Linz am Sonntag: Was offen ist, was geschlossen
Neun Honeder-Filialen sperren sonntags auf, Resch & Frisch am Hauptbahnhof schon um 5 Uhr. Dazu Brunch in der Stadtliebe für 37,50 Euro und im Josef für 34,50 Euro, 1+1 gratis in Lentos und Ars Electronica Center, Familiensonntag im Schlossmuseum - und die Adressen, die sonntags entgegen aller Erwartung zu haben.
Der gesetzliche Rahmen
Die Basis für alle Fragen zu Ladenöffnungszeiten in Österreich ist das Öffnungszeitengesetz 2003, einsehbar im Rechtsinformationssystem des Bundes. Es definiert die maximalen Offenhaltezeiten mit Montag bis Freitag 6 bis 21 Uhr, Samstag 6 bis 18 Uhr, die wöchentliche Höchstgrenze liegt bei 72 Stunden. An Sonn- und Feiertagen müssen Verkaufsstellen grundsätzlich geschlossen bleiben. Ausnahmen regelt das Gesetz für Bahnhofs- und Flughafen-Shops, Theater- und Museumsshops, Tankstellen, Zollfreiläden und einzelne per Landesverordnung definierte Bedarfsgemeinden.
Für die Gastronomie gelten diese Regeln nicht. Restaurants, Cafés, Bars und Gasthäuser sind vom Öffnungszeitengesetz ausgenommen und wählen ihre Öffnungszeiten frei - solange die arbeitsrechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Deshalb splittet sich der Linzer Sonntag in zwei Welten: im Handel ist fast alles zu, in Gastronomie und Kultur läuft beinahe regulärer Betrieb. Wer einkaufen will, muss sich nach den wenigen Ausnahmen richten; wer essen, trinken oder Museum gehen will, hat kaum Einschränkungen.
Einkaufen am Sonntag in Linz
SPAR am Hauptbahnhof
Die verlässlichste Adresse für den Sonntags-Einkauf ist der SPAR-Supermarkt am Linzer Hauptbahnhof, Bahnhofplatz 3-6, 4020 Linz. Die Filiale hat Montag bis Sonntag 6 bis 23 Uhr geöffnet - die Bahnhofs-Ausnahme des Öffnungszeitengesetzes greift. Der Sortimentsumfang ist dennoch größer als an klassischen Tankstellen-Shops: Frischware, Backwaren in Selbstbedienung, Kaffee to go, Blumen, Fertigsnacks. Wichtig: Einzelne Produkte dürfen auch hier gesetzlich nicht verkauft werden - nur Waren, die dem „Reisebedarf" zuzurechnen sind. Toilettenpapier oder Waschmittel zum Beispiel fehlen im Sonntags-Betrieb. Die Filiale ist vom Bahnsteig in drei Minuten zu Fuß erreichbar, auch per Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 4 bis Haltestelle Hauptbahnhof.
Tankstellen-Shops
Tankstellen in Linz dürfen an Sonn- und Feiertagen geöffnet bleiben und ein eingeschränktes Sortiment führen: Getränke, Snacks, Tiefkühlgerichte, kleine Haushaltsartikel, teilweise Backwaren. Die dichteste Versorgung bieten die vier SPAR-express-Tankstellenshops im Stadtgebiet: Unionstraße 55, Bockgasse 30, Dinghoferstraße 35-37 und Goethestraße 101 - alle auch sonntags geöffnet, meist von früh morgens bis in den späten Abend. Die Preise liegen durchgehend über dem klassischen Supermarkt - dafür ist der Zugang garantiert.
