LINZ JOURNAL

Nikolaus in Linz

Am Schiff, im Zoo, am Domplatz und im Kasperltheater: Vier Termine stehen für 2026 fest, zwei weitere fehlen noch. Dazu der Weg zum Hausbesuch und eine Nikolauskirche, die es seit 1975 nicht mehr gibt.

· 9 Min. Lesezeit · Von
Nikolaus in Linz

Vier feste Termine zwischen 4. und 6. Dezember

Der 6. Dezember fällt heuer auf einen Sonntag, den zweiten Advent. Die öffentlichen Termine drängen sich deshalb auf ein einziges Wochenende. Der früheste liegt am Freitagvormittag, der letzte am Sonntag um vier.

DatumUhrzeitOrtWasKosten
Fr, 4. Dezember 2026ab 10:00Kuddelmuddel, Langgasse 13Kasperl und Nikolo (weitere Vorstellungen am 4. und 5. Dezember)9 und 9,50 Euro
Sa, 5. Dezember 202611:00-12:45 und 14:00-15:45Anlegestelle Wurm & Noé beim LentosNikolausfahrt mit dem Kristallschiff21 Euro, Kinder 17 Euro
So, 6. Dezember 202613:00-15:00Zoo Linz, Windflachweg 1Der Nikolaus besucht den ZooZooeintritt: 13 Euro, Kinder 7 Euro
So, 6. Dezember 202616:00-17:00DomplatzNikolaus am Domplatzfrei
Sa, 12. Dezember 202611:00 und 13:00LentiaCity, Hauptstraße 54Nikolaus mit Krampussen und Perchtenfrei

Stand 13. Oktober 2026. Der Termin in der LentiaCity ist ein Krampuslauf, bei dem ein Nikolaus mitgeht - für Kinder, die den Nikolaus ohne Masken erleben sollen, ist er der falsche. Alles dazu steht bei den Krampus- und Perchtenläufen in Linz.

Samstag: der Nikolaus kommt an Bord

Den Auftakt am Wochenende macht die Donau. Am 5. Dezember legt das Kristallschiff zweimal zur Nikolausfahrt ab, um 11 Uhr und um 14 Uhr. Die Runde führt von Linz ins Donautal und zurück und dauert eine Stunde und 45 Minuten. Unterwegs geht der Nikolaus durch das Schiff, jedes Kind bekommt ein Sackerl.

Erwachsene ab 14 Jahren zahlen 21 Euro, Kinder von vier bis 13 Jahren 17 Euro, bis drei Jahre fahren sie gratis mit. Ermäßigungen gibt es auf diese Fahrt keine. Eine vierköpfige Familie mit zwei Volksschulkindern kommt damit auf 76 Euro, Essen und Getränke an Bord nicht eingerechnet.

Zwei Dinge sollten Sie vor dem Buchen wissen. Die Anmeldung ist Pflicht, und der Webshop schließt drei Tage vor der Fahrt - danach geht es nur mehr auf direkte Anfrage. Und die Tickets sind von Umtausch und Rückgabe ausgeschlossen. Wer mit Kinderwagen kommt oder einen Hochstuhl braucht, gibt das bei der Buchung an. Abfahrt ist im Donaupark beim Kunstmuseum Lentos. Was die Reederei sonst im Programm hat, steht bei den Linzer Donauschiffen.

Sonntag, 13 Uhr: im Zoo auf der Suche nach dem Krampus

Der Zoo am Pöstlingberg macht aus dem Nikolaustag eine Familienführung. Von 13 bis 15 Uhr ist der Nikolaus im Gelände unterwegs und verteilt Süßes. Dann geht es gemeinsam zu jenen Tieren, die dem Krampus sein Aussehen geben - eine Art, die finstere Figur zu erklären, ohne dass sie auftritt.

Das Programm selbst kostet nichts, bezahlt wird der normale Eintritt: 13 Euro für Erwachsene, 7 Euro für Kinder von sechs bis 13 Jahren. Eine Anmeldung braucht es nicht, die Führung findet bei jedem Wetter statt. Mehr über das Gelände und die Anreise im Zoo-Artikel.

