LINZ JOURNAL
wirtschaftaktuelles

Hub4000 eröffnet AI Sandbox in der Tabakfabrik Linz

Der Verein Hub4000 hat in der Linzer Tabakfabrik eine AI Sandbox eröffnet. Unternehmen und Forschung testen dort KI-Anwendungen und einen humanoiden Roboter vom Typ Agibot G2.

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Der Verein Hub4000 hat in der Linzer Tabakfabrik eine neue AI Sandbox eröffnet. Die Testumgebung soll Unternehmen und Forschungseinrichtungen helfen, Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz und humanoider Robotik unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben.

Herzstück ist ein humanoider Roboter des Typs Agibot G2, den Betriebe vor Ort testen können. Erste Projekte laufen bereits.

Neutraler Raum zwischen factory300 und Strada del Startup

Die AI Sandbox liegt in der Tabakfabrik zwischen factory300 und der Strada del Startup. Sie bietet technische Infrastruktur und Platz für zeitlich begrenzte Projekte. Dauerhafte Anlagen sind nicht vorgesehen.

Ist ein Projekt abgeschlossen, wird der Bereich für neue Vorhaben frei. So soll die Fläche rasch wechselnden Partnern zur Verfügung stehen.

Hub4000-Geschäftsführer Martin Bergsmann beschreibt die Sandbox als sichere Umgebung zum Experimentieren, Testen und Validieren. Die Projektpartner könnten auf neutralem Raum zusammenarbeiten.

Humanoider Roboter für 128.000 Euro

Der Agibot G2 wurde mit einer Förderung des Landes Oberösterreich angeschafft. Die Kosten betragen rund 128.000 Euro. Hersteller ist das 2023 gegründete chinesische Unternehmen Agibot mit Sitz in Shanghai.

Der Roboter soll Teile mit einem Gewicht von bis zu zehn Kilogramm sortieren und verpacken. Unternehmen können ihn in der Tabakfabrik für eigene Fragestellungen nutzen.

Zwei Projekte bereits gestartet

Seit Anfang September läuft das Projekt HUM-MATIQ. Neun Unternehmen arbeiten dabei mit der FH Oberösterreich, der Johannes Kepler Universität Linz und dem Software Competence Center Hagenberg zusammen.

Sie prüfen, ob ein humanoider Roboter schwere Bauteile handhaben kann. Nach einer optischen Qualitätskontrolle soll er außerdem selbst entscheiden, wie ein Teil weiterverwendet wird.

Ein zweites Projekt zur Zusammenarbeit von Mensch und Maschine startete Anfang Oktober.

Wer hinter Hub4000 steht

Hub4000 wurde im Juli 2026 gegründet. Wie die Wirtschaftskammer Oberösterreich mitteilt, bündeln darin die Wirtschaftskammer, die Upper Austrian Research GmbH, die JKU Linz, die Interdisciplinary Transformation University (IT:U) und die FH Oberösterreich ihre Kräfte. Auch die Kunstuniversität Linz zählt zu den Mitgliedern.

Präsidentin des Vereins ist WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. Sie sieht in Hub4000 die Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft, die Industrie und kleinen und mittleren Unternehmen einen rascheren Zugang zu KI-Lösungen ermögliche.

Der Name verweist auf die erste Ziffer aller oberösterreichischen Postleitzahlen. Der Verein versteht sich als offenes Innovationsnetzwerk und will weitere Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Institutionen einladen.

Landesförderung und KI-Strategie

Hub4000 ist Teil der KI-Exzellenzstrategie des Landes. Die Landesregierung beschloss die Anschubfinanzierung, für 2026 stellt das Land eine Basisfinanzierung von 500.000 Euro bereit.

Der Verein baut auf der bestehenden Initiative „KI*Transfer" auf. Geplant sind Projekte zu industrieller Künstlicher Intelligenz, humanoider Robotik und Mensch-Maschine-Interaktion.

Landeshauptmann Thomas Stelzer nennt Hub4000 einen weiteren Baustein der Strategie. Wissenschaftliche Spitzenleistungen sollen schneller in den Betrieben ankommen und dort Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen.

Fachveranstaltung industry.ai im Musiktheater

Am 19. und 20. Jänner 2027 findet im Musiktheater Linz die Veranstaltung industry.ai statt. Auf dem Programm stehen Vorträge, Praxisberichte und Gespräche zwischen Industrieunternehmen und Technologieanbietern.

Die Anmeldung für Industriebetriebe hat bereits begonnen. Informationen gibt es unter industry-ai.org.

Stand: 25. Oktober 2026