Apotheken und Notdienst
Sonn- und Nachtdienste der Apotheken laufen österreichweit über einen Rotationsplan - jede Apotheke übernimmt mehrmals im Monat Bereitschaft. Die gerade dienstbereite Apotheke findet sich über die Bereitschaftsdienst-Suche der Österreichischen Apothekerkammer, über die kostenlose Gesundheitsnummer 1450 oder am Aushang an jeder Apothekentür. Für Medikamente im Bereitschaftsdienst fällt eine kleine Nachtdienstgebühr an. Für medizinische Akutfälle sind die Ambulanzen am Kepler Universitätsklinikum (Krankenhausstraße 9) und am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern (Seilerstätte 4) die richtigen Adressen.
Bäckereien am Sonntag: die dichteste Versorgung der Stadt
Bäckereien fallen unter eine Sonderregelung des Öffnungszeitengesetzes und dürfen sonntags verkaufen. In Linz nutzen das deutlich mehr Betriebe, als der leergefegte Eindruck der Landstraße vermuten lässt: Allein die Honeder Naturbackstube sperrt an neun Standorten im Stadtgebiet auf, Haubis an drei, dazu kommen zwei Resch-&-Frisch-Filialen, Joseph Brot und Kandur - zusammen 16 Adressen. Zwei Muster sind dabei wichtig. Erstens: Die klassischen Handwerksbäckereien schließen am frühen Vormittag wieder - wer um halb zwölf losgeht, steht bei Honeder vor verschlossenen Türen. Zweitens: Die Standorte am Hauptbahnhof laufen nach Bahnhofsrecht und haben den mit Abstand längsten Tag.
Honeder Naturbackstube: neun Filialen, aber nur bis Mittag
Die Honeder Naturbackstube ist die flächendeckendste Sonntagsadresse in Linz - vom Zentrum über Urfahr bis Ebelsberg und Pichling. Aufgesperrt wird um 7 Uhr, geschlossen zwischen 11 und 12 Uhr. Die Bäckerei aus dem Mühlviertel arbeitet mit Natursauerteig und langer Teigführung, in den meisten Filialen gibt es Kaffee und Sitzplätze dazu.
| Filiale | Adresse | Sonntag |
|---|---|---|
| Stockhofstraße | Stockhofstraße 6, 4020 | 7:00-12:00 |
| Gruberstraße | Gruberstraße 17, 4020 | 7:00-12:00 |
| Kaisergasse | Fabrikstraße 24, 4020 | 7:00-12:00 |
| Linke Brückenstraße | Linke Brückenstraße 17, 4040 | 7:00-12:00 |
| Altenbergerstraße | Altenbergerstraße 6-8, 4040 | 7:00-12:00 |
| Biesenfeld | Dornacher Straße 17, 4040 | 7:00-11:00 |
| LentiaCity Urfahr | Hauptstraße 54, 4040 | 7:30-11:00 |
| Ebelsberg | Wiener Straße 477, 4030 | 7:00-12:00 |
| Pichling | Schwaigaustraße 60, 4030 | 7:00-12:00 |
Sonntags geschlossen bleiben dagegen die Honeder-Filialen Med Campus, Mozartkreuzung, Schillerpark, Pfarrplatz, Spittelwiese und Südbahnhofmarkt.
Wer länger offen hat
Für alle, die später aufstehen, sind vier Adressen relevant. Am längsten geöffnet ist Resch & Frisch „Liebesbrot&Go" am Hauptbahnhof (Bahnhofplatz 3-6): Sonn- und Feiertage 5 bis 20 Uhr, das Haus wirbt ausdrücklich mit 365 Tagen im Jahr. Praktisch daneben liegt die Bahnhofsfiliale der Bäckerei Kandur (Bahnhofplatz 3-4) mit 6 bis 19 Uhr an Sonn- und Feiertagen - beide profitieren von der Bahnhofs-Ausnahme.
In der Innenstadt hat das Bäckerei-Café von Resch & Frisch an der Landstraße 70 sonn- und feiertags von 7:30 bis 17 Uhr offen - mit Frühstückskarte, Mittagsangebot und Sitzplätzen die naheliegendste Adresse, wenn es nicht nur ums Gebäck geht. Am Hauptplatz 14 verkauft die Bio-Bäckerei Joseph Brot sonn- und feiertags von 7 bis 13 Uhr.