Sonntag, 16 Uhr: der Nikolaus am Domplatz

Der zentrale Termin der Stadt gehört zum Weihnachtsmarkt Advent am Dom. Vor dem Mariendom kommt der Nikolaus von 16 bis 17 Uhr, gestaltet von der Katholischen Jungschar. Er erzählt, was er erlebt hat und warum sein Fest nach so vielen Jahrhunderten noch gefeiert wird. Die Kinder dürfen fragen, mitmachen oder einfach zuhören. Der Eintritt ist frei.

Einen Krampus gibt es hier nicht, und das ist Absicht. Die Jungschar vertritt seit Jahren einen Nikolaus ohne Drohkulisse.

Zoo und Domplatz lassen sich am selben Nachmittag verbinden: Zwischen dem Ende der Führung und dem Beginn am Dom liegt eine Stunde. Den Markt rundherum und die übrigen Adventmärkte beschreibt der Artikel zum Linzer Christkindlmarkt, den Dom selbst jener über den Mariendom.

Freitag: Kasperl und Nikolo im Kuddelmuddel

Für die Kleinsten ist das Kinderkulturzentrum in der Langgasse die sicherste Wahl. Am 4. und 5. Dezember gastiert dort Kasperl & Co, der Fernsehkasperl aus Wien. Die erste Vorstellung beginnt am Freitag um 10 Uhr, insgesamt sind sechs angesetzt. Welches Stück gespielt wird, verrät das Ensemble vorher nicht. Fix ist, dass am Ende der Nikolaus kommt und jedem Kind ein Sackerl mitbringt.

Die Karten kosten 9 und 9,50 Euro. Reservieren lässt sich unter +43 732 600444 oder per Mail an [email protected].

Volksgarten und Pleschinger See: zwei Termine stehen noch aus

Zwei Auftritte, die in Linz zum festen Bestand gehören, sind für 2026 noch nicht angekündigt.

Am Weihnachtsmarkt im Volksgarten war der Nikolaus im Vorjahr am 6. Dezember von 11 bis 12:30 Uhr zu Gast, so stand es im Adventprogramm der Stadt. Das Rahmenprogramm der Märkte erscheint üblicherweise im November.

Am Pleschinger See kommt der Nikolaus über das Wasser. Die Ortsstelle Plesching der Wasserrettung holt ihn mit einem beleuchteten Boot ans Ufer, ein Ensemble der Stadtkapelle Steyregg spielt, es wird gemeinsam gesungen. 2025 warteten laut Wasserrettung rund 200 Kinder mit ihren Familien am Ufer. In den vergangenen beiden Jahren fand die Feier am 7. Dezember statt. Wie man hinkommt, steht beim Pleschinger See.

Den Nikolaus nach Hause holen

Für den Hausbesuch gibt es zwei Wege: ehrenamtlich über die Pfarre oder bezahlt über eine Vermittlung.

Über die Pfarre

Viele Pfarren schicken am 5. und 6. Dezember ehrenamtliche Nikoläuse in die Wohnungen ihres Gebiets. Eine zentrale Anmeldung für Linz gibt es nicht, jede Pfarre organisiert das selbst und kündigt es im Herbst im Pfarrblatt und auf ihrer Website an. Die Anmeldefristen enden häufig in der letzten Novemberwoche. Der kürzeste Weg ist ein Anruf in der eigenen Pfarrkanzlei gleich Anfang November.

Über eine Agentur

Wer keinen Platz bekommt oder einen fixen Zeitpunkt braucht, bucht einen Darsteller. Eine österreichweit tätige Vermittlung nennt für Linz Preise ab 80 Euro im Zeitraum von 30. November bis 12. Dezember, ohne Anfahrtskosten im Stadtgebiet. Ein Besuch bei bis zu vier Kindern dauert zehn bis 15 Minuten. Die Variante mit garantiert pünktlichem Eintreffen am 5. oder 6. Dezember beginnt bei 120 Euro. Fertig gefüllte Sackerl kosten 10 oder 15 Euro pro Stück, bei einer Mindestmenge von fünf.

Für eine Viertelstunde ist das viel Geld. Sinnvoll ist die Buchung vor allem dann, wenn mehrere Familien zusammenlegen: Bis zu vier Kinder sind im Grundpreis enthalten, für fünf oder sechs kommen 5 Euro dazu.

