines der bemerkenswertesten Wohnbauprojekte im Norden von Linz: Real-Treuhand Projekt- und Bauträger GmbH und die Breuerhof-Privatstiftung haben an der Mengerstraße in Linz-Urfahr den Spatenstich für das Projekt "Das Prime" vollzogen. Bis März 2028 entstehen dort im Sompark-Areal 50 klimaaktiv zertifizierte Eigentumswohnungen.

Beim Spatenstich versammelten sich neben den Bauherren auch Vertreter der ausführenden Firmen: Karl-Heinz Daurer, Andreas Harich und Michael Hartl-Scheschi von Real-Treuhand Immobilien traten gemeinsam mit den Architekten Sandra Haas und Mathias Haas sowie Dywidag-Geschäftsführer Gerald Höninger und Dywidag-Bereichsleiter Klaus Fellner ans Podest.

Drei Häuser, 50 Wohnungen, 66 Tiefgaragenplätze

Das Projekt gliedert sich in drei eigenständige Baukörper auf einem 6.184 Quadratmeter großen Grundstück in der Adresse Mengerstraße, 4040 Linz. Die drei Häuser tragen die Namen Haus Stone, Haus Wood und Haus Leaf und umfassen jeweils vier Geschosse. Haus Stone an der Mengerstraße wird laubengangartig erschlossen, Haus Wood und Haus Leaf sind als Zwei- beziehungsweise Dreispänner mit je zwei Treppenhäusern organisiert.

Die 50 Eigentumswohnungen bieten zwischen 48 und 133 Quadratmeter Wohnfläche und werden als Zwei- bis Vier-Zimmer-Einheiten angeboten. Die hauseigene Tiefgarage fasst 66 Stellplätze, die Einfahrt verbindet alle drei Häuser unterirdisch. Zusätzlich sind eine Fahrradgarage sowie Abstellplätze im Freien vorgesehen. Die Anlage ist konsequent autofrei geplant.

Holzhybridbauweise und Klimaaktiv-Zertifizierung

Besonderes Augenmerk legen die Bauherren auf Nachhaltigkeit: "Das Prime" wird in Holzhybridbauweise errichtet und strebt eine Zertifizierung nach dem österreichischen Klimaaktiv-Standard an. Die Energieversorgung erfolgt über Fernwärme mit Fußbodenheizung, ergänzt durch ein Photovoltaik-Contracting-Modell mit PV-Anlagen auf allen drei Häusern.

Für die Kühlung der Wohn- und Schlafräume ist ein zweistufiges System vorgesehen: In den oberen Geschossen wird eine Deckenkühlung, in den darunter liegenden Etagen eine Stützkühlung über das Fußbodenheizungssystem eingesetzt. Sämtliche Fenster, Balkon- und Terrassentüren erhalten elektrische Raffstores, die über eine moderne Smart-Home-Technologie auf Basis der Loxone-Plattform - steuerbar per iPad oder Smartphone - bedient werden. Glasfaseranbindung für Telekommunikation und Internet ist ebenfalls vorgesehen.

6.000 Quadratmeter neue Grünfläche für die Öffentlichkeit

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Aufwertung des öffentlichen Raums: Rund 6.000 Quadratmeter bisher nicht öffentlich zugänglicher Grünflächen werden als Parkanlage mit Wegeführungen, Bepflanzungen und Wiesenbereichen ausgestaltet und nach Fertigstellung an die Stadt Linz übergeben. Damit wird das Prinzip fortgesetzt, das bereits beim Vorgängerprojekt im Sompark etabliert wurde.

Zusätzlich entsteht auf dem Areal eine Begegnungszone sowie ein Spielplatz. Die Nähe zur Johannes Kepler Universität (JKU) und zur IT:U - der neuen Interdisziplinären Technologischen Universität Österreich - macht das Projekt besonders für Wissenschafter und Studierende interessant.

Gedenkstätte für historisches Zwangsarbeiterlager geplant

Das Baugrundstück in der Mengerstraße hat eine belastete Geschichte: Bei vorbereitenden Grabungsarbeiten im Jahr 2025 kamen Fundamente und Artefakte des ehemaligen "Städtischen Arbeitslagers Dornach" zum Vorschein - eines der größten NS-Zwangsarbeiterlager in Linz. Das Lager erstreckte sich auf 16 Hektar und umfasste rund 2.500 Betten. Laut Zeithistoriker Michael John wurden in Linz-Urfahr allein in diesem Bereich konsekutiv mehr als 10.000 Zwangs- und Sklavenarbeiter aus Italien, Tschechien und Russland festgehalten.

Die politische Debatte, die auf den Fund folgte, schlug hohe Wellen. LinzPlus-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik forderte 2025 einen Baustopp und die Errichtung eines Parks der Erinnerung. Im Jänner 2023 hatte der Linzer Gemeinderat das Areal auf Wunsch einer Stiftung zu Bauland umgewidmet. Als Reaktion auf die Funde sehen die Bauherren nun eine Gedenkstätte auf dem Gelände vor - als Erinnerung an die Opfer des Lagers.

Vorgeschichte: Der Sompark als Entwicklungsareal

Das Areal rund um den Sompark hat in den vergangenen Jahren eine intensive Entwicklung erlebt. Von 2019 bis 2021 errichtete Real-Treuhand bereits das Wohnprojekt "Das Levels" auf einer Fläche von rund 24.800 Quadratmetern an der Sombartstraße. Damals entstanden rund 125 Eigentumswohnungen in sechs Parkvillen; Ende 2020 waren sämtliche Einheiten verkauft. Die Stadt Linz legte parallel dazu die öffentliche Parkanlage "Sompark" an, nachdem Real-Treuhand der Stadt ein gleichwertiges Areal als Geschenk übertragen hatte.

"Das Prime" knüpft nun unmittelbar an dieses erste Sompark-Projekt an und erschließt das angrenzende Grundstück südlich der Mengerstraße. Die Bauverhandlung für das neue Projekt fand am 8. Mai 2026 statt und verlief nach Angaben der Bauherren konstruktiv; kurz danach lag die Baugenehmigung vor.

Fertigstellung für März 2028 geplant

Der Generalunternehmer Dywidag übernimmt die Bauausführung unter der Leitung von Geschäftsführer Gerald Höninger. Die Wohnungen sollen laut Projektwebsite ab 31. August 2028 bezugsfertig sein; intern wird als Zieldatum März 2028 kommuniziert. Der Energieausweis, ausgestellt am 25. August 2025, attestiert dem Gebäude einen Heizwärmebedarf von 25 kWh pro Quadratmeter und Jahr sowie einen Gesamtenergieeffizienz-Faktor von 0,59.

Das Vertriebsteam der Real-Treuhand Immobilien Vertriebs GmbH am Europaplatz 1a in Linz betreut den Verkauf der Einheiten. Der Kaufpreis für größere Wohnungen liegt beispielhaft bei rund 697.000 Euro für eine Vierzimmerwohnung. Damit positioniert sich "Das Prime" klar im Premium-Segment des Linzer Immobilienmarkts - mit direktem Bezug zu Erholungsflächen, Universitäten und öffentlichem Nahverkehr.

Stand: 4. September 2026