Haubis: drei Standorte, drei verschiedene Zeiten
Die niederösterreichische Bäckerei Haubis betreibt in Linz drei Backstuben mit Café - und alle drei sperren sonntags auf, allerdings zu deutlich unterschiedlichen Zeiten. Die längste und früheste ist die Filiale in der Garnisonstraße 19: an Samstagen, Sonn- und Feiertagen 5 bis 14 Uhr. Damit ist sie außerhalb des Hauptbahnhofs die einzige Linzer Bäckerei, bei der man auch am frühen Nachmittag noch frisches Gebäck bekommt; das Haus hat Sitzplätze, zwei Terrassen, einen Kinderspielbereich und Parkplätze vor der Tür.
Zentraler liegt der Standort am Taubenmarkt (Landstraße 8) direkt an der Straßenbahnhaltestelle, sonn- und feiertags 7 bis 13 Uhr. Die dritte Adresse ist die Weißenwolffstraße 1 mit 6 bis 12 Uhr an Sonn- und Feiertagen, Bushaltestelle direkt davor.
Nicht aufgesperrt wird dagegen bei zwei Namen, die man erwarten würde: Die k.u.k. Hofbäckerei in der Pfarrgasse 17 - die älteste Bäckerei der Stadt - hält Sonntag zu, ebenso die Bäckerei Brandl in der Bismarckstraße und an der Landstraße 48. Wer dort einkaufen will, muss unter der Woche kommen.
Essen und Trinken am Sonntag
Die Linzer Sonntags-Gastronomie ist dichter als viele annehmen - vom Brunch-Buffet bis zum Wirtshaus ohne Ruhetag. Zwei große Buffets stehen jeden Sonntag fix, dazu kommen ein Wirtshaus ohne Ruhetag, ein Altstadt-Restaurant und ein Frühstückslokal an der Donau. Die Reihenfolge unten folgt der Tageszeit.
4020 Linz
(Innere Stadt)
Der aufwendigste Sonntagsbrunch der Stadt läuft jeden Sonntag 9 bis 13 Uhr an der Landstraße 31. 37,50 Euro pro Person, und anders als bei den meisten Mitbewerbern sind die Getränke inkludiert: Kaffee, Tee, Saft, Prosecco, Wein und Bier, so viel man möchte. Dazu Frühstück, Vorspeisen, Salate, Suppen, Hauptspeisen, Desserts und ein Live-Grill-Buffet. Kinder von 5 bis 14 Jahren zahlen 17,50 Euro, unter 5 Jahren ist der Brunch gratis - in dieser Konstellation die familienfreundlichste Rechnung unter den großen Buffets. Reservierung über die Website oder telefonisch.
4020 Linz
(Ecke Landstraße-Bismarckstraße)
Das Sonntagsbrunch-Buffet im Josef an der Landstraßen-Ecke ist das bekannteste Sonntagsformat der Stadt. Jeden Sonntag 9 bis 13 Uhr, 34,50 Euro pro Person, all-you-can-eat, keine À-la-carte-Bestellung. Das Buffet ist auf 50 Meter angelegt und umfasst Prosecco, Orangensaft, Kaffee und Tee, Müsli, Obstsalat, Schinken, Wurst, knusprige Semmeln, Schwarzbrot, Weißwürste, Rührei, Spiegelei, Omelette, Käse, Aufstriche, geräucherten Fisch, warme Speisen wie Rindssuppe und mehr als zehn Marmeladen. Reservierung unbedingt empfohlen, Tische bis 10 Personen online auf josef.eu/reservation, größere Gruppen per Telefon.
4020 Linz
(Kremsmünsterer Stiftshaus)
Das ehemalige Traditionshaus Herberstein in der Altstadt 10 läuft seit 2025 unter neuem Namen OX in the City - Sushi, Steaks, Grill. Am Sonntag geöffnet von 11 bis 20 Uhr, dazu ein eigenes Sonntagsbrunch-Format 11-16 Uhr. Die Räumlichkeiten im denkmalgeschützten Kremsmünsterer Stiftshaus mitten in der Linzer Altstadt blieben in der historischen Substanz erhalten; das kulinarische Konzept ist deutlich moderner als beim Vorgänger. Für Gäste, die am Sonntagnachmittag klassisch gut essen wollen und nicht an den Buffet-Stil des Josef gebunden sein möchten, die stilvollste zentrale Adresse.
4020 Linz
(Donaupromenade)
Die Uferei an der Unteren Donaulände 9 serviert Frühstück mit Donaublick: Samstag, Sonn- und Feiertage 10-12:30 Uhr, unter der Woche 9-11:30 Uhr. Am Sonntag ist das Frühstück der einzige Betrieb des Hauses - Restaurant (12-21 Uhr) und Bar laufen nur Montag bis Samstag. Die Küche setzt auf regionale Zutaten aus einem Umkreis von 99 Kilometern. Für einen Spaziergang an der Donau mit anschließendem Frühstück die naheliegende Adresse - die Promenade führt direkt zum Lentos Kunstmuseum und weiter zur Nibelungenbrücke.
4020 Linz
(Innere Stadt)
Der Stiegl-Klosterhof an der Landstraße 30 hat 365 Tage im Jahr geöffnet - kein Ruhetag, auch nicht sonntags. Die warme Küche läuft bis 21:30 Uhr, das Biergarten-Geschäft im Sommer länger. Klassische Wirtshausküche: Wiener Schnitzel, bierbraise Fleischgerichte, vegetarische Alternativen, dazu das komplette Stiegl-Sortiment vom Fass. Die Dimensionen des Hauses erlauben Sonntags-Spontan-Besuche ohne Reservierung besser als die meisten Linzer Lokale - an stark frequentierten Sommer-Sonntagen empfiehlt sich trotzdem ein Anruf. Für alle, die am Sonntag klassisch essen wollen und keinen Brunch-Aufpreis zahlen möchten, die solideste Adresse der Innenstadt.
Ein Sonderfall lohnt die Newsletter-Anmeldung: Die Mundwerkstatt in der Coulinstraße 1 macht Brunch nur an ein bis zwei ausgewählten Samstagen oder Sonntagen im Monat, dafür mit wechselndem Küchenthema und in zwei Slots (9 bis 11 Uhr und 11:15 bis 13:30 Uhr) zu 32 Euro. Wer dort sitzen will, reserviert Wochen vorher.
Und drei Adressen, die man am Sonntag vergeblich ansteuert. Das Biergartl an der Donau in Urfahr, im Sommer eines der beliebtesten Gastgarten-Ziele der Stadt, hat ausgerechnet am Sonntag Ruhetag - geöffnet ist Montag bis Freitag ab 15 Uhr und Samstag ab 14 Uhr; mehr dazu im Craft-Beer-Guide. Das Teichwerk am JKU-Campus wird oft als Sonntagsbrunch gehandelt, sperrt sonn- und feiertags aber gar nicht auf - der Brunch dort ist ein Samstagstermin. Und das Café Central an der Landstraße 36, unter der Woche bis Mitternacht offen, bleibt an Sonn- und Feiertagen ebenfalls geschlossen.
Kultur und Museen am Sonntag
Die wichtigste Museums-Info für Linzer Sonntage: die LINZ AG Sonntage. Wer mit einem gültigen Ticket der LINZ AG LINIEN anreist, bekommt in den teilnehmenden Häusern 1+1 gratis: Bezahlt wird der höherpreisige Eintritt, die zweite Person kommt frei. Mit dabei sind das Ars Electronica Center, das Lentos Kunstmuseum und das Nordico Stadtmuseum, dazu ausgewählte Sonntagsvorstellungen im Brucknerhaus. Kinder unter 12 Jahren haben in den teilnehmenden Häusern freien Eintritt.
4020 Linz
(Untere Donaulände)
Das Lentos Kunstmuseum an der Donaulände ist sonntags 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20 Uhr, Montag ist Ruhetag. Die Sammlung umfasst rund 1.500 Werke der Malerei, Skulptur und Objektkunst, dazu über 10.000 Arbeiten auf Papier und rund 850 Fotografien - mit Gemälden von Klimt, Schiele und Kokoschka als Fixpunkten der klassischen Moderne. Dazu wechselnde Sonderausstellungen. Mit Öffi-Ticket gilt 1+1 gratis, Kinder unter 12 Jahren frei. Das Lentos-Café im Erdgeschoss ist ebenfalls sonntags offen - eine der wenigen Museums-Cafés am Sonntag in Linz. Anreise: Linie 1, 2, 3 oder 4 bis Taubenmarkt, 5 Minuten zu Fuß; mit dem Rad über den Donauradweg direkt vor die Tür.
4040 Linz
(Urfahr, an der Nibelungenbrücke)
Das Ars Electronica Center ist das „Museum der Zukunft" - digital art, künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Raumfahrt. Öffnungszeiten sonntags 10 bis 17 Uhr, Montag Ruhetag. An allen Sonntagen gilt das LINZ-AG-Sonntag-Angebot 1+1 gratis bei Anreise mit Öffi-Ticket, Kinder unter 12 Jahren frei. Die Deep-Space-8K-Shows (8K-Auflösung in einem 16x9-Meter-Raum) haben feste Zeiten - Slots vorher auf der Website prüfen, da besonders am Sonntag schnell ausgebucht. Außerhalb des Center: das Gebäude an der Nibelungenbrücke ist mit seiner LED-Fassade am Abend beleuchtet - ein eigenes Motiv auf dem Weg zurück über die Brücke.
Über Lentos und Ars Electronica Center hinaus ist der Sonntag in Linz sogar der museumsfreundlichste Tag der Woche - weil praktisch alle großen Häuser dienstags bis sonntags öffnen und nur montags schließen. Di-So 10 bis 18 Uhr gilt für das Nordico Stadtmuseum (Simon-Wiesenthal-Platz 1, donnerstags bis 20 Uhr, ebenfalls mit 1+1-Angebot), für das Schlossmuseum am Schlossberg 1 (Erwachsene 6,50 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 19 Jahren 3,00 Euro, Familien 13,00 Euro), für das Francisco Carolinum in der Museumstraße 14 und für das OK Linz am OK Platz 1 (Erwachsene 8,00 Euro, Familien 16,00 Euro).
Für Familien lohnt sich dabei ein Blick auf den Kalender: Diese drei Häuser der OÖ Landes-Kultur GmbH begehen den ersten Sonntag im Monat als Familiensonntag - mit der OÖ Familienkarte ist der Eintritt für Familien dann frei. Einen Bogen machen sollte man dagegen um die voestalpine Stahlwelt: Sie öffnet Montag bis Samstag und hat an Sonn- und Feiertagen zu.
Ausflug und Freizeit am Sonntag
Wer nicht ins Museum will, hat drei Ziele, die den Sonntag ohnehin besser vertragen als jeden Werktag - und die alle unabhängig vom Öffnungszeitengesetz laufen.
4040 Linz
(Pöstlingberg)
Der Zoo am Pöstlingberg hat nach eigener Angabe 365 Tage im Jahr offen - Sonntag also wie jeder andere Tag. Von 1. April bis 31. Oktober 9 bis 18 Uhr (Ausgang bis 19 Uhr), von 1. November bis 31. März 9 bis 16 Uhr (Ausgang bis 17 Uhr). Auf knapp vier Hektar an der Grenze zum Naturschutzgebiet Urfahrwänd leben rund 600 Tiere aus etwa 110 Arten. Die Anreise ist der eigentliche Trick: Die Pöstlingbergbahn hält direkt beim Zoo (Haltestelle Tiergarten), alternativ fahren die Postbuslinien 250 und 251 vom Hauptbahnhof. Aktuelle Eintrittspreise stehen auf der Website.
4020 Linz
(Bauernberg)
Der städtische Botanische Garten am Bauernberg ist täglich geöffnet, auch sonntags. Die Freilandanlagen sperren je nach Jahreszeit unterschiedlich lang auf: April bis September 9 bis 19 Uhr, im März und Oktober bis 17 Uhr, von November bis Februar bis 16 Uhr. Die Gewächshäuser schließen im Sommerhalbjahr bereits um 17 Uhr. Der Eintritt kostet 4,60 Euro, ermäßigt 3,30 Euro, die Familienkarte 8,10 Euro, Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr kommen gratis hinein. Geschlossen wird nur am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Jänner.
4040 Linz
(Pöstlingberg)
Die Grottenbahn fährt seit dem 6. August 1906 und ist das Familienziel schlechthin - untergebracht in einem Befestigungsturm des in den 1830er-Jahren erbauten Fort Pöstlingberg, direkt an der Bergstation der Pöstlingbergbahn. Sie läuft im Saisonbetrieb: von 1. März bis 31. Mai 10 bis 17 Uhr, von 1. Juni bis 31. August 10 bis 18 Uhr, von 1. September bis 1. November 10 bis 17 Uhr, dazu an den Adventsonntagen und am 8. Dezember. Die letzte Fahrt mit dem Drachenzug startet jeweils 30 Minuten vor Schluss. Erwachsene zahlen 6,70 Euro, Kinder 4,00 Euro, das Familienticket für zwei Erwachsene und zwei Kinder von 2 bis 15 Jahren kostet 18,10 Euro, jedes weitere Kind 1,70 Euro. Für den Besuch sollte man rund eine Stunde einplanen.
4020 Linz
(Urfahr, Linie 50)
Die Pöstlingbergbahn - eine der steilsten Adhäsionsbahnen Europas - verkehrt 7 Tage die Woche. Die Fahrt auf den 539 Meter hohen Hausberg dauert etwa 20 Minuten, die Talstation liegt am Hauptplatz, die Bergstation nahe der Wallfahrtskirche. Sonntags startet der Betrieb gegen 7:30 Uhr, Grundtakt alle 30 Minuten; in der Sommersaison verdichtet sich der Takt an Wochenenden und Feiertagen zwischen 10 und 17 Uhr auf 15 Minuten. Die Berg- und Talfahrt kostet 9,00 Euro (Tarifstand 1.1.2026, Details auf der Website bestätigen). Oben am Pöstlingberg: Panoramablick über Linz, die Wallfahrtsbasilika, der Märchenwald (im Sommer) und die Grottenbahn. Für Familien das klassischste Sonntagsziel in Linz.
Was Sie für den Linzer Sonntag wissen sollten
Die 1+1-Gratis-Regel der LINZ AG
Das wichtigste Kultur-Programm für den Linzer Sonntag sind die LINZ AG Sonntage. Sonntags gilt in den teilnehmenden Häusern 1+1 gratis - bezahlt wird der höherpreisige Eintritt, die zweite Person kommt frei. Bedingung: Anreise mit den LINZ AG LINIEN und Vorlage eines gültigen Fahrscheins. Teilnehmende Häuser sind das Lentos Kunstmuseum, das Ars Electronica Center und das Nordico Stadtmuseum; im Brucknerhaus gilt das Angebot für ausgewählte Sonntagsvorstellungen (bei Online-Buchung mit dem Promocode „KultursonntagLINZAG"). Dazu Kinder unter 12 Jahren gratis. Für Familien mit Jahreskarte oder Tagesticket der LINZ AG LINIEN ist das Modell einer der besten Kultur-Deals im Bundesland.
Was am Sonntag definitiv nicht geht
Vier Dinge bleiben in Linz am Sonntag tabu. Erstens: der klassische Wocheneinkauf. Über den SPAR am Hauptbahnhof hinaus gibt es keine größeren Supermärkte, und auch dort ist das Sortiment auf Reisebedarf beschränkt. Zweitens: Nicht-Bahnhofs-Einzelhandel. Bekleidungsgeschäfte, Elektronik, Möbel, Buchhandlungen - alle geschlossen, ohne Ausnahme. Drittens: Behörden- und Post-Services. Post-Filialen, Bürgerservice, Meldebehörde sind Sonntag zu. Für Post-Sendungen gilt: Abholschein am Montag oder Dienstag einlösen. Viertens: die meisten Fachärzte. Nur die Krankenhaus-Ambulanzen am Kepler Uniklinikum und am Ordensklinikum sind durchgehend besetzt.
Dazu kommt eine Regel, die weniger mit Gesetzen als mit Gewohnheiten zu tun hat: Der Linzer Sonntag ist ein Vormittagstag. Die meisten Bäckereien sperren zwischen 11 und 13 Uhr wieder zu, die klassischen Brunch-Buffets nehmen bis 13 Uhr auf, und wer erst um 14 Uhr aus dem Haus geht, findet zwar noch Museen, Kaffeehäuser und Wirtshäuser, aber kaum mehr frisches Gebäck. Für den Nachmittag bleiben vier Adressen: die beiden Bäckereien am Hauptbahnhof, das Bäckerei-Café an der Landstraße 70 und Haubis in der Garnisonstraße.
Der Linzer Sonntag im Jahresverlauf
Zwei saisonale Sonntags-Themen sind für Besucher relevant. Urfahraner Markt (jeweils rund zehn Tage im Frühjahr und im Herbst): Volksfest auf dem Urfahrmarkt-Gelände jenseits der Nibelungenbrücke - sonntags betrieben, mit Fahrgeschäften, Gastronomie, Bühnenprogramm; Termine und Details im Urfahranermarkt-Guide. Linzer Christkindlmarkt (Ende November bis 24. Dezember): Hauptplatz und Volksgarten, Sonntag durchgehend geöffnet, meist bis 20 Uhr. Eine Sache ändert der Advent aber nicht: Verkaufsoffene Adventsonntage wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht - die Geschäfte bleiben auch an den Sonntagen vor Weihnachten geschlossen, es gelten dieselben Ausnahmen wie das restliche Jahr.
Ein Linzer Sonntag als Ablaufmuster
Ein gut funktionierender Linzer Sonntag sieht in etwa so aus: 9-13 Uhr Brunch in der Stadtliebe oder im Josef, beides mit Reservierung; wer es kleiner mag, frühstückt in der Uferei an der Donaulände oder holt sich Gebäck bei Honeder. 13-15 Uhr Spaziergang an der Unteren Donaulände und Museumsbesuch im Lentos oder Ars Electronica Center - mit Öffi-Ticket zu zweit zum Preis von einem. 15-16 Uhr Straßenbahn 1 oder 2 zum Hauptplatz, Pöstlingbergbahn auf den Hausberg. 16-17:30 Uhr Basilika, Aussicht und mit Kindern die Grottenbahn. 18 Uhr Abendessen im Stiegl-Klosterhof oder OX in the City (Küche dort bis 20 Uhr). Preisbudget: circa 75-90 Euro pro Person inklusive Brunch, Museum, Bergbahn und Abendessen. Stand August 2026.
Zwei Varianten dazu: Mit Kindern lohnt der Tausch von Museum gegen Zoo und Grottenbahn - beide liegen am selben Berg, die Pöstlingbergbahn verbindet sie. Und wer am ersten Sonntag im Monat unterwegs ist und eine OÖ Familienkarte hat, sollte Schlossmuseum, Francisco Carolinum oder OK Linz einplanen: Der Familiensonntag kostet dann gar nichts.