Die Nikolausschule: Lob statt Sündenregister

Wer in Oberösterreich als Nikolaus von Tür zu Tür geht, kann das vorher lernen. Die Katholische Jungschar der Diözese Linz hält einmal im Jahr eine Nikolausschule ab, heuer am 18. November 2026. Auf dem Programm stehen die Legenden rund um den Bischof von Myra, Lieder, praktische Anleitungen für die Feier und der Austausch mit erfahrenen Darstellerinnen und Darstellern. Die Schulung gibt es seit rund drei Jahrzehnten, etwa 1000 Menschen haben sie laut Tips bis Ende 2024 besucht.

Der Kern der Ausbildung ist eine Haltung. Der Nikolaus hebt hervor, was gut gelaufen ist, und zählt keine Verfehlungen auf. Die Jungschar fasst das Fest in drei Wörtern zusammen: beschützen, helfen, beschenken - ohne Gegenleistung. Angst, Sündenregister oder ein drohender Krampus haben bei ihren Besuchen keinen Platz.

Für Eltern, die dem Nikolaus vorab etwas über ihre Kinder mitgeben, folgt daraus eine einfache Regel: nichts aufschreiben, was das Kind vor anderen bloßstellt. Fürchtet sich ein Kind trotzdem, lernen die Darsteller zwei Auswege. Ein zweites Kind, das den Nikolaus schon kennt, geht voran. Oder der Nikolaus nimmt Mütze oder Bart ab.

Die Nikolauskirche, die dem Rathaus weichen musste

Linz hatte einmal eine eigene Nikolauskirche. Sie stand in Urfahr, dort, wo heute das Neue Rathaus steht, und der Bau überdauerte 470 Jahre.

Im August 1492 erlaubte Kaiser Friedrich III. den Urfahranern den Bau, mit der Auflage, dass Linz daraus kein Nachteil entstehe. Um 1500 begannen die Arbeiten, 1505 weihte der Bischof von Passau die Kirche, zu dessen Diözese Linz und Urfahr damals gehörten. Mit ihr entstand auch der erste Friedhof von Urfahr, wie die Chronik der Stadtpfarre festhält.

Zu einem Ort, der von der Überfuhr über die Donau lebte, passt der Namensgeber. Der Heilige gilt als Patron der Reisenden, der Seeleute und der Brückenbauer. In Oberösterreich tragen 22 Kirchen und Kapellen seinen Namen.

Die Kirche wechselte mehrfach die Hand: 1633 übernahmen sie die Jesuiten, 1681 die Kapuziner. Unter Joseph II. wurde sie gesperrt, bis 1789 las man dort noch Messen, 1790 wurde sie verkauft. Danach diente der Bau als Getreidespeicher und ab 1824 als Wohnhaus. 1975 wurde er für das Neue Rathaus abgerissen.

Geblieben ist eine Gedenkstätte. 1988 wurde beim Neuen Rathaus die Nikolai-Gedächtnisstätte eröffnet. Auch die heutige Pfarrkirche von Urfahr, die frühere Kapuzinerkirche, trägt ein Zeichen des Flusses: Seit 1971 hängt an ihrer Südseite ein Schiffsanker. Mehr zur Geschichte des Stadtteils im Artikel über Urfahr.

5. oder 6. Dezember: wann der Nikolaus wirklich kommt

Der Gedenktag des Heiligen ist der 6. Dezember. Dass der Nikolaus in vielen Familien schon am Vorabend an der Tür steht, hängt mit dem Krampus zusammen: Der 5. Dezember ist der Krampustag, und im Einkehrbrauch kamen beide gemeinsam.

In Linz lassen sich die beiden Figuren heuer gut auseinanderhalten. Schiff, Zoo, Domplatz und Kasperltheater kommen ohne Krampus aus. Die Perchten sind am Freitagabend bei zwei Punschständen im Süden der Stadt und am Montag darauf im Stiegl-Klosterhof. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, kann das eine mitnehmen und das andere auslassen. Was die Stadt im restlichen Monat bietet, steht im Dezember-Kalender und im Familien-Guide.

Mehr aus Events