JKU Linz gewinnt VCÖ-Mobilitätspreis OÖ 2026
Die Johannes Kepler Universität Linz wurde beim VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich 2026 als vorbildliches Projekt ausgezeichnet. Ihr betriebliches Mobilitätsmanagement fördert nachhaltiges Pendeln per App, Fahrrad und Öffis - und soll zur Klimaneutralität bis 2030 beitragen.
Die Johannes Kepler Universität Linz hat beim VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich 2026 eine Auszeichnung als vorbildliches Projekt erhalten. Prämiert wurde das betriebliche Mobilitätsmanagement der Universität, das nachhaltige Pendelwege für Beschäftigte und Studierende fördern soll. Laut JKU sind die Pendelemissionen durch die gesetzten Maßnahmen bereits deutlich gesunken.
Die Verleihung fand am 16. September 2026 in Linz statt. Ausgezeichnet wurden die Projekte von Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ), VCÖ-Sprecher Christian Gratzer und ÖBB-Regionalmanagerin Eva Hackl. Insgesamt wurden beim oberösterreichischen Landeswettbewerb 40 qualitativ hochwertige Einreichungen von einer Fachjury bewertet.
Preis für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit
Der VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich wird vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ), dem Land Oberösterreich und den ÖBB gemeinsam vergeben. Der Preis zeichnet Projekte und Konzepte aus, die eine ökologisch verträgliche und sozial gerechte Verkehrswende unterstützen. Das Motto des heurigen Wettbewerbs lautete "nachhaltig.effizient.innovativ".
Die JKU wurde als vorbildliches Projekt geehrt - neben dem Hauptpreisgewinner Schachinger Logistik aus Hörsching und dem TramTrain-Projekt der Schiene OÖ. Vizerektor Alexander Freischlager betonte bei der Auszeichnung, dass das neue Mobilitätsmanagement zeige, wie Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen können.
Pave-Commute-App: Grünes Pendeln wird belohnt
Das Herzstück des JKU-Mobilitätsprogramms ist die App "Pave Commute". Alle JKU-Mitarbeitenden können sich bei der App unter dem Namen JKU registrieren und für zurückgelegte Kilometer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad Punkte und Preise gewinnen. Über die Gruppen-Funktion lassen sich außerdem Kolleginnen und Kollegen in der Nähe finden und Fahrgemeinschaften bilden.
Seit März 2026 belohnt die Universität alle Mitarbeitenden, die mit dem Fahrrad, öffentlichen Verkehrsmitteln, in Fahrgemeinschaften oder zu Fuß zur Arbeit kommen. Damit wurde ein wichtiger struktureller Schritt vollzogen: Die bisherige Förderung von Autoparkplätzen wurde auf eine allgemeine Mobilitätsförderung umgestellt, die sämtliche klimaschonende Verkehrsformen einschließt.
Pendeln verursacht 42 Prozent der JKU-Emissionen
Der Hintergrund für das Programm ist konkret: Das tägliche Pendeln der Bediensteten und Studierenden verursacht knapp 42 Prozent der Gesamtemissionen der JKU. Damit ist der Pendelverkehr der mit Abstand größte Emissionsposten der Universität - und gleichzeitig jener Bereich, in dem Verhaltensänderungen die größte Wirkung entfalten können.
Im ersten Schritt wurden die von den Beschäftigten und Studierenden verursachten Emissionen umfassend erhoben, um eine belastbare Datenbasis zu schaffen. Auf dieser Grundlage wurde das App-basierte Anreizsystem entwickelt, das fossile Mobilitätssubventionen schrittweise umwidmet und nachhaltige Alternativen belohnt. Laut JKU sollen damit alle profitieren - ohne Verzicht, aber mit klarer Lenkungswirkung.
Mission 2030: Klimaneutrale Universität als strategisches Ziel
Das Mobilitätsprogramm ist Teil der übergeordneten Universitätsstrategie "Mission 2030 - Klimaneutrale JKU". Die Johannes Kepler Universität hat in ihrer Leistungsvereinbarung festgelegt, bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu sein. Gemeinsam mit dem Energieinstitut an der JKU wurde dafür eine Roadmap erarbeitet, die konkrete Maßnahmen in Bereichen wie Strom, Wärme, Wasser und Mobilität bündelt.
Der JKU-Campus bietet dafür bereits eine Reihe von Infrastrukturmaßnahmen: Grüne Mobilität am JKU Campus umfasst unter anderem Fahrradabstellmöglichkeiten, JKU-Fahrräder für kurzfristige Besorgungen sowie gute Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr. Zusätzlich forschen JKU-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler intensiv an der Weiterentwicklung von Photovoltaik, und auf den Dächern des Campus entstehen laufend neue PV-Anlagen als weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Oberösterreichische Auszeichnungen: Alle drei Preisträger im Profil
Den Hauptpreis beim VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich 2026 erhielt das Logistikunternehmen Schachinger Logistik aus Hörsching für die schrittweise Umstellung seines Fuhrparks auf Elektro-Lkw. Bereits 30 Elektro-Lkw sind im Einsatz und legten im Vorjahr gemeinsam rund 2,5 Millionen Kilometer zurück. Am Standort Hörsching steht laut dem Unternehmen das größte Logistik-Batteriespeichersystem Europas, das tagsüber erzeugten Solarstrom für den nächtlichen Lkw-Ladebetrieb speichert.
Als weiteres vorbildliches Projekt wurde der TramTrain der Schiene OÖ und von Stern & Hafferl Verkehr ausgezeichnet. Das neue Fahrzeugkonzept soll künftig sowohl auf der Linzer Lokalbahn (LILO) als auch auf der geplanten Regional-Stadtbahn Linz eingesetzt werden. Insgesamt wurden 20 TramTrain-Fahrzeuge für Oberösterreich bestellt; das erste Fahrzeug befindet sich bereits in Oberösterreich im Genehmigungsverfahren. Die Inbetriebnahme ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.
Bundesweiter Erfolg: OÖ-Hauptpreisträger gewinnt österreichweiten Wettbewerb
Der oberösterreichische Hauptpreisträger Schachinger Logistik setzte sich auch auf Bundesebene durch: Das Unternehmen gewann den 35. VCÖ-Mobilitätspreis Österreich, der am 17. September 2026 im Wiener Odeon-Theater verliehen wurde. Österreichweit wurden 388 Projekte und Konzepte eingereicht, 13 davon wurden prämiert. Mobilitätsminister Peter Hanke und VCÖ-Geschäftsführerin Ulla Rasmussen überreichten die Auszeichnungen in mehreren Kategorien.
Für Linz und Oberösterreich war der Abend besonders erfolgreich: Neben dem Gesamtsieg für Schachinger Logistik in der Kategorie "Energie- und Ressourcenschonung" brachte das Land damit gleich mehrfach die eigenen Vorzeigemodelle auf die bundesweite Bühne. Das JKU-Mobilitätsprogramm wird in diesem Kontext als übertragbares Modell für andere Universitäten und Großbetriebe gehandelt - ein betriebliches Mobilitätsmanagement, das fossile Subventionen abbaut und stattdessen aktiv klimafreundliche Wege in den Alltag integriert.
Stand: 7. Oktober